Nach der Freilassung des Buckelwals „Timmy“ am 2. Mai 2026 im Skagerrak gibt es widersprüchliche Informationen über seinen Verbleib. Während die Tierärztin Kirsten Tönnies eine mögliche Sichtung auf einem Video meldete, wurde am 16. Mai ein toter Wal vor der dänischen Insel Anholt entdeckt, bei dem es sich laut Behörden vermutlich um das Tier handelt.
Fund eines toten Buckelwals vor Anholt
Die Hoffnung auf eine erfolgreiche Rückkehr des Buckelwals „Timmy“ in den freien Ozean wurde durch einen Fund vor der dänischen Insel Anholt massiv erschüttert. Wie dänische Behörden am 16. Mai 2026 meldeten, wurde ein toter Wal gesichtet, bei dem es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Tier handelt, das im Rahmen einer internationalen Rettungsaktion wieder in die Nordsee entlassen worden war. Die Umweltschutzbehörde hat bereits eine dringende Warnung ausgesprochen, während die genaue Identität des Kadavers noch abschließend geklärt werden muss.
Um Gewissheit über den Tod von „Timmy“ zu erlangen, wurde eine Gewebeprobe des Tieres entnommen. Diese soll die notwendige Klarheit schaffen, ob es sich tatsächlich um den berühmten Wal handelt. Zuvor waren die Daten des am Tier angebrachten Trackers bereits ausgeblieben, was die Ungewissheit über den Zustand des Wals verstärkt hatte. Der Biologe Robert Marc Lehmann kommentierte die Nachricht über den Fund in den sozialen Medien mit der Zahl 0,1 %
. Dies wird als Anspielung auf seine vorangegangenen Einschätzungen interpretiert, in denen er die Überlebenschancen des Tieres auf diesen minimalen Wert beziffert hatte.
Sichtungsmeldungen und Videobeweise
Unmittelbar vor der Bestätigung des Fundes gab es jedoch Meldungen, die auf ein mögliches Überleben des Wals hindeuteten. Die Tierärztin Kirsten Tönnies, Inhaberin einer Praxis in Hattersheim, äußerte sich in dem Podcast Tierisch menschlich
der Wissenschaftsautorin Katharina Adick und dem Hundeprofis Martin Rütter zu neuen Erkenntnissen. Mehrere Personen hatten Tönnies einen Filmausschnitt zugesandt, der Anzeichen für die Anwesenheit von „Timmy“ enthalten haben soll.
Tönnies erklärte, dass sie das Tier auf dem Videomaterial aufgrund spezifischer Merkmale sofort wiedererkannt habe. Ein entscheidendes Indiz sei der Zustand der Rückenflosse gewesen.
Kirsten Tönnies, Tierärztin
Zusätzlich berichtete die Tierärztin von einem komischen schwarzen Ding
auf der Finne, welches sie mit dem zuvor angebrachten Tracker in Verbindung brachte. Trotz dieser detaillierten Beobachtungen konnten die Sichtungen nicht unabhängig verifiziert werden. Kurz zuvor hatte auch der Biologe Robert Marc Lehmann die Aussage getroffen, dass der Wal noch lebe, was die Kontroverse um den Verbleib des Tieres vor dem Fund des Kadavers weiter anheizte.
Die medizinische und emotionale Bilanz der Rettung
Die gesamte Rettungsaktion war von Beginn an von hoher emotionaler Intensität geprägt. Nachdem der Wal ursprünglich vor Timmendorfer Strand gestrandet war, wurde er am 2. Mai 2026 aus einem Lastkahn im Skagerrak in die Nordsee entlassen. Die Mission, die auch unter dem Namen „Hope“ bekannt wurde, zielte darauf ab, das Tier in seinen natürlichen Lebensraum zurückzuführen.
Die Veterinärin Jenna Wallace, die eigens aus Hawaii für die Rettungsmaßnahmen eingeflogen worden war, nahm zum möglichen Ende der Mission Stellung. Für sie stellt der Fund eines toten Wals im offenen Meer – im Gegensatz zu einem Tod in den flachen, schlammigen Küstengewässern – eine Form von Abschluss dar.
Timmy ist im Meer gestorben und nicht allein im Schlamm im seichten Wasser stecken geblieben, was ein weitaus schlimmeres Schicksal gewesen wäre. Meiner Meinung nach war dies also ein Erfolg, wenn auch mit einem Ende, das keiner von uns wollte.
Jenna Wallace, Veterinärin
Während die biologischen Untersuchungen der Gewebeprobe nun die endgültige Identität klären werden, bleibt die Rettungsaktion als ein Projekt in Erinnerung, das trotz der tragischen Wendung durch die intensive medizinische Betreuung und die Freilassung in tieferes Gewässer geprägt war. Die kommenden Ergebnisse der dänischen Behörden werden darüber entscheiden, ob die Spekulationen über eine mögliche Sichtung oder der Fund des Kadavers die endgültige Wahrheit über das Schicksal von „Timmy“ darstellen.