US-Präsident Donald Trump hat am Dienstagabend im nordaronischen Greenville eine Wahlkampfkundgebung abgehalten, um die republikanischen Midterm-Kandidaten im Vorfeld der Abstimmung am 3. November 2026 zu unterstützen, während parteiinterne Warnungen vor einer schweren Wahlniederlage laut werden.
Wahlkampf in Greenville und trübe Aussichten im Senatsrennen
Vor Hunderten Anhängern auf dem Gelände des Flughafens von Greenville versuchte US-Präsident Donald Trump, die schwierigen Umfrageergebnisse für den republikanischen Senatskandidaten Michael Whatley umzukehren. Whatley, ein früherer Vorsitzender des Republican National Committee, tritt an, um den Sitz des ausscheidenden Senators Thom Tillis zu verteidigen. Jüngsten Umfragen zufolge führt jedoch der frühere demokratische Gouverneur Roy Cooper deutlich mit 54 zu 40 Prozent unter wahrscheinlichen Wählern, während fünf Prozent unentschieden sind. Die nationale Parteiführung hat auf diese Entwicklung bereits reagiert: Der der Partei nahestehende Super-PAC Senate Leadership Fund
zog Anfang Oktober geplante Werbegelder für North Carolina ab, nachdem er zuvor rund 32 Millionen US-Dollar in den Bundesstaat investiert hatte.
Trumps eigene Zustimmungswerte sind im Zuge des Iran-Konflikts gesunken. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage missbilligen 68 Prozent der US-Bürger seine Wirtschaftspolitik. Bei der Briefwahl und vorzeitigen Stimmabgabe in North Carolina haben Demokraten bislang doppelt so viele Stimmzettel abgegeben wie Republikaner.
Interne Kritik vom scheidenden Senator Thom Tillis
Der scheidende republikanische Senator Thom Tillis, der sich nach Meinungsverschiedenheiten über Steuer- und Verteidigungspolitik von Trump distanziert hatte, übte scharfe Kritik an der Strategie seiner Partei. In einem Interview mit Politico bezeichnete er die Aussichten der Republikaner als einen Zugunfall und warnte vor einer heftigen Quittung der Wähler. Tillis merkte an, dass Whatleys stark parteigebundene Biografie es schwer mache, unabhängige Wähler anzusprechen. Zudem kritisierte er, dass Trump von Beratern wie Verteidigungssekretär Pete Hegseth und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy schlecht beraten werde.
“I promised that I’d come back to Western North Carolina to help the people of the state. We'll be at your side through every step of the rebuilding, and no American is going to be left behind.” –President Trump pic.twitter.com/uEUU39IMMS
Thom Tillis sagte über Donald Trump laut Newsweek: Er wird einfach so sein, wie er ist.
Kandidaten im Schatten des Wahlkampfs und finanzielle Dimensionen
Neben Whatley holte Trump weitere gefährdete Kandidaten auf die Bühne. Laurie Buckhout, die im ländlichen Osten des Bundesstaates gegen den demokratischen Repräsentanten Don Davis antritt, profitiert von einem der teuersten Rennen des Landes. Seit dem 1. September flossen laut einer Reuters-Analyse 21 Millionen US-Dollar an Spendengeldern in dieses Mandat. Im gebirgigen Westen des Staates, wo Jennifer Balkcom gegen den demokratischen Landwirt Jamie Ager antritt, gaben externe Gruppen 14,5 Millionen US-Dollar aus.

Während seiner fast zweistündigen Rede verteidigte Trump seine Bilanz, ging auf Kriminalitätsfragen ein und kündigte an, dass das Verteidigungsministerium 1,5 Milliarden US-Dollar in die heimische Halbleiterproduktion investieren werde. Zugleich wiederholte er sein Versprechen, erwachsenen US-Bürgern jeweils 5.000 US-Dollar auszuzahlen, falls die Republikaner die Mehrheit im Kongress behaupten (Reuters, Winnipeg Free Press).
Zusätzliche Hintergründe zum Wahlkampfgeschehen in North Carolina
Präsident Trump reiste gemeinsam mit der NASCAR-Legende Richard Petty nach Greenville, um den Auftritt des ehemaligen Vorsitzenden des Republikanischen Nationalkomitees zu unterstützen. Der Präsident erklärte vor der Menschenmenge auf dem Flughafengelände, dass seine persönliche Ermutigung Whatley überhaupt erst zu diesem Schritt bewogen habe. Die Veranstaltung wurde mehrfach von Demonstranten unterbrochen, wobei eine Person laut rief, dass Benzin zu teuer sei, woraufhin Unterstützer im Publikum „USA“-Rufe anstimmten.

Der Wahlkampf in dem umkämpften Bundesstaat ist Teil einer landesweiten Serie von Auftritten, bei denen Trump beträchtliche Strecken zurücklegte, um die Partei vor dem Urteil der Wähler am 3. November zu stärken. Während Trump bei seiner Rede in Greenville vor allem das Thema Kriminalität in den Vordergrund stellte und dem früheren Gouverneur Cooper Versäumnisse bei der Entlassung von Häftlingen vorwarf, sahen sich die Republikaner im Bundesstaat mit spürbaren Einschränkungen externer Wahlkampfunterstützung konfrontiert.
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