Österreicher greifen im Alltag unterschiedlich zu Bargeld, Karten und digitalen Geräten. Laut einer INTEGRAL-Studie für PSA Payment Services Austria bezahlen 65 Prozent mehrmals pro Woche bar. Während kleine Beträge bis 20 Euro bevorzugt bar beglichen werden, dominiert bei Summen über 100 Euro die Karte. Die Befragten fordern vor allem hohe Sicherheitsstandards.
Im alltäglichen Zahlungsverkehr setzen die Österreicherinnen und Österreicher auf einen Mix aus traditionellen und digitalen Zahlungsmitteln. Eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts INTEGRAL zeigt klare Präferenzen, die sich vor allem nach der Höhe des Einkaufsbetrags richten.
Bargeld dominiert bei kleinen Beträgen
Die Untersuchung wurde im Auftrag von PSA Payment Services Austria durchgeführt und basiert auf Befragungen von 1.400 Personen ab 18 Jahren in Österreich zwischen dem 14. und 26. August 2026. Davon wurden 1.232 Interviews online und 168 telefonisch geführt, um auch Personen zu erreichen, die das Internet selten oder gar nicht nutzen.
Die Ergebnisse machen deutlich, wie stark das Zahlungsverhalten von der jeweiligen Situation abhängt. Insgesamt bezahlen 65 Prozent der Befragten mehrmals pro Woche bar. Regelmäßig zur Bankomatkarte greifen 52 Prozent mehrmals wöchentlich, während 24 Prozent Smartphone oder Smartwatch nutzen. Besonders stark zeigt sich die Trennlinie beim Einkaufsbetrag:.
- Bei Einkäufen bis 20 Euro bevorzugen 65 Prozent der Befragten das Bargeld.
- Bei Beträgen von über 100 Euro zahlen hingegen 69 Prozent lieber mit Karte oder mobilen Geräten.
INTEGRAL-Geschäftsführer Martin Mayr erklärt zu diesen Gewohnheiten: Die Studie zeigt, dass die Österreicherinnen und Österreicher beim Bezahlen durchaus unterschiedliche Präferenzen haben. Je nach Betrag und Einkaufssituation greifen sie zu Bargeld, Karte oder digitalen Zahlungsmitteln.
Sicherheit und Hausbank stehen für die Mehrheit an erster Stelle
Unabhängig von der Wahl des Zahlungsmittels legen die Befragten großen Wert auf bestimmte Rahmenbedingungen. Für jeweils 93 Prozent sind der Schutz persönlicher Zahlungsdaten sowie die Rückerstattung des Geldes im Betrugsfall sehr oder eher wichtig. Eine einfache Bedienung fordern 88 Prozent, und 86 Prozent wünschen sich bei Problemen ihre Hausbank als Ansprechpartnerin.
Martin Mayr fasst die Anforderungen zusammen: Bei den Anforderungen an künftige Bezahllösungen herrscht hingegen große Einigkeit: Sicherheit, einfache Handhabung und vertraute Ansprechpartner haben für die überwiegende Mehrheit oberste Priorität.
Wünsche an den digitalen Euro und die Politik
Auch bezüglich der Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrs gibt es klare Vorstellungen. 81 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass für den geplanten digitalen Euro der Europäischen Zentralbank und private europäische Bezahllösungen dieselben Wettbewerbsbedingungen gelten. Zudem bevorzugen 78 Prozent gesetzliche Rahmenbedingungen, innerhalb derer private Anbieter eigene Lösungen entwickeln können. Lediglich 16 Prozent möchten, dass die Politik sämtliche Einzelheiten selbst festlegt.
Europa braucht neben dem digitalen Euro starke privatwirtschaftliche, über den Euro-Raum hinaus wettbewerbsfähige, europäische Zahlungslösungen. Wichtig für deren Entwicklung ist, dass faire Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit unterschiedliche europäische Lösungen ihre Stärken ausspielen, wachsen und sich im Wettbewerb durchsetzen können.
Harald Flatscher, PSA-Co-Geschäftsführer
Vor diesem Hintergrund wünschen sich 67 Prozent der Befragten, dass sich die österreichische Bundesregierung in Brüssel aktiv für österreichische Interessen im Zahlungsverkehr einsetzt. PSA-Co-Geschäftsführer Harald Flatscher verweist dabei auf die europäische Luftfahrtindustrie, die mit Airbus einen erfolgreichen Konkurrenten aufgebaut hat, und fordert eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft, um die Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsanbietern zu verringern.