Hunderte britische Schulen planen Schließungen aufgrund von roten Hitzewarnungen, wie die BBC berichtet. In Wisley, England, stieg die Temperatur auf 34,6 Grad Celsius, während Schottland und Nordirland ihre heißesten Tage des Jahres verzeichneten. Diese Entwicklungen fallen in eine Zeit, in der die Sommer im Vereinigten Königreich zunehmend heißer werden.
Welche Temperaturwerte wurden in Großbritannien erreicht?
In Wisley, England, wurde eine Temperatur von 34,6 Grad Celsius gemessen, berichtet die BBC. Parallel dazu verzeichneten Schottland und Nordirland ihre jeweils heißesten Tage des aktuellen Jahres. Diese Hitze führte dazu, dass hunderte Schulen Schließungen in Erwägung ziehen, um auf die ausgegebenen roten Hitzewarnungen zu reagieren.
Die roten Warnungen werden vom Met Office, dem nationalen Wetterdienst des Vereinigten Königreichs, herausgegeben. Eine rote Warnung ist die höchste Stufe des Warnsystems und signalisiert, dass extremes Wetter zu einer Gefahr für Leib und Leben führen kann. In solchen Fällen werden Behörden und Institutionen aufgefordert, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um Risiken zu minimieren.
Die Entscheidung über Schulschließungen liegt in Großbritannien häufig im Ermessen der jeweiligen Schulleitungen. Da viele britische Schulgebäude historisch bedingt nicht über moderne Klimaanlagen oder ausreichende Belüftungssysteme verfügen, können die Innentemperaturen in den Klassenzimmern schnell ein Niveau erreichen, das gesundheitsgefährdend ist oder ein konzentriertes Lernen unmöglich macht. Die Schließungen dienen somit dem Gesundheitsschutz der Schüler und des Lehrpersonals.
Wie entwickeln sich die Sommertemperaturen langfristig?
Die aktuellen Wetterereignisse stehen im Kontext eines langfristigen Trends. Laut einem Bericht der BBC sind Teile des Vereinigten Königreichs darauf vorbereitet, in den nächsten zwei Jahrzehnten 40C summers regularly
(regelmäßige 40-Grad-Sommer) zu erleben.

Dieser Trend ist eine Fortsetzung einer Entwicklung, die bereits in den letzten Jahren sichtbar wurde. Im Juli 2022 verzeichnete das Vereinigte Königreich zum ersten Mal in seiner Messgeschichte eine Temperatur von über 40 Grad Celsius, wobei der Rekordwert von 40,3 Grad Celsius in Coniston, Cumbria, gemessen wurde. Solche Extremwerte waren zuvor untypisch für die geografische Lage des Landes und unterstreichen die Verschiebung der klimatischen Bedingungen in Nordeuropa.
Klimatologen weisen darauf hin, dass die Erwärmung in dieser Region oft schneller voranschreitet als im globalen Durchschnitt. Dies führt dazu, dass die Infrastruktur, die primär auf die Bewältigung von Kälte und Feuchtigkeit ausgelegt ist, zunehmend an ihre Grenzen stößt, wenn es um den Schutz vor extremer Hitze geht.
Warum stagniert die Installation von Wärmepumpen?
Trotz der steigenden Temperaturen gibt es politische Hürden bei der Anpassung der Infrastruktur. Ein Klima-Watchdog warnt, dass das Wachstum bei den Verkäufen von Wärmepumpen signifikant nachgelassen hat. Als Ursache nennt die BBC die Kürzung eines kritischen staatlichen Zuschussprogramms.
Wärmepumpen gelten als zentrale Technologie für die Erreichung der britischen Net-Zero-Ziele bis 2050, da sie fossile Brennstoffe wie Erdgas in privaten Haushalten ersetzen sollen. Sie funktionieren, indem sie Wärme aus der Außenluft oder dem Boden entziehen und diese in das Heizsystem des Hauses leiten. Da das Vereinigte Königreich eine sehr hohe Dichte an Gasheizungen aufweist, ist der Übergang zu elektrischen Systemen eine massive infrastrukturelle Herausforderung.
Staatliche Förderprogramme, wie das Boiler Upgrade Scheme, sollen die hohen Anschaffungskosten für Hausbesitzer senken. Wenn diese Zuschüsse gekürzt werden oder die bürokratischen Hürden für den Erhalt steigen, sinkt die Bereitschaft der Verbraucher, in die teure Technologie zu investieren. Der Klima-Watchdog betont, dass ohne eine kontinuierliche und verlässliche finanzielle Unterstützung das Tempo der Dekarbonisierung des Wärmeektors nicht ausreichen wird, um die nationalen Klimaziele zu erreichen.
Welche Regionen sind von den Hitzewellen betroffen?
Die Wetterextreme betreffen die verschiedenen Länder des Vereinigten Königreichs, das laut Wikipedia aus England, Schottland, Wales und Nordirland besteht. Während England den größten Teil der Fläche und der Bevölkerung einnimmt, zeigen die Daten der BBC, dass die Hitzewellen landesweit spürbar sind, insbesondere durch die Rekordwerte in Schottland und Nordirland.
Die Auswirkungen variieren je nach Topografie und Urbanisierungsgrad. In städtischen Gebieten wie London verstärkt der sogenannte urbane Hitzeinseleffekt die Temperaturen, da Beton und Asphalt die Wärme speichern und nachts langsamer abgeben als ländliche Regionen. In Schottland und Nordirland, wo die Temperaturen historisch niedriger liegen, führen bereits moderate Anstiege zu einer stärkeren Belastung der Bevölkerung und der Natur, da dort weniger Anpassungsmechanismen für extreme Hitze vorhanden sind.
Die Verteilung der Hitzewarnungen über das gesamte Territorium des Vereinigten Königreichs verdeutlicht, dass die klimatischen Veränderungen nicht auf einzelne Regionen beschränkt sind, sondern die gesamte Inselgruppe betreffen.
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