In einer am 29. September erlassenen Executive Order hat US-Präsident Donald Trump erklärt, dass sich die Menschheit in einer neuen Ära der Superintelligenz befindet. Das Dekret stuft den Begriff künstliche Intelligenz als veraltet ein und weist Bundesbehörden an, stattdessen die Bezeichnungen Super Intelligence und SI zu verwenden.
Warum der US-Präsident den Begriff künstliche Intelligenz verbietet
Das am 29. September von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Dokument begründet die sprachliche Neuausrichtung damit, dass heutige Frontier-Systeme weit mehr leisten als nur einzelne Aspekte menschlicher Intelligenz zu imitieren oder zu automatisieren. Laut der offiziellen Anordnung sollen sämtliche Bundesbehörden konsequent die Begriffe Super Intelligence
und die Abkürzung SI
anstelle von artificial intelligence
und AI
nutzen.
Wie Technologie-Vorstände und die Forschung auf die Umbenennung reagieren
Die Verordnung spaltet die Tech-Branche und ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Der Milliardär und Unternehmer Elon Musk begrüßte den Vorstoss auf der Plattform X mit den Worten No more AI. SI. It’s better,
und kündigte an, dass sein Unternehmen SpaceXAI den Namen in SpaceXSI ändern wird. OpenAI-Chef Sam Altman behält dagegen die bisherige Bezeichnung bei und nutzt weiterhin den Begriff AI in seinen Beiträgen.
In der Wissenschaft stösst die Verordnung derweil auf Skepsis. Forscherinnen wie Melanie Mitchell vom Santa Fe Institute in New Mexico betonen, dass Begriffe wie Superintelligenz keinen festen, wissenschaftlich harten Kern besitzen. Die Forscherin hält fest: None of this has rigorous meaning. People can use these terms to mean what they want,
da selbst die Grundlagen menschlicher Intelligenz bislang nicht abschliessend definiert sind.
Welche historischen Wurzeln der Begriff Superintelligenz besitzt
Der von der Regierung neu belebte Ausdruck entstammt keineswegs jüngsten Regierungsdokumenten, sondern wird in der Forschung seit Jahren für hypothetische, hochentwickelte Technologien verwendet. Massgeblich geprägt wurde das Wort durch das 2014 erschienene Buch des Philosophen Nick Bostrom mit dem Titel Superintelligence. Bostrom definierte den Begriff als any intellect that greatly exceeds the cognitive performance of humans in virtually all domains of interest
.

Eine Petition von KI-Forschern aus dem Jahr 2025, die ein Entwicklungsbremsen für solche Systeme forderte, beschrieb den Begriff ähnlich als ein System, that can significantly outperform all humans on essentially all cognitive tasks
. Trumps Anordnung definiert die neue Super Intelligence
schliesslich als the technologies and systems encompassed by the term ‘artificial intelligence’
.
Welche Motive hinter dem Rebranding der Technologie stecken
Beobachter bewerten den Schritt als Versuch der politischen Einflussnahme auf die öffentliche Meinung. Darrell West, der am Brookings Institution in Washington DC zu Richtlinien rund um Künstliche Intelligenz forscht, sieht darin ein gezieltes Manöver zur Stimmungsaufhellung. Eine im Vormonat erhobene US-Umfrage zeigte, dass rund 8 von 10 Befragten besorgt über das rasche Tempo der Entwicklung sind, während fast 9 von 10 Menschen grössere Sorgen als Begeisterung äussern.
Trump selbst hat Vorwarnungen und Forderungen nach strengerer Regulierung von Technologie-Anführern mehrfach zurückgewiesen und entsprechende Warnungen auf Social Media als HOAX
bezeichnet. The hope is that changing the name improves public acceptance of the technology
so dass die Revolution weitergehen könne, analysiert Darrell West. Gleichzeitig schränkt der Experte ein: But I think that is fanciful thinking.
Ein sprachlicher Blick auf den US-Präsidenten
Der von Stefan Gubser beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) als Kulturredaktor tätige Beobachter ordnet Trumps linguistische Eingriffe in einer Glosse ein. Wenn der US-Präsident über Plattformen wie Truth Social diktiert, wer zu seinen Feinden zählt, bewege sich dies in einem eigens geschaffenen Universum, in dem jede Massnahme ein welthistorisches Ereignis darstellt. In diesem Rahmen agieren Figuren wie Mel Gibson, Jon Voight oder Sylvester Stallone als eine Art persönliche Entourage. Sylvester Stallone hat indes mehrfach deutlich gemacht, dass er von einer solchen Rolle nichts wissen will.
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