Die USA verlegen die USS Theodore Roosevelt und weitere Kriegsschiffe in den Nahen Osten, während Washington neue Militäroktionen gegen den Iran vor den US-Zwischenwahlen am 3. November 2003 prüft. Die Gespräche zwischen Teheran und Washington sind vorerst gescheitert, was die Rohölpreise spürbar ansteigen lässt und internationale Versorgungsängste schürt.
Truppenverlegung und militärische Vorbereitungen im Nahen Osten
Der amerikanische Flugzeugträger «Theodore Roosevelt» hat zu Beginn der Woche den Hafen von San Diego in Richtung Nahost verlassen. Begleitet wird das Schiff von drei Zerstörtern, während das US-Kriegsministerium das Militär angewiesen hat, Vorbereitungen für massive Militäraktionen zu treffen.
Laut Berichten von Axios soll der Verband die Region Mitte oder Ende November erreichen. Damit verdichten sich die Hinweise, dass Washington seine Präsenz in der Region weiter ausbaut.

Unklar bleibt vorerst, ob die neu anrückenden Einheiten die bereits stationierten Flugzeugträger ersetzen oder die US-Präsenz nochmals verstärken sollen. Das Weisse Haus hat das Pentagon angewiesen, neue Optionen für einen Angriff vorzubereiten, bevor die Wähler am 3. November an die Urnen gehen.
Wirtschaftlicher Druck und steigende Ölpreise an den Märkten
Die anhaltenden Spannungen und die ungelöste Lage in der Straße von Hormus hinterlassen an den Märkten deutliche Spuren. Die internationalen Ölpreise legten zuletzt kräftig zu, nachdem die US-Sorte West Texas WTI und die Nordseesorte Brent um mehr als zwei Prozent zulegten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt West Texas Intermediate im Tagesverlauf im Minus. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass politische Instabilität, Kriege und Sanktionen das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Unterdessen verzeichnete der Konzern Samsung für das dritte Quartal einen Anstieg des operativen Gewinns in Aussicht, während die dortigen Aktien an Wert verloren.
Politische Zwänge im Vorfeld der Midterm-Wahlen
Im Zentrum der aktuellen Überlegungen stehen die US-Zwischenwahlen am 3. November. US-Präsident Donald Trump erklärte in ungewohnter Offenheit, dass eine Wiederaufnahme grösserer Angriffe frühstens nach dem Wahltermin realisiert werden könnte, hält sich jedoch laut Berichten auch Optionen für einen früheren begrenzten Schlag offen. In einem Gespräch mit dem «Time Magazine» sagte Trump, er könne die Bombardierungen nach den Zwischenwahlen ausweiten, und behauptete, man habe in den letzten sechs Monaten Vorräte angelegt. Militärische Pläne werden Berichten zufolge vom US Central Command ausgearbeitet, um dem Präsidenten Optionen zu liefern, die von begrenzten Schlägen bis zu großflächigen Bombardierungen reichen, wobei auch die iranische Energieindustrie als mögliches Ziel gilt.
Bei einem Treffen mit Spendern im September beklagte Ken Paxton, der republikanische Senatskandidat in Texas, dass der Iran-Krieg seinem Wahlkampf schde und die gestiegenen Benzin- und Dieselpreise das größte Problem darstellen.

Diplomatische Bemühungen und Reaktionen aus Teheran
Die indirekten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran kommen derweil kaum voran. Nach Angaben des Sprechers des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, wird die Antwort auf die US-Vorschläge über Vermittler übermittelt.
Der frühere General der Revolutionswächter und heutige Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte vor wenigen Tagen, dass keine Infrastruktur sicher sein werde, sollte die iranische Sicherheit nicht gewährleistet sein.
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