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Welt

Trump sieht Iran-Konflikt als Grund für Wahlniederlage der Republikaner

Nach der Niederlage der Republikaner bei den US-Kongresswahlen am Dienstag steht Präsident Donald Trump vor einer erschwerten politischen Lage, da die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat erobert haben.

Präsident Trump räumte am Mittwoch im Weißen Haus ein, dass der Krieg mit dem Iran die Wahlniederlage der Republikaner beeinflusst habe. Er stimmte damit der Analyse von Vizepräsident JD Vance zu, dass der Krieg mit dem Iran eine Ursache für die Wahlniederlage war, betonte jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit militärischer Maßnahmen, um zu verhindern, dass der Iran über Atomwaffen verfügt. Laut Trump wies er zudem die Möglichkeit zurück, Verteidigungsminister Pete Hegseth zu ersetzen, und bezeichnete dessen Arbeit als gut. Hegseth ist seit Januar 2025 im Amt. Während die Demokraten Hegseth als primäres Ziel nennen, um die Trump-Regierung für ihre Verteidigungspolitik und den Iran-Krieg zur Rechenschaft zu ziehen, hält Trump an seinem Verteidigungsminister fest.

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In Teheran wurde das Wahlergebnis von hochrangigen Politikern teils positiv bewertet. Der Parlamentspräsident Mohammad Baker Ghalibaf erklärte auf der Plattform X, er begrüße es, dass die amerikanischen Wähler Nein zum Krieg gesagt hätten. DiePresse.com berichtet zudem, dass staatliche Medien das Ergebnis als direkte Folge von Trumps Vorgehen gegen den Iran feierten. Der Justizchef Gholem-Hossein Mohsein-Ejei kommentierte, Trump habe sowohl im Krieg als auch in der Politik versagt. Der Regierungsberater Mohammad Marandi sagte voraus: Die nächste Phase des Krieges wird zu Trumps Sturz führen.

Zwischenwahlen in den USA

Die iranische Botschaft in Indien kommentierte die Niederlage der Republikaner am Mittwoch mit einem KI-generierten Video, das zeigt, wie vier Sicherheitsbeamte den schlafenden Donald Trump aus dem Weißen Haus tragen und in einen Müllwagen mit der Aufschrift „Giftmüll“ werfen. Auch der Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei äußerte sich kritisch und erklärte, der Iran werde dem US-Präsidenten weitere Niederlagen bereiten, wobei er betonte, dass Hochmut vor dem Fall komme. Regimechef Mojtaba Khamenei bezeichnete den 4. November als Tag des Kampfes gegen die globale Arroganz und als Meilenstein in der Konfrontation zwischen Wahrheit und Lüge.

Trump sieht Iran-Konflikt als Grund für Wahlniederlage der Republikaner
Foto: stuttgarter-nachrichten.de

Für iranische Hardliner ist der 4. November ein bedeutender Jahrestag, da an diesem Tag im Jahr 1979 die US-Botschaft in Teheran gestürmt wurde und Amerikaner als Geiseln genommen wurden. Trotz der Wahlniederlage bleibt die Lage angespannt. Die Financial Times berichtete zudem, dass Trump in der Wahlnacht erklärte, er plane keinen baldigen Angriff auf den Iran.

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Die gestiegenen Spritpreise spielten bei der Wahl eine entscheidende Rolle. Die gestiegenen Spritpreise infolge des von Trump angezettelten Iran-Kriegs galten als entscheidender Faktor für die Niederlage der Republikaner, da sie die Lebenshaltungskosten der Amerikaner belasteten.

class=wp-block-heading>Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und den Handel

Trump sieht Iran-Konflikt als Grund für Wahlniederlage der Republikaner
Foto: diepresse.com

USA, EU, Deutschland

Die neue parlamentarische Mehrheit schränkt die Möglichkeiten der Trump-Regierung ein, die US-Wirtschaft durch Konjunkturprogramme anzukurbeln. Im Bereich der Handelspolitik wird keine sofortige Kehrtwende erwartet. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) stellt fest, dass der Präsident sich künftig verstärkt auf Verordnungen stützen könnte, wodurch Zölle und Handelskonflikte wieder stärker in den Vordergrund rücken könnten. Das IW schreibt zudem, dass deutsche Unternehmen damit rechnen sollten, dass die aktuelle Richtung der Wirtschafts- und Zollpolitik mindestens bis Januar 2029 bestehen bleibt.

Zwar sind die Demokraten tendenziell stärker an internationaler Zusammenarbeit interessiert als Trump, doch selbst mit der Mehrheit der Demokraten im Senat und im Repräsentantenhaus müsste ein Veto Trumps durch eine Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern überstimmt werden, was als äußerst schwierig gilt. Experten wie Thomas Gitzel, Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, glauben zudem, dass sich Trump mit den schwierigen Mehrheitsverhältnissen zu Hause verstärkt auf die Außenpolitik konzentrieren könnte.

class=wp-block-heading>Finanzmärkte und digitale Vermögenswerte

An den Märkten kam es unmittelbar nach der Wahl zu leichten Verlusten, insbesondere bei Tech-Aktien. Die Landesbank LBBW erwartet infolge der geringeren Spielräume für die Republikaner beim Haushalt einen schwächeren Dollar und sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen. In der Folge stieg der Euro am Mittwoch auf fast 1,13 Dollar, was den höchsten Stand seit Anfang Oktober darstellt. Mit der Dollarschwäche kletterte der Goldpreis über die Marke von 4.000 Dollar pro Feinunze, da das Edelmetall in der Regel in Dollar gehandelt wird und eine schwache Dollar-Währung die Nachfrage stärkt. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht im Sieg der Demokraten eine positive Botschaft, auch in Bezug auf die Geldpolitik.

Trump admits impact of Iran war and oil price hike, but dismisses defense secretary replacement
Foto: news.jkn.co.kr

Historisch betrachtet war der Ausgang der Wahlen für die Aktienmärkte weniger entscheidend als die genaue Sitzverteilung. In den vergangenen 75 Jahren gab es in den 100 Tagen nach den Midterms stets ein kräftiges Plus, wobei der S&P 500 im Durchschnitt um 10 Prozent zulegte. Im Bereich der Kryptowährungen blieb ein massiver Kursrutsch aus. Während der Bitcoin nach den ersten Hochrechnungen unter 76.000 Dollar fiel, stieg er wieder in Richtung der 78.000-Dollar-Marke. Der Ausgang der Wahl war an den Finanzmärkten keine Überraschung mehr.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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