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US-Bezirksrichterin blockiert Entfernung von Sklaverei-Informationen aus Nationalparks

In Boston hat die US-Bezirksrichterin Angel Kelley am Freitag eine einstweilige Verfügung erlassen, die der Trump-Regierung verbietet, historische Informationen über Sklaverei und Klimawandel aus Nationalparks zu entfernen. Die Entscheidung ordnet die Wiederherstellung sämtlicher entfernter Exponate innerhalb von 21 Tagen an, um die Integrität der amerikanischen Geschichte zu bewahren.

Kelleys Urteil gegen die „Zensur“ in Nationalparks

Die Richterin Angel Kelley, die im Auftrag von Naturschutzgruppen und Historikern entschied, warf der US-Regierung vor, die Geschichte der Nation zu verfälschen. Wie The Guardian berichtete, sieht das Gericht in der Entfernung von Informationstafeln und Exponaten einen gezielten Versuch, unbequeme Fakten aus dem öffentlichen Bewusstsein zu tilgen. Kelley bezeichnete die Maßnahmen als einen Versuch, die Geschichte der USA mit einem „Korrekturstift neu zu schreiben“. Angel Kelley, US-Bezirksrichterin Das Urteil stellt die Handlungen des Innenministeriums infrage, das die Entfernung der Materialien mit der Notwendigkeit begründete, eine „vollständige und genaue Geschichte der amerikanischen Geschichte“ zu erzählen. Kelley widersprach dieser Darstellung jedoch und betonte, dass die Entfernung der Schilder die Integrität der Nationalparks untergrabe und einen gefährlichen Präzedenzfall für die Zensur und Bereinigung historischer Fakten schaffe.

Umfang der Entfernungen: Eine Liste betroffener Themen

Umfang der Entfernungen: Eine Liste betroffener Themen
Photo: Los Angeles Times
Die Klage, die von einer Koalition aus Naturschutzorganisationen und historischen Verbänden eingereicht wurde, dokumentiert eine weitreichende Säuberungswelle in über 430 Nationalpark-Standorten. Laut Berichten der Los Angeles Times betraf die Umsetzung der Exekutivverordnung Themen, die das Bild der USA als „unfehlbare Nation“ stören könnten.
  • Sklaverei: Entfernung von Hinweisen auf die versklavten Menschen von Präsident Washington im Independence National Historical Park in Philadelphia.
  • Klimawandel: Entfernung von Schildern zu klimatischen Bedrohungen im Fort Sumter in South Carolina.
  • LGBTQ+-Geschichte: Entfernung einer Pride-Flagge am Stonewall National Monument in New York City.
  • Indigene Geschichte: Überprüfung von Informationen über indigene Völker in Death Valley und den Muir Woods.
  • Japanische Internierung: Informationen zur Internierung japanischstämmiger Amerikaner am Manzanar National Historic Site in Kalifornien.
Besonders brisant war der Fall einer berühmten Fotografie namens „The Scourged Back“, die einen versklavten Mann mit tiefen Narben zeigt. Diese Aufnahme wurde im Rahmen der Richtlinien zur Entfernung von Inhalten markiert, die das amerikanische Erbe potenziell herabsetzen könnten.

Trumps Strategie zur „Wiederherstellung der Wahrheit“

Die rechtlichen Auseinandersetzungen wurzeln in einer im März 2025 unterzeichneten Exekutivverordnung von Präsident Donald Trump. Diese unter dem Titel „Wiederherstellung von Wahrheit und Verstand in der amerikanischen Geschichte“ bezeichnete eine „revisionistische Bewegung“, die das Land als inhärent rassistisch oder unterdrückerisch darstelle. Wie die NBC News mitteilte, ordnete die Verordnung das Innenministerium an, alle Darstellungen zu prüfen, die das amerikanische Selbstbild „diskreditieren“ könnten. Die Administration argumentierte, dass die Parks durch die Einbeziehung von Themen wie „Wokeism“ oder DEI-Praktiken (Diversity, Equity and Inclusion) ideologisch beeinflusst worden seien. Ziel der Verordnung war es, eine vermeintliche „falsche Konstruktion der amerikanischen Geschichte“ zu korrigieren, die unter der vorherigen Biden-Regierung entstanden sei.

„Amerikaner verlassen sich darauf, dass die Nationalparks uns helfen, unsere volle, reiche Geschichte zu verstehen.

Trumps Strategie zur „Wiederherstellung der Wahrheit“
Photo: The Washington Post
Alan Spears, National Parks Conservation Association

Die 21-Tage-Frist und der politische Widerstand

Die Entscheidung von Richterin Kelley stellt die Trump-Administration vor eine unmittelbare Herausforderung. Die Regierung hat genau 21 Tage Zeit, um die entfernten Exponate wieder zu installieren. Ziel ist es, die historische Genautheit vor dem 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten wiederherzustellen. Die Reaktion aus Washington fiel deutlich abweisend aus. Ein Sprecher des Innenministeriums wies das Urteil als das Werk einer „liberalen Aktivisten-Richterin“ zurück. Gleichzeitig betonte das Ministerium, dass man die Optionen für eine Berufung prüfe, während man gleichzeitig die Feierlichkeiten zum „UFC Freedom 250“ auf der South Lawn des Weißen Hauses vorbereite. Gemäß der Berichterstattung des Washington Post bleibt die Lage angespannt. Während die Kläger die Entscheidung als Sieg für die historische Wahrheit feiern, deutet die Ankündigung von Berufungsschritten darauf hin, dass der Kampf um die Deutungshoheit über die amerikanische Identität in den Nationalparks noch lange nicht beendet ist. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Regierung den Anweisungen des Gerichts nachkommt oder den Rechtsweg bis vor die höchsten Instanzen ausschöpft.

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Die 21-Tage-Frist und der politische Widerstand
Photo: NBC News
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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