Ein US-Bundesberufungsgericht hat am Freitag ein erstinstanzliches Urteil vorläufig ausgesetzt, das tausenden ehemaligen College-Sportlern ein zusätzliches fünftes Jahr Spielberechtigung verschafft hätte. Die Entscheidung des zehnten Berufungsgerichts dämpft das juristische Chaos kurz vor dem Saisonstart des US-College-Footballs.
Die rechtliche Auseinandersetzung um die Spielzeit im College-Sport hat eine neue Wendung genommen. Nach einer Mitteilung von AP News stoppte ein Gremium des Bundesberufungsgerichts in Denver in einer 2:1-Entscheidung die landesweite einstweilige Verfügung, die kurz zuvor von einem Gericht in Colorado erlassen worden war. Betroffen von der aktuellen Blockade sind vor allem Athleten, die im Jahr 2022 die Highschool absolvierten, deren reguläre College-Berechtigung nach der Vorsaison endete und die in der neuen Fünf-Jahres-Regelung des Verbands nicht berücksichtigt waren. Via Austin Massey von ScarletAndBlackInsider.com wurde zudem festgehalten, dass die landesweite einstweilige Verfügung pending a full appeal gestoppt wurde.
Gerichtliche Hängepartie vor dem Saisonstart
Die zeitliche Dringlichkeit der richterlichen Schritte ergibt sich aus dem engen Kalender des Spielbetriebs. Wie NBC Sports berichtet, beginnt die neue Saison im College-Football bereits in wenigen Tagen beziehungsweise, wie Mike Florio anmerkt, startet die 2026er College-Football-Saison in only nine days. Das Urteil des Berufungsgerichts friert die Bemühungen betroffener Sportler ein, zu ihren ehemaligen Universitäten zurückzukehren, bis das Hauptverfahren vollständig verhandelt ist. Nach dem Gewinn einer erstinstanzlichen Entscheidung im district court last month hatten viele dieser Spieler versucht herauszufinden, wie sie an ihre ehemaligen Schulen zurückkehren können, um ein weiteres Jahr zu spielen.
Die Kläger hatten argumentiert, dass eine Verweigerung der fünften Spielzeit unfair sei, da sie im Vergleich zu jüngeren Jahrgängen von den damit verbundenen Ausbildungs- und Vermarktungsmöglichkeiten (educational and NIL compensation opportunities) abgeschnitten würden. Die NCAA entgegnete in ihren Gerichtseingaben, dass „fairness is in the eye of the beholder.“ Ferner führte der Verband in seinem Schriftsatz aus, dass unzählige Studiensportler, die sich bereits an den Hochschulen befinden, sowie Schulen, die ihre Kader im Vertrauen auf die Regeln aufgebaut haben, die von den Mitgliedern der NCAA verfasst und vereinbart wurden, es nicht für fair halten, dass Tausende zuvor nicht spielberechtigte Athleten zu Beginn der Saison 2026–27 in den Wettbewerb zurückkehren.
Unklare Auswirkungen auf weitere Verfahren
Obwohl das Bundesgericht in Denver die Verfügung vorerst aussetzt, bleibt die Lage an anderen Gerichtsständen unübersichtlich. Earlier this week hatte zudem eine Louisiana judge eine temporary restraining order erlassen bezüglich der Bemühungen ehemaliger College-Sportler, für eine weitere Saison zurückzukehren. Mindestens ein current NFL player hat daraufhin den Transfer-Portal-Weg beschritten. Unabhängig von dem Verfahren in Colorado hatten Richter in anderen Bundesstaaten eigenständige Entscheidungen getroffen. So erstritten sich laut AP News ehemalige Ole Miss-Starter wie Dae’Quan Wright, Zxavian Harris und Wydett Williams in Louisiana per einstweiliger Verfügung zusätzliche Spielberechtigungen, obwohl sie in diesem Sommer bereits bei NFL-Teams unterschrieben hatten. Auch im Basketballbereich nutzen Athleten wie Javon Bennett von Dayton und Chauncey Wiggins von Florida State separate Gerichtsurteile nach ihrem Wechsel zu Gonzaga für ihre Rückkehr, wobei im Basketball die Teams länger Zeit haben, dies zu klären, da kein Team einen Spieler im Kader haben möchte, der später eventuell für ineligibile erklärt wird.
Trainer und Funktionäre kritisieren den Verband seit längerem für die unklare Kommunikation rund um die neuen Fristen und Richtlinien. So erklärte Gonzaga-Trainer Mark Few in einem Interview: „Some of us coaches told the NCAA over and over again, if they waited longer to announce this, they probably wouldn’t have this issue. So I don’t know why anybody would not be open to it. Maybe you don’t need it, but if you do … these are good guys.
Konsequenzen für Kaderschmieden und NFL-Rückkehrer
Zu den prominenten Sportlern, die eine Rückkehr an ihre früheren Wirkungsstätten geplant hatten, zählen laut AP News die Defensive Linemen Kellan Wyatt und Stephan Daley, die im Vorjahr Mitglieder des nationalen Meisterkaders von Indiana waren. Durch den Beschluss des Tenth Circuit steht nun offen, wie sich die Situation weiterentwickelt, während die Systeme long-term order anstreben und Coaches short-term wins fordern. Ein großer Teil des Falles stützt sich auf die Tatsache, dass einige Sportler versuchten, sich Plätze in Kadern zurückzuholen, die bereits fest besetzt (locked in) waren.
Wie die juristischen Auseinandersetzungen in den verschiedenen US-Bundesstaaten ausgehen und wie sich das Ganze auf andere Urteile auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Sportverantwortlichen stehen vor einer unvorhersehbaren Lage, während die Systeme und Verantwortlichen versuchen, zwischen langfristiger Ordnung und kurzfristigen sportlichen Erfolgen zu navigieren.
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