Am Samstagvormittag verunglückten elf schottische Hochlandrinder in Brandenberg in Tirol tödlich, nachdem sie während eines Almauftriebs in Panik geraten waren. Die Tiere durchbrachen die Umzäunung, als die Stromzufuhr des Elektrozauns unterbrochen wurde, und stürzten in steilem, felsigem Gelände in die Tiefe.
Der Almauftrieb ist ein traditioneller und essenzieller Bestandteil der alpinen Landwirtschaft. Er bezeichnet den saisonalen Prozess, bei dem das Vieh von den Winterweiden im Tal auf die höher gelegenen Sommerweiden, die Almen, getrieben wird. Dieser Vorgang ist entscheidend für die Bewirtschaftung der Bergregionen und die Nutzung der saisonalen Grasflächen, erfordert jedoch eine präzise Koordination, um die Tiere sicher durch das teils schwierige Gelände zu führen.
Der fatale Moment beim Abschalten des Elektrozauns
Ein geplanter Almauftrieb entwickelte sich am Vormittag des vergangenen Samstags zu einer Katastrophe für einen 38-jährigen Landwirt. Gegen 10 Uhr befanden sich die elf schottischen Hochlandrinder noch auf der umzäunten Weide eines landwirtschaftlichen Anwesens. Der geplante Transport der Tiere auf die Alm sollte mit einem Traktor und einem Anhänger erfolgen.

Die Situation eskalierte unmittelbar, als die Stromzufuhr des elektrischen Weidezauns abgeschaltet wurde. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, ergriffen die Tiere in diesem Moment ohne ersichtlichen Grund eine panische Flucht. Die Herde durchbrach die Umzäunung und geriet in das angrenzende, extrem schwierige Gelände.

Die Dynamik des Vorfalls wirft Fragen zur Reaktion der Tiere auf die plötzliche Änderung der Zaunspannung. Schottische Hochlandrinder sind eine robuste Rasse, die aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wetterbedingungen und kargem Futter in Gebirgsregionen geschätzt wird. Sie werden häufig in der extensiven Weidewirtschaft eingesetzt. Bei der Bewirtschaftung solcher Tiere ist die Zuverlässigkeit der Umzäunung kritisch, da Elektrozaunsysteme nicht nur eine physische Barriere, sondern auch eine psychologische Grenze darstellen. Das plötzliche Unterbrechen des Stromflusses während einer Phase der Bewegung kann bei den Tieren Stress auslösen und zu unvorhersehbarem Verhalten führen.
Laut Berichten der Pnp.de reagierte die Herde laut den Angaben des Landwirts panikartig, was die anschließende Flucht in die Tiefe erst ermöglichte.
Die tragische Bilanz am Aschauerhörndl
Nachdem die Tiere die Weide verlassen hatten, begannen der Besitzer und seine Helfer eine etwa vierstündige Suche. Die Suche führte die Gruppe über das sogenannte Aschauerhörndl, wobei die Tragweite des Unglücks erst nach mehreren Stunden deutlich wurde.
Die Bergung von Nutztieren aus steilem, alpinem Gelände stellt Landwirte vor enorme logistische Herausforderungen. In den Alpen müssen Betroffene oft entscheiden, ob eine Bergung unter den gegebenen Sicherheitsbedingungen durchführbar ist. Das Entfernen von Kadavern in unwegsamem Gelände ist zudem notwendig, um die hygienischen Bedingungen auf den Weiden zu wahren und die Umgebung zu schützen.
Die Verteilung der Tiere nach dem Absturz zeigt die Heftigkeit des Vorfalls:
- Zwei Rinder wurden im Bereich eines Forstweges entdeckt.
- Die restlichen neun Tiere stürzten in eine steile, felsdurchsetzte Rinne.
- Die gesamte Herde von elf Tieren verendete infolge der Stürze.
Die neun Tiere, die in die Rinne stürzten, befanden sich auf dem Weg in Richtung der Steinberger Ache. Das Gelände in diesem Bereich gilt als äußerst steil und unwegsam, was eine Rettung der Tiere unmöglich machte.
Wirtschaftlicher Schaden und geografische Einordnung
Das Unglück hat für den betroffenen Landwirt erhebliche finanzielle Konsequenzen. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf eine Summe im unteren fünfstelligen Eurobereich. Der wirtschaftliche Verlust durch den Tod spezialisierter Rassen wie der Hochlandrinder ist signifikant, da diese Tiere oft einen höheren Wert als herkömmliche Milchviehrassen darstellen. Die Bergung der Kadaver wurde bereits eingeleitet, um die Überreste der Tiere aus dem schwierigen Gelände zu entfernen.
Die geografische Einordnung des Vorfalls weist leichte Diskrepanzen in der regionalen Berichterstattung auf. Während die lokalen Medien den Vorfall im Bezirk Kufstein verorten, führt salzburg24 das Ereignis in der Nähe der Salzburger Landesgrenze im Bereich Aschau im Zillertal (Bezirk Schwaz) an. In den Gebieten nahe der Landesgrenzen zwischen Tirol und Salzburg können die administrativen Zuordnungen je nach lokaler Wahrnehmung oder behördlicher Zuständigkeit variieren, was die geografische Einordnung in der Berichterstattung beeinflussen kann. Unabhängig von der genauen administrativen Zuordnung bleibt fest, dass die topografische Lage am Aschauerhörndl die tödliche Wirkung der Flucht maßgeblich beeinflusste.
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