TSMC meldete für das dritte Quartal Rekordgewinne und einen Umsatzsprung auf 46,72 Milliarden Dollar, während Gespräche mit Tesla-Chef Elon Musk über die texanische Terafab-Initiative für Unruhe bei Intel sorgen.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company verzeichnete das sechste Rekordergebnis in Folge. Der Nettogewinn kletterte um 68,7 Prozent auf 763,06 Milliarden Taiwan-Dollar, wie aus den am 15. Oktober 2026 veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Analystenerwartungen wurden damit um 2,2 Prozent übertroffen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 51 Prozent auf 46,72 Milliarden Dollar, womit das Unternehmen die Obergrenze der eigenen Prognose übertraf. Die Bruttomarge erreichte 66,4 Prozent, gestützt von einer anhaltend hohen Nachfrage nach führenden Halbleitertechnologien. Der monatliche Umsatzbericht des taiwanischen Konzerns zeigte zudem einen Umsatz im abgelaufenen dritten Quartal von 1,49 Billionen Taiwan-Dollar.
Milliardeninvestitionen für agentische KI
Vorstandschef C.C. Wei betonte in einer Telefonkonferenz, dass die Nachfrage nach fortschrittlichen Prozessen extrem robust bleibe. Treiber sei insbesondere die zunehmende Verbreitung von agentischem KI-Einsatz. Angesichts dieser mehrjährigen Nachfragewelle bestätigte Finanzvorstand Wendell Huang das geplante Investitionsbudget für das Gesamtjahr 2026 von 60 Milliarden bis 64 Milliarden Dollar. Der Mittelzufluss nach Investitionen stieg im Berichtszeitraum auf 476,57 Milliarden Taiwan-Dollar nach 287,36 Milliarden im Vorquartal. Hochleistungsrechner legten zum Vorquartal um 22 Prozent zu und stellen 68 Prozent des Umsatzes dar.
Im Zentrum der aktuellen Branchenaufmerksamkeit stehen zudem Kontakte zwischen dem taiwanischen Giganten und Tesla- sowie SpaceX-Chef Elon Musk. Musk hatte zuvor bestätigt, dass Gespräche bezüglich der geplanten Terafab-Großfertigungsanlage in Texas laufen. C.C. Wei bestätigte den Sachverhalt im Rahmen des Berichts: Wir schicken die Teams nach Texas, um die gesamte Evaluierung vorzunehmen. Wir sprechen auch mit einem unserer Kunden, die versuchen, eine Fab zu bauen, Terafab, um es genauer zu sagen.
Die geplante Zusammenarbeit könnte von komponentenspezifischen Lieferungen für Robotik, Autos und KI-ASICs bis hin zu umfassenderen Vereinbarungen bezüglich geistigem Eigentum, Herstellungsprozessen oder einem gemeinsamen Betrieb reichen.
Börsenreaktion und Druck auf Intel-Aktionäre
Die Aussicht auf eine mögliche Beteiligung von TSMC an Musks Terafab-Projekt hat an den Märkten unmittelbare Reaktionen ausgelöst. Intel-Aktien gerieten im Vorfeld und im Handel stark unter Druck und verloren zeitweise mehr als zwei Prozent, nachdem Berichte über eine potenzielle Verwässerung der früheren Intel-Rolle als Terafab-Partner die Runde machten. Analysten von Bank of America führten aus, dass eine Vertiefung der Zusammenarbeit direkt über Autos, Robotik und Cloud-ASICs sowie indirekt über Standard-HPC-Chipsatzkäufe erfolgen könnte.
Wer den KI-Boom pauschal als Blase bezeichnet, sollte sich die Zahlen von TSMC anschauen.Der Chipauftragsfertiger meldet für das dritte Quartal 46,7 Milliarden Dollar Umsatz. Ein Wachstum von 50 %!Das ist echtes Geschäft und keine Zukunftsfantasie.Für mich liegt das größere… pic.twitter.com/DKwTXogNR0
Gil Luria, Leiter der Technologieforschung bei DA Davidson, erklärte laut CNBC: „Intels Investoren tragen im Moment eine rosarote Brille.
Während TSMC trotz starker Geschäftszahlen im Zuge eines breiteren Technologieschlussverkaufs Kursrückgänge verzeichnete, kämpft Intel mit der Herausforderung, das Vertrauen der Märkte in die eigene Produktionsstrategie bei den genannten Großprojekten zu verteidigen. Die Bilanz zeigt jedoch, dass Intel über solide Liquidität verfügt und erheblichen operativen Cashflow generiert, selbst wenn das Unternehmen noch nicht sauber profitabel ist.

Prognose für das vierte Quartal
Für das laufende vierte Quartal rechnet TSMC mit einem Umsatz von bis zu 54,3 Milliarden Dollar und einer Bruttomarge zwischen 65 und 67 Prozent. Der rasch steigende Anteil der 2-Nanometer-Fertigung, die im vergangenen Quartal von drei auf acht Prozent zulegte, verdeutlicht das fortlaufende technologische Wachstum trotz anfangs bremsender Hochlaufkosten.