Guinea-Bissau bestreitet, eine umstrittene klinische Studie zur Hepatitis-B-Impfung von Neugeborenen genehmigt zu haben, nachdem eine dänische Universität zuvor grünes Licht für das mit 1,6 Millionen US-Dollar von den USA finanzierte Projekt gegeben hatte. Der von der US-Regierung unterstützte und heftig kritisierte Versuch sieht vor, die Hälfte der 14.000 beteiligten Säuglinge in den ersten sechs Wochen nach der Geburt nicht zu impfen.
Dänische Universitätsleitung genehmigt revidiertes Studienprotokoll
Die Universität im dänischen Süden hat die Freigabe für das umstrittene Vorhaben erteilt. Die Entscheidung stütze sich auf eine unabhängige ethische Bewertung durch das hochschuleigene Gremium, nachdem der Entwurf im Sommer bereits von einer zuständigen Kommission in Guinea-Bissau ein positives Votum erhalten haben soll.
Hintergrund der Initiative ist eine finanzielle Zusage der US-Zentren für Seuchenkontrolle und Prävention. Geleitet werden soll das Projekt von den dänischen Forschern Christine Stabell Benn und Peter Aaby vom Bandim Health Project.

Regierung in Guinea-Bissau dementiert jegliche Freigabe
Wenige Tage nach der dänischen Bekanntgabe trat die politische Realität in Westafrika deutlich zutage. Der Gesundheitsminister des Landes, Quinhin Nantote, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Regierung die Tests unter den präsentierten Bedingungen niemals autorisiert habe. Der Außenminister des Landes betonte bereits im Februar, dass ein solches Vorhaben nicht stattfinden werde.
Professor Jakob Grauslund, Dekan der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Süddänemark, erklärte: „Die endgültige staatliche Genehmigung in Guinea-Bissau wurde bislang jedoch noch nicht erteilt, und die Studie kann erst beginnen, wenn die erforderliche nationale Genehmigung vorliegt.
Internationale Kritik und ethische Bedenken
Das Studiendesign sieht vor, dass von den 14.000 teilnehmenden Neugeborenen in Guinea-Bissau die eine Hälfte direkt nach der Geburt eine Hepatitis-B-Impfung erhält, während die andere Hälfte entsprechend der nationalen Praxis erst im Alter von sechs Wochen geimpft wird.
Kritiker wie die Non-Profit-Organisation Stand Up for Science verurteilen das Vorgehen scharf. Die Gründerin und Geschäftsführerin Dr. Colette Delawalla bezeichnete das Projekt in einer Erklärung als einen groben Menschenrechtsverstoß. Die Organisation mobilisierte im März im Rahmen eines nationalen Aktionstages zahlreiche Menschen weltweit. Die WHO betonte ihrerseits, dass begrenzte Ressourcen kein Argument dafür sein dürften, den Zugang zu bewährten medizinischen Leistungen einzuschränken.

Für eine fundierte Einordnung wird Ratsuchenden und Betroffenen empfohlen, sich an qualifizierte medizinische Fachkräfte, Kinderärzte oder zuständige Gesundheitseinrichtungen zu wenden, um offene Fragen zur Erstimpfung von Neugeborenen zu besprechen.
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