Die globalen Energiemärkte befinden sich im Schockzustand. Nachdem die Friedensgespräche in Islamabad über das Wochenende kollabierten, hat US-Präsident Donald Trump eine Marineblockade der Straße von Hormus angekündigt. Der Effekt war unmittelbar: Der Preis für Brent-Rohöl schoss am Sonntag um mehr als 8 Prozent nach oben und durchbrach die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar, um bei über 103 Dollar zu landen. Es ist ein gefährliches Spiel mit dem wichtigsten Nadelöhr der Weltwirtschaft, das die ohnehin fragilen Hoffnungen auf ein Ende des Krieges mit dem Iran zunichtemacht.
Das Scheitern von Islamabad und das Ende der Waffenruhe
Ein diplomatisches Team unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance versuchte am Samstag in Pakistan, eine Einigung zu erzielen. Die Verhandlungen dauerten 20 Stunden, endeten jedoch ohne Ergebnis. Trump machte deutlich, dass der Iran die US-Forderung, seine nuklearen Ambitionen aufzugeben, nicht akzeptiert hat. Vance bestätigte gegenüber Reportern, dass die Gespräche beendet seien, da der Iran die gestellten Bedingungen abgelehnt habe.
Dieser diplomatische Bruch beendet faktisch eine nur fünf Tage alte, extrem instabile Waffenruhe. Während die offizielle Truce eigentlich bis zum 22. April gelten sollte, hat Trump mit seinen Truth-Social-Posts die Eskalationsspirale neu gestartet. Er sprach davon, dass die US-Marine nun „jedes Schiff suchen und abfangen“ werde, das eine illegale Maut an den Iran gezahlt hat.
Zwischen rhetorischem Donner und militärischer Präzision
Wie genau diese Blockade aussehen wird, bleibt ein Punkt der Unsicherheit. Trump formulierte seine Ankündigung zunächst extrem breit und sprach davon, „alle Schiffe“ zu blockieren, die die Straße betreten oder verlassen. Das US Central Command (CENTCOM) schränkte diese Ansage jedoch kurz darauf ein. Laut CENTCOM werden die USA keine Schiffe behindern, die nicht iranische Häfen ansteuern oder von dort kommen. Die Blockade zielt also primär auf den iranischen Handel ab.
Im Zentrum des Konflikts steht das sogenannte „Maut-Regime“ des Iran. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) hat de facto einen Zollposten in der Straße errichtet. Schiffe müssen Dokumente einreichen und oft Gebühren in chinesischen Yuan zahlen, um eine sichere Passage zu erhalten. Trump bezeichnet dies als „illegalen Akt der Erpressung“. Die US-Marine soll nun gezielt jene Schiffe interdictieren, die sich auf diese Praxis eingelassen haben.
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Zusätzlich zu der Blockade, die am Montag um 10:00 Uhr Eastern Time in Kraft tritt, kündigte Trump an, Minen zu räumen, die der Iran in der Meerenge ausgelegt hat. Er warnte, dass jeder Iraner, der auf US-Kräfte oder friedliche Schiffe feuere, „in die Hölle geblasen“ werde. Berichte des Wall Street Journal legen zudem nahe, dass Trump die Wiederaufnahme begrenzter Militärschläge im Iran erwägt, um den Stillstand der Verhandlungen zu durchbrechen.
Die ökonomische Welle schlägt in Asien ein
Die Finanzmärkte reagieren nervös auf die neue Instabilität. In Asien eröffneten die Börsen am Montag mit deutlichen Verlusten. Japans Nikkei 225 fiel im frühen Handel um 0,9 Prozent, während Südkoreas KOSPI mehr als 1 Prozent verlor. Auch die US-Aktienfutures, insbesondere die des S&P 500, gaben um etwa 0,8 Prozent nach.
Der Ölmarkt gleicht seit Wochen einer Achterbahnfahrt. Nachdem die Preise im letzten Monat auf 119 Dollar geklettert waren, sanken sie letzte Woche kurzzeitig unter 92 Dollar, als die Waffenruhe verkündet wurde. Nun kehrt die Angst zurück. Maritime Daten von Windward zeigen, wie stark der Verkehr bereits vor der offiziellen Blockade eingebrochen ist: Am Samstag passierten nur 17 Schiffe die Straße, im Vergleich zu etwa 130 Schiffen pro Tag in Friedenszeiten.
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- Brent-Rohöl: Anstieg auf über 103 USD pro Barrel.
- Zeitpunkt: Start der Blockade am Montag, 14. April, 10:00 Uhr ET.
- Zielgruppe: Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder Maut an den Iran zahlten.
- Märkte: Rückgänge bei Nikkei, KOSPI und S&P 500 Futures.
Was bedeutet die Blockade konkret für den Welthandel?
Offiziell will die US-Regierung nur Schiffe blockieren, die direkt mit dem Iran handeln oder illegale Gebühren an die IRGC gezahlt haben. Da die Straße von Hormuz jedoch extrem eng ist, könnte jede militärische Operation dort die Versicherungskosten für alle Tanker in die Höhe treiben und die allgemeine Risikowahrnehmung verschärfen, was die Ölpreise weiter steigen lässt.
Warum sind die Gespräche in Islamabad gescheitert?
Die Verhandlungen scheiterten primär an der Forderung der USA, dass der Iran seine nuklearen Ambitionen vollständig aufgeben muss. Darüber hinaus gab es laut US-Offiziellen tiefe Differenzen über die Kontrolle der Straße von Hormuz sowie die Unterstützung regionaler Stellvertreter wie der Huthi-Rebellen im Jemen und der Hisbollah im Libanon.
Könnte dies zu einem neuen großen Krieg führen?
Das Risiko einer Eskalation ist hoch, da Trump bereits die Bereitschaft der US-Streitkräfte betont hat, Angriffe gegen den Iran wiederaufzunehmen. Sollte der Iran mit einer vollständigen Schließung der Straße oder Angriffen auf die US-Flotte reagieren, könnte dies eine direkte militärische Konfrontation auslösen, die weit über eine reine Handelsblockade hinausgeht.