McDonald’s nimmt den McRib nach 37 Jahren dauerhafter Verfügbarkeit in Deutschland aus dem festen Standardsortiment. Der legendäre Schweinefleisch-Burger mit Barbecuesoße ist nur noch bis zum 27. Oktober 2026 regulär erhältlich, was in den sozialen Netzwerken zu Hamsterkäufen und emotionalen Abschiedsvideos führte.
Ende einer Ära im Drive-In: Wer den Klassiker mit dem geformten Schweinefleisch-Patty, den weißen Zwiebeln, Gewürzgurken und der rauchigen Barbecuesoße noch einmal essen möchte, muss sich beeilen. Ab dem 28. Oktober 2026 verschwindet der Burger aus den dauerhaften Auslagen der Restaurants, wie unter anderem das Wirtschaftsmagazin Wiwo berichtet.
Vom kulinarischen Notfall-Patty zum deutschen Dauerbrenner
Seinen Ursprung verdankt das Kult-Sandwich einer Improvisation in den frühen 1980er-Jahren. Das Patty wurde in Rippenform gepresst, um optisch an Rippchen zu erinnern, obwohl der Burger keinerlei Knochen enthält. Wie der Nachrichtensender ntv berichtet, basiert die oft erzählte Geschichte vom Hühnerfleisch-Engpass allerdings auf unbestätigten Medienberichten.
Nach 37 Jahren streicht McDonald's den McRib aus dem Menu McDonald's streicht den legendären McRib nach Jahrzehnten von der Karte. Alles zum Aus des Kult-Burgers. https://t.co/QKy9sKQFpn
— https://x.com/News_Finanzen_/status/2110097939834057176
Während der McRib in den USA 1981 debütierte, nach kurzer Zeit wieder aus dem Sortiment flog und fortan nur noch unregelmäßig als befristete Aktionsware zurückkehrte, nahm er in Deutschland eine Sonderrolle ein. Die Wiwo merkt an, dass der Burger hierzulande ununterbrochen auf der Karte stand, seit Helmut Kohl das Kanzleramt innehatte; konkret ist er seit dem Jahr des Mauerfalls 1989 in Deutschland erhältlich. Knapp 1.400 Restaurants und rund 1,9 Millionen Gäste am Tag bildeten jahrelang die deutsche Bühne für den Fast-Food-Klassiker. Aus der Presseerfahrung in Luxemburg veröffentlichte zudem das Luxemburger Wort einen Nachruf mit dem Titel „Mit dem McRib verschwindet ein Stück Luxemburger Burger-Geschichte“, während der Spiegel den Artikel als den „deutscheste[n] aller Burger“ bezeichnete.””
Die Gründe für das aus und der Ansturm auf die Filialen
Konkrete Verkaufszahlen oder finanzielle Auslöser nannte der Fast-Food-Konzern auf Nachfragen nicht; ob wirtschaftliche Gründe oder die Verkaufszahlen bei der Entscheidung eine Rolle spielten, ließ das Unternehmen offen. Stattdessen begründet das Unternehmen den Schritt offiziell mit der regelmäßigen Weiterentwicklung der Speisekarte. Man wolle künftig neben den klassischen Dauerbrennern verstärkt auf wechselnde Aktionsprodukte setzen. Marktbeobachter verweisen zudem auf den Konzernumbau: McDonald’s treibt den Ausbau von McCafé, Salaten, Wraps und insbesondere den Segmenten für Hähnchen und Getränke voran, während das Unternehmen laut Berichten bis 2030 seine Marktanteile bei Hähnchen und Getränken um je 1,5 Prozentpunkte steigern will.

Die Ankündigung löste in ganz Deutschland einen spürbaren Ansturm aus. DerWesten berichtet, dass Filialen im Ruhrgebiet bereits Tage vor dem offiziellen Fristende praktisch über Nacht leergekauft waren. Auf Plattformen wie TikTok dokumentieren Fans Hamsterkäufe, lagern Vorräte im Gefrierschrank ein oder inszenieren dramatische Abschiedsvideos.
Ersatzprodukte, Popkultur und ein endgültiges Abschiedsdatum
Komplett schattenhaft verlässt das Schweinefleisch den Konzern indes nicht. Parallel zum Abschied des Originals bietet McDonald’s zeitlich befristet den McRib Sweet Heat mit einer süß-scharfen Chilisauce sowie zum Start über die App mit einem Aktionspreis von 2,99 Euro an, während parallel für einige Wochen der McFarmer als Aktionsartikel in die Restaurants kommt. Ob der klassische McRib jemals als befristete Aktion zurückkehrt, ließ die Kette offen, schloss ein Wiedersehen in der Zukunft jedoch nicht gänzlich aus – ein McDonald’s-Sprecher betonte, dass eine zeitweise Rückkehr zu einem späteren Zeitpunkt möglich sei und das Verlassen der Standardkarte nicht zwingend das Aus für immer bedeute.

Der Burger hinterlässt auch Spuren in der Popkultur. Der Rolling Stone erinnert daran, dass das Sandwich über die Jahre als Song-Inspiration diente – von US-Rapper Pusha T, der den Burger 2022 mit dem Track „Rib Roast“ im Auftrag von Arby’s attackierte, bis hin zu einer offiziellen Weihnachtsmusik-Kampagne, die McDonald’s Ende 2024 unter dem Titel „It Could Only Mean One Thing (McRib Is Here)selbst veröffentlichte. Letztmalig regulär bestellen lässt sich der Klassiker in Deutschland am Dienstag, den 27. Oktober 2026.
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Auch in der Fan-Community hinterlässt das Aus kreative Spuren: Alan Klein entwickelte bereits im Jahr 2009 den McRib-Locator als Website für gemeldete Verkaufsstellen, während Xanthe Pajarillo im Jahr 2015 nach fehlender Verfügbarkeit in Santa Clarita sogar vor dem Stadtrat protestierte und einen McRib-Blues aufnahm.
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