Die US-Senatswahl in South Carolina hat sich unerwartet zu einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen entwickelt. Die von Ex-Präsident Donald Trump unterstützte Republikanerin Darline Graham liegt in aktuellen Umfragen nur knapp vor der demokratischen Kinderärztin Annie Andrews, während Wähler bereits ihre Stimmen abgeben.
In dem traditionell als sicher geltenden republikanischen Bundesstaat South Carolina stehen sich die parteiinterne Nachfolgerin und die demokratische Herausforderin in den finalen Tagen vor der Entscheidung am 3. November 2026 gegenüber. Das Rennen ist so hart umkämpft, dass selbst etablierte Parteistrategen eine deutliche Nervosität im konservativen Lager registrieren. Die von Targoz Market Research für den South Carolina Policy Council durchgeführte Umfrage zeigt Senatorin Darline Graham bei 47 Prozent und die demokratische Kandidatin Annie Andrews bei 46 Prozent.
Wahlumfragen und regionale Verschiebungen im Senatsrennen
Die Veröffentlichung zweier regionaler Umfragen in derselben Woche verdeutlicht die Dynamik des Wahlkampfs. Demgegenüber beziffert die Untersuchung des South Carolina Policy Council unter 895 wahrscheinlichen Wählern den Abstand auf lediglich einen Punkt, was im Rahmen der statistischen Schwankungsbreite von plus/minus 2,77 Prozentpunkten liegt.
Bemerkenswert sind dabei die regionalen Muster. Während Graham in traditionellen Hochburgen wie Greenville und Rock Hill punktet, führt Andrews in der Region Charleston mit 47 zu 34 Prozent. Gleichzeitig läuft die vorgezogene Stimmabgabe auf Hochtouren und endet offiziell am 31. Oktober 2026.

Prominente parteiübergreifende Unterstützung für die demokratische Kandidatin
Einen ungewöhnlichen politischen Paukenschlag landete die Kampagne von Andrews zu Wochenbeginn mit einer gemeinsamen Videobotschaft. Die früheren Gouverneure David Beasley (ein Republikaner) und Jim Hodges (ein Demokrat) traten in einem seltenen Schulterschluss auf, um die demokratische Kandidatin zu unterstützen. Beasley, der den Bundesstaat von 1995 bis 1999 regierte und später das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen leitete, begründete den Schritt mit einer zunehmenden Verrohung der politischen Rhetorik.
Zusätzlich zu diesen prominenten Fürsprechern hat das Team von Andrews eine eigene Kooperation namens Republicans for Annie
ins Leben gerufen, der nach Angaben des Wahlkampfteams mittlerweile mehr als 100 konservative Wähler angehören.
Druck auf das republikanische Lager und nationale Einflüsse
Die Vakanz des Sitzes war im Juli durch den plötzlichen Tod des langjährigen Senators Lindsey Graham entstanden. Deren Schwester Darline Graham wurde daraufhin ernannt und gewann eine hart umkämpfte innerparteiliche Stichwahl gegen den republikanischen Kongressabgeordneten Ralph Norman. Interne Kritiker aus den eigenen Reihen bemängeln seither mangelnde politische Erfahrung und Schwächen in der Spendenakquise. Ralph Norman äußerte sich in Textnachrichten an Journalisten skeptisch über die Unterstützung für die Kandidatin.
Die Wähler in South Carolina kaufen nicht das Argument ab, dass sich jeder mit einer Kandidatin abfinden muss, die von Interessengruppen und einem republikanischen Präsidenten gestützt wird.
Um das Ruder herumzureißen, fließen erhebliche finanzielle Mittel in den Bundesstaat. Aus Federal Election Commission hervorgehende Daten zeigen, dass allein externe republikanische Gruppen seit dem 1. Oktober 2026 rund 9,7 Millionen US-Dollar für Werbung zugunsten von Graham oder gegen Andrews aufgewendet haben. Präsident Donald Trump reiste im Rahmen des Wahlkampfs erneut nach South Carolina, um die konservative Basis aufzusammeln und die Kandidatin zu stärken.
Wirtschaftliche Belastungen und thematische Schwerpunkte im Endspurt
In den sachlichen Auseinandersetzungen stehen Fragen der Lebenshaltungskosten, der Landwirtschaft sowie der Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt. Während Graham im Wahlkampf eine harte Haltung in der Einwanderungspolitik vertritt und erklärt, sie lasse sich von niemandem dominieren, setzt Andrews auf den Abbau von Regierungsausgaben und mehr Transparenz bei medizinischen Abrechnungen. In einer Debatte betonte die demokratische Bewerberin ihre Position zur Ausgabenkontrolle.
Ich glaube, dass ich die Einzige auf dieser Bühne bin, die eine Steuerzahlerverpflichtung unterzeichnet hat. Eine Verpflichtung zur Beseitigung von Verschwendung, Betrug und Missbrauch in der Regierung.
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