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Welt

Thai Airways suspendiert Chef Chai Eamsiri nach Flutkatastrophe in Bangkok

Bangkok hat in allen 50 Bezirken den Katastrophenfall wegen Überschwemmung ausgerufen, nachdem heftige Regenfälle die Entwässerungssysteme überlastet, die Verkehrsnetze lahmgelegt, Pendler gestrandet und zur Freistellung von Thai-Airways-Chef Chai Eamsiri geführt hatten, während die Fluggesellschaft mit schwerem Personalmangel zu kämpfen hatte.

Die Fluggesellschaft teilte in einer Mitteilung an die Börse mit, dass Chai vorläufig suspendiert wurde, während ein Untersuchungsausschuss die Krise beim Gepäckumschlag und die zahlreichen Flugausfälle prüfen soll während eine Untersuchungskommission eingesetzt wurde.

Chai Eamsiri erklärte gegenüber Medien, dass ihm bei dem Treffen kein konkreter Grund genannt worden sei und die Entscheidung ohne genaue Details erfolgte. Laut der thailändischen Zeitung Khaosod hatte der Manager, der 41 Jahre lang für das Unternehmen tätig war, bereits vor den aufgetretenen Problemen Signale erhalten, dass eine Ablösung bevorstehen könnte, und äußerte, er sei nicht verärgert über den Schritt und wolle sich nach starker Kritik in den sozialen Medien zunächst seiner Familie widmen. Als kommissarischer Nachfolger wurde Direktor Sumrid Sumneing ernannt.

Thai Airways suspendiert Chef Chai Eamsiri nach Flutkatastrophe in Bangkok
Foto: Bangkok Post

Katastrophenalarm und tagelanger Dauerregen in Bangkok

Ausgelöst wurde die Krise durch heftige Regenfälle, die Bangkok und umliegende Provinzen schwer trafen. Innerhalb von drei Tagen prasselten 320 Millimeter Regen auf die Metropole nieder – eine Menge, die normalerweise den gesamten September über fällt während meteorologische Daten eine ungewöhnlich feuchte Wetterlage belegen. Die Behörden riefen für alle 50 Bezirke der Stadt den Notstand aus, nachdem Wasserläufe über die Ufer getreten hatten und Stauseen in der Nachbarschaft ihre Kapazitätsgrenzen überschritten hatten.

Die Wassermassen verwandelten Straßen in stehende Seen und zwangen Tausende von Anwohnern zu Evakuierungen während der Gouverneur vor lebensgefährlichen Bedingungen warnte. Das Verkehrsnetz brach in vielen Vierteln zusammen, und zahlreiche Schulen mussten schließen.

Thai Airways CEO Sidelined Over Flood Response As Bangkok Operations Face Disruption | NewsX

Chaos am Flughafen Suvarnabhumi und gestrandete Passagiere

Die Überschwemmungen legten weite Teile des öffentlichen Lebens lahm und hatten direkte Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Am Hauptflughafen Suvarnabhumi konnten zeitweise etwa die Hälfte der Beschäftigten von Thai Airways ihren Arbeitsplatz nicht erreichen, da die Zufahrtswege überflutet waren was zu gravierenden Personalausfällen führte.

Gleichzeitig staute sich das Gepäck von zehntausenden Reisenden – über 10.000 Gepäckstücke waren laut Angaben der Bangkok Post verspätet. Die Flughafenverwaltung Airports of Thailand (AOT) griff der Fluggesellschaft unter die Arme, indem sie drei Gepäckbänder als Sortierflächen umfunktionierte und Hilfskräfte entsandte um den Rückstau abzuarbeiten. Der Generalmanager des Flughafens, Kittipong Kittikachorn, erklärte im Programm „Inside Thailand, dass die Passagiere im Transitbereich mit Essen und Wasser versorgt wurden.

Thai Airways suspendiert Chef Chai Eamsiri nach Flutkatastrophe in Bangkok
Foto: Georgia Asian Times

„Diese Entsendung ist eine vitale Mission, um Reisende – darunter Touristen aus aller Welt – zu betreuen, zu unterstützen und ihnen zu helfen, einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen und Verzögerungen bei den Bodendiensten zu verhindern, wodurch das positive Image des Landes gewahrt wird.

Die thailändische Luftwaffe

Zusätzliche Unterstützung leistete die thailändische Luftwaffe, die 69 Bodenpersonal zum Flughafen entsandte, während auch Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn und der stellvertretende Verkehrsminister Siripong Angkasakulkiat auf die Krisenbewältigung und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben im Parlament verwiesen.

Entschädigungen und Rückkehr zum regulären Flugbetrieb

Das Transportministerium kündigte finanzielle Entschädigungen für betroffene Passagiere an und verwies auf gesetzliche Vorgaben nach dem Luftverkehrsgesetz welches Fluggäste bei drastischen Verspätungen und Gepäckverlusten schützt. Fluggäste mit Verspätungen von mehr als zwei Stunden haben Anspruch auf Verpflegung, während bei Wartezeiten von über fünf Stunden oder verlorener beziehungsweise verspäteter Fracht finanzielle Regelungen greifen. Der Vizepremierminister betonte vor dem Parlament, dass die Entschädigungen im Einklang mit internationalen Standards und dem Luftverkehrsgesetz B.E. 2558 sowie dessen zweie Jahre später verabschiedeten Änderung erfolgen.

Thai Airways suspendiert Chef Chai Eamsiri nach Flutkatastrophe in Bangkok
Foto: Travel Daily Media

Thai Airways wies darauf hin, dass für internationale Routen eine Kostenerstattung für notwendige Anschaffungen von bis zu 100 US-Dollar pro Passagier und Fall möglich ist, sofern entsprechende Belege vorliegen während für Inlandsflüge bis zu 25 US-Dollar erstattet werden. Die Bangkok Post ergänzte, dass Passagiere Quittungen aufbewahren müssen, um das Ausmaß ihres Verlustes nachzuweisen.

Um die Abholung des noch ausstehenden Gepäcks zu erleichtern, verlegt die Fluggesellschaft die Selbstabholstelle vom Flughafen-Terminal in das Wartungsgebäude des Bodendienstes, das rund um die Uhr in Betrieb bleibt während für den weiteren Verlauf des Wochenendes eine vollständige Normalisierung des Flugplans angestrebt wird und Transportminister Phiphat Ratchakitprakarn in Aussicht stellte, dass die Auslieferung verspäteten Gepäcks bis Samstagabend abgeschlossen sein soll.

Gleichzeitig warnte der thailändische Premierminister Anutin Charnvirakul, der sich bei einer Inspektion im überfluteten Bezirk Bang Kapi barfuß mit hochgekrempelten Hosen zeigte, vor weiteren Wassermassen, die aus dem Norden nachströmen, während ein Regierungs-Krisenstab die Lage genau überwacht.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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