Präsident Donald Trump erwägt staatliche Beteiligungen an führenden KI-Unternehmen, wobei OpenAI-Chef Sam Altman bereits seit 2025 mit dem Weißen Haus verhandelt. Ziel ist ein potenzieller „Öffentlicher Wohlfahrtsfonds“, der Bürgern eine Beteiligung am wirtschaftlichen Aufstieg der KI ermöglichen soll, während die Regierung die nationale Sicherheit durch beschleunigte KI-Integration stärkt.
OpenAI und der Plan für einen „Öffentlichen Wohlfahrtsfonds“
Die Gespräche zwischen dem Weißen Haus und OpenAI-Chef Sam Altman über eine mögliche staatliche Beteiligung an dem Unternehmen dauern bereits seit über einem Jahr an. Wie CNBC bestätigte, brachte Altman die Idee bereits im Jahr 2025 in die Trump-Administration ein. Im Zentrum dieser Verhandlungen steht ein Modell, bei dem OpenAI Eigenkapital an die US-Regierung spenden könnte, um einen sogenannten „Öffentlichen Wohlfahrtsfonds“ zu gründen.
Dieser Fonds, der in einem politischen Vorschlag aus dem April skizziert wurde, soll eine neue Form der demokratisierten Vermögensbildung darstellen. Die Idee ist, dass der Staat durch diesen Mechanismus die Gewinne aus dem KI-Boom nicht nur in den Händen weniger Tech-Giganten belässt, sondern sie breiter streut.
OpenAI-Vorschlag, via CNBCDurch diesen Ansatz könnten US-Bürger direkt an den Renditen des Fonds partizipieren und somit am wirtschaftlichen Aufstieg der künstlichen Intelligenz teilhaben. Offizielle Investitionsbedingungen wurden bislang nicht festgelegt, und die Details bleiben veränderbar.
Trumps Strategie: Die Öffentlichkeit als Partner
Präsident Trump signalisierte am Freitag an Bord der Air Force One, dass er offen für Modelle ist, die die traditionelle Trennung zwischen Staat und Privatwirtschaft im Tech-Sektor aufweichen. Laut einem Bericht der Washington Post erwägt der Präsident aktiv staatliche Anteile an führenden KI-Firmen, um die nationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Trump kündigte an, in sehr naher Zukunft weitere Treffen mit KI-Unternehmen abzuhalten. Diese Strategie markiert einen deutlichen Bruch mit der bisherigen US-Tradition, amerikanische Firmen vor staatlichen Interventionen zu schützen. Es ist ein Schritt hin zu einem Modell, das eher an staatlich gelenkten Kapitalismus erinnert, um die Dominanz der USA in der KI-Entwicklung zu zementieren.
Ein Muster staatlicher Interventionen: Von Intel bis IBM
Die Überlegungen bezüglich OpenAI stehen nicht isoliert da, sondern sind Teil einer umfassenderen wirtschaftspolitischen Neuausrichtung. Bereits im Februar unterzeichnete Trump eine Exekutivanordnung zur Einrichtung eines staatlichen Staatsfonds (Sovereign Wealth Fund). In seiner zweiten Amtszeit hat die Administration bereits Beteiligungen an Unternehmen wie Intel und International Business Machines (IBM) sowie an Firmen in den Bereichen Quantencomputing und kritische Mineralien erworben.
Die politische Tragweite dieses Vorhabens reicht über die Parteigrenzen hinaus. So bestätigte Senator Bernie Sanders (I-Vt.) gegenüber CNBC, dass er das Konzept eines Staatsfonds bei einem Treffen mit Sam Altman am vergangenen Mittwoch erörtert hat. Dass sowohl die Trump-Administration als auch progressive Stimmen wie Sanders über staatliche Fonds diskutieren, unterstreicht die systemische Bedeutung der KI-Infrastruktur.
Die finanziellen Dimensionen sind gewaltig. Private Investoren bewerten OpenAI derzeit mit mehr als 850 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen bereitet zudem einen Börsengang (IPO) vor, der noch in diesem Jahr erfolgen könnte, nachdem es im März eine Rekord-Finanzierungsrunde abschloss, die unter anderem von MGX, einem vom Staatsfonds Abu Dhabis gestützten Investor, angeführt wurde.
Sicherheitsprioritäten und der Zugriff auf KI-Modelle
Parallel zu den finanziellen Beteiligungen verschärft die Regierung den Druck auf KI-Unternehmen, ihre Technologie in den Dienst der nationalen Sicherheit zu stellen. Trump unterzeichnete am Freitag eine Richtlinie, die nationale Sicherheitsorganisationen anweist, die Adoption von KI massiv zu beschleunigen.

„die KI-Adaption beschleunigen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden“ und schnellstmöglich „die fortschrittlichsten KI-Modelle verschiedener Anbieter“ zu integrieren.
Präsidentielle Richtlinie, via CNBCDiese Anweisung folgt unmittelbar auf eine weitere Exekutivanordnung, die KI-Unternehmen auffordert, der Regierung freiwillig Zugriff auf ihre Modelle zu gewähren – und zwar bis zu 30 Tage vor deren offizieller Veröffentlichung. Obwohl diese Anordnung wenig spezifische Details enthält, haben Führungskräfte führender KI-Firmen, darunter Sam Altman, ihre Unterstützung in den sozialen Medien zum Ausdruck gebracht.
Für die Branche bedeutet dies eine neue Ära der Abhängigkeit vom Staat. Während die Aussicht auf staatliche Partnerschaften und die Integration in nationale Sicherheitsstrukturen die Marktposition von Firmen wie OpenAI festigen kann, wächst gleichzeitig die regulatorische und politische Kontrolle über die Entwicklung der Algorithmen. Die USA setzen hierbei auf eine Symbiose aus privater Innovation und staatlicher Steuerung, um den globalen Wettlauf um die KI-Vorherrschaft zu gewinnen.