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Welt

US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen russisches Netzwerk A7

Das US-Finanzministerium hat am 1. Oktober 2026 umfassende Sanktionen gegen das russische Zahlungsnetzwerk A7 verhängt und es als bedeutende transnationale kriminelle Vereinigung eingestuft. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Schattenbanksystem von den US-Finanzmärkten abzuschneiden, nachdem Ermittlungen milliardenwere Transaktionen zur Umgehung von Wirtschaftssanktionen aufgedeckt hatten.

Das Ausmaß der Transaktionen über das A7-Netzwerk

Die Behörden in den Vereinigten Staaten stützen ihr Vorgehen auf umfangreiche Ermittlungsergebnisse zu den Geldflüssen des Netzwerks. Das FinCEN schätzt, dass die sogenannten Unteragenten von A7 zwischen Januar 2025 und Juni 2026 Transaktionen in US-Dollar im Wert von mehr als 17 Milliarden US-Dollar abwickelten. Rund 140 Millionen US-Dollar dieser Summe stammten von Stellen, die direkt in die Umgehung iranischer Sanktionen verwickelt waren. Ein einzelner Unteragent und ein damit verbundenes Unternehmen erhielten fast 140 Millionen US-Dollar von anderen sanktionierten Firmen, die das US-Finanzministerium mit Umgehungsaktivitäten im Zusammenhang mit dem Iran in Verbindung brachte. Ein weiterer Unteragent überwies rund 1,6 Millionen US-Dollar an eine Gesellschaft, die von US-Behörden als beteiligt an Sanktionsumgehungen und Waffenkäufen identifiziert wurde. Über separate Zwischengesellschaften unterhielt das A7-Netzwerk Konten bei 435 Finanzinstituten in mindestens 83 Ländern und bewegte dort von Januar 2025 bis Juni dieses Jahres über 17 Milliarden US-Dollar an Fiat-Währungen.

US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen russisches Netzwerk A7
Foto: TRM Labs

Parallel dazu lief ein von der Plattform selbst ausgegebener Stablecoin. Laut den von BigGo Finance ausgewerteten Daten verarbeiteten mehr als 180 Institutionen über den an den Rubel gekoppelten Token A7A5 Transaktionen von mindestens 179,1 Milliarden US-Dollar im Zeitraum zwischen Februar 2025 und Juni 2026. Das Netzwerk nutzte diesen digitalen Token als Brücke, um Gelder in liquidere Kryptowährungen wie Tether (USDT) und schließlich in Fiat-Währungen zu konvertieren. Die Emission dieses Stablecoins erfolgt auf den Netzwerken Tron und Ethereum.

Operation Economic Outcast und die Rolle des Iran

Die US-Regierung bettet die Sanktionen in eine breiter angelegte Initiative mit der Bezeichnung Operation Economic Outcast ein, die gezielt iranische Finanzierungswege treffen soll. US-Finanzminister Scott Bessent begründete den Schritt mit den Verflechtungen des Netzwerks. Die Abteilung erklärte, dass A7 unter anderem der Zentralbank des Iran und der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) als Kanal diente, um illegale Gelder durch das internationale Finanzsystem zu schleusen.

Das Finanzministerium verwies zudem auf Verbindungen zu Öltankern der iranischen Schattenflotte und zur Finanzierung von Stellvertretergruppen. Die US-Behörden gaben an, dass das Netzwerk gefälschte Import- und Exportdokumente einsetzte, um verbotene Transaktionen wie reguläre Handelsgeschäfte aussehen zu lassen. Neben staatlichen Akteuren bedienten die Unteragenten des Netzwerks nach Angaben des Schatzamtes auch Kriminelle, darunter Betreiber von Erpressungssoftware sowie Beschaffungsakteure, die versuchten, beschränkte Güter zu erhalten.

Hintergrund und Reaktionen der Plattformbetreiber

Das Zahlungsnetzwerk A7 wurde im September 2024 ins Leben gerufen. Hinter der Gründung stehen die von den USA, der EU und Großbritannien bereits sanktionierte russische Promsvyazbank sowie der in Moldau zu einer Haftstrafe verurteilte Oligarch Ilan Shor. Bei einer von Kremlchef Wladimir Putin besuchten Konferenz im September rühmte sich Shor, dass die Plattform in zehn Monaten ein Transaktionsvolumen von 7,5 Billionen Rubel – umgerechnet etwa 91.5 Milliarden US-Dollar – abgewickelt habe. Das Netzwerk behauptete im Januar selbst, historisch mehr als 7,5 Billionen Rubel beziehungsweise den Gegenwert von 91,5 Milliarden US-Dollar verarbeitet zu haben, was etwa 13 Prozent der Außenhandelstransaktionen der Russischen Föderation im Jahr 2025 entsprach.

US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen russisches Netzwerk A7
Foto: The Moscow Times

Das Unternehmen wies die Anschuldigungen der US-Behörden umgehend zurück. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung lehnte das Management jede Verbindung zum Iran

A7 kategorisch weist alle Anschuldigungen der Zusammenarbeit mit dem Iran oder terroristischen Organisationen zurück. Dies ist eine offene Lüge und Verleumdung. Das Unternehmen hat niemals Transaktionen in deren Interessen durchgeführt oder Strukturen bedient, die mit ihnen verbunden sind.

A7, Offizielle Erklärung via Türkiye Today

Gleichzeitig wertete die Plattform die US-Maßnahmen als Beleg für ihre Leistungsfähigkeit. Laut der Mitteilung biete das System einen ununterbrochenen Zahlungsverkehr für den russischen Markt, der von restriktiven Maßnahmen betroffen sei, und diene legitimen Import- und Exportgeschäften.

Auswirkungen für globale Finanzinstitute

Durch die Einstufung als transnationale kriminelle Organisation friert das Office of Foreign Assets Control (OFAC) sämtliche Vermögenswerte von A7 im US-Geschäftsbereich ein. US-Bürgern und Unternehmen ist jede geschäftliche Zusammenarbeit mit dem Netzwerk untersagt. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) hat zudem eine Regel vorgeschlagen, die es gedeckten US-Finanzinstituten verbietet, Gelder und Kryptowährungen im Zusammenhang mit den Unteragenten von A7 zu übertragen.

Während das OFAC-Sanktionsregime sofort in Kraft trat, bleibt der Vorschlag des FinCEN für eine dreißigstägige öffentliche Kommentierungsphase geöffnet.

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Foto: AML Intelligence

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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