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Ukraine: Tiefe Angriffe auf russische Militär- und Energieanlagen

Ukrainische Streitkräfte haben am Mittwoch gezielte Fernangriffe auf militärische und energetische Infrastrukturbetriebe tief im russischen Staatsgebiet durchgeführt. Dabei wurden unter anderem eine Fabrik für Drohnenkomponenten in Cheboksary sowie Ölraffinerien in der Region Samara getroffen, um die wirtschaftlichen und militärischen Kosten des Krieges für den Kreml massiv zu erhöhen.

Treffer der russischen Drohnenproduktion in Cheboksary

Ein zentrales Ziel der jüngsten ukrainischen Offensive war die industrielle Basis für die russische Kriegsführung. Laut Berichten von AP News bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass ukrainische Kräfte mehrere militärische und energetische Anlagen angegriffen haben. Darunter befand sich ein Militärwerk, das Komponenten für russische Drohnen und Raketen liefert.

Treffer der russischen Drohnenproduktion in Cheboksary

Konkret setzten ukrainische FP-5 Flamingo-Langstreckenraketen das Werk VNIIR-Progress in der Region Tschuwaschien ein. Die Anlage, die sich mehr als 900 Kilometer von der Frontlinie entfernt befindet, ist für die Produktion von Antennen für Drohnen zuständig. Oleg Nikolajew, der Leiter der Region Tschuwaschien, bestätigte den Raketenangriff, machte jedoch keine detaillierten Angaben zum Ausmaß der Schäden.

Diese tiefen Schläge unterstreichen die Strategie Kiews, die russische Fähigkeit zur Massenproduktion von unbemannten Luftfahrzeugen direkt an der Quelle zu schwächen. Während die Frontlinie über 1.000 Kilometer lang weitgehend statisch bleibt, verlagert sich die Dynamik zunehmend auf die Zerstörung der logistischen und industriellen Rückseite des Kreml.

Schwächung der energetischen Infrastruktur und Ölreserven

Neben der Rüstungsindustrie rückte die russische Energieversorgung in den Fokus der ukrainischen Angriffe. In der Region Samara verursachten Drohnenangriffe Schäden an mehreren Industrieanlagen. Der Gouverneur Vyacheslav Fedorischtschew berichtete, dass drei Personen bei den Angriffen verletzt wurden, ließ jedoch die Namen der betroffenen Einrichtungen offen. Bilder der Nachrichtenagentur Astra zeigten ein großes Feuer in einer Raffinerie in Samara.

Schwächung der energetischen Infrastruktur und Ölreserven

Auch andere strategische Knotenpunkte wurden getroffen, wie NBC News berichtet. Die ukrainische Generalstabsführung gab bekannt, dass die Gruschowaja-Ölumschlagstation in der Region Krasnodar Krai angegriffen wurde. Dieser Komplex gilt als einer der größten Umschlagplätze für Öl und Erdölprodukte im Süden Russlands. Russische Behörden bestätigten, dass ein Drohnenangriff ein Feuer auslöste, wobei 130 Rettungskräfte zur Brandbekämpfung eingesetzt werden mussten.

For more on this story, see Newsticker zum Ukraine-Krieg: Hunderte ukrainische Drohnen – russische Raffinerie als Ziel – Tages-Anzeiger.

  • Die „lineare Produktions- und Schaltstation“ Krasny Yar in der Region Wolgograd, wo ebenfalls ein Feuer ausbrach.
  • Die Ölbasis Semykolodezkaja auf der besetzten Krim, die als Treibstoffreserve für das russische Militär dient.
  • Ein Öllager nahe Feodossija auf der Krim.

Auf die Frage nach einer möglichen Treibstoffkrise auf der Krim reagierte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zurückhaltend.

„Es gibt in der Tat derzeit gewisse Probleme.

Dmitri Peskow, Kreml-Sprecher

Diplomatisches Manöver und der wirtschaftliche Preis des Krieges

Parallel zu den militärischen Operationen verschärft die Europäische Union den wirtschaftlichen Druck auf Moskau. Die EU-Außenpolitikchefin Kaja Kallas erklärte nach einem Treffen der Verteidigungsminister, dass westliche Sanktionen Russland bereits Kosten in Höhe von geschätzt 1,2 bis 1,5 Billionen Dollar verursacht haben. Eine neue Sanktionsrunde zielt nun auf 80 weitere Listungen ab, die den russischen „militärisch-industriellen Komplex, Menschenrechtsverletzer und Propagandisten“ treffen sollen.

Ukraine Strikes Defense Electronics Plant in Cheboksary as Deep Attacks Expand.

This follows our earlier report, Ukraine-Krieg: Dauer des Ersten Weltkriegs Eigendynamik gefährlich.

Inmitten dieser Spannungen offenbarte Präsident Selenskyj neue Details über informelle Kommunikationskanäle. Er bestätigte, dass der ehemalige Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch als Vermittler zwischen Kiew und Moskau fungierte. Abramowitsch sei mit einer Nachricht von Präsident Wladimir Putin nach Kiew gereist.

Die Botschaft des Kreml-Chefs lautete laut Selenskyj, dass die Russen „wollen verstehen, was wir bereit sind zu tun“ und habe angeboten, eine Antwort an Putin weiterzuleiten. Trotz dieser diplomatischen Annäherungsversuche blieb Selenskyjs Position unnachgiebig.

„Es war die Kernbotschaft.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Selenskyj signalisierte Gesprächsbereitschaft für Treffen an neutralen Orten, schloss jedoch Russland und Belarus als Verhandlungsorte kategorisch aus.

Russische Gegenangriffe und zivile Opfer in der Ukraine

Die ukrainische Seite blieb den russischen Luftangriffen nicht ohne Antwort. Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass seine Luftabwehr in der Nacht über 326 ukrainische Drohnen abgeschossen habe. Die Angriffe konzentrierten sich unter anderem auf die Moskauer Region sowie auf die besetzte Krim und die Schwarzmeerregion.

Russische Gegenangriffe und zivile Opfer in der Ukraine
Photo: AP News

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Die Vergeltungsschläge Russlands trafen jedoch auch die ukrainische Zivilbevölkerung schwer. In der Region Charkiw verursachte ein Drohnenangriff mit 26 Drohnen mindestens einen Todesfall und 15 Verletzte. Auch in der Region Saporischschja wurden 10 Menschen verletzt, während in Odessa Drohnen zwei Wohngebäude beschädigten, wobei eine Mutter und zwei Kinder medizinisch versorgt werden mussten.

Die ukrainische Luftwaffe konnte im Gegenzug 181 von 207 russischen Drohnen abwehren. Trotz der massiven russischen Angriffe hat das ukrainische Außenministerium nach den jüngsten Besuchen von Selenskyj in London und Tallinn neue Zusagen für Luftverteidigungssysteme und Munition gesichert.

Zerstörung kultureller Symbole in der besetzten Krim

Ein bemerkenswerter Vorfall ereignete sich auf der besetzten Krim, der über den rein militärischen Nutzen hinausgeht. Eine ukrainische Drohne traf ein Gebäude in Sewastopol, das ein monumentales Panoramagemälde beherbergte. Das Werk stellte die Verteidigung der Stadt während des Krimkriegs im 19. Jahrhundert dar.

Mikhail Razvaozhajew, der vom Kreml ernannte Leiter von Sewastopol, bestätigte, dass das von dem Künstler Franz Rubo geschaffene Gemälde effektiv zerstört wurde. Der Angriff auf solche kulturellen Objekte verdeutlicht die zunehmende Ausweitung der ukrainischen Operationen auf die symbolische und historische Identität der besetzten Gebiete.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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