Ein neuer Sprecher am historischen Teufelsrad auf dem Münchner Oktoberfest ist nach rassistischen Äußerungen am zweiten Wochenende entlassen worden. Während des traditionsreichen Fahrgeschäfts rief der Mann einen jugendlichen Gast vor Publikum namentlich herab und äußerte fremdenfeindliche Bemerkungen über Zuwanderung, was umgehende personelle Konsequenzen der Betreiber nach sich zog.
Rassistischer Vorfall am zweiten Wiesn-Wochenende
Das traditionsreiche Fahrgeschäft Teufelsrad auf dem Münchner Oktoberfest gerät erneut in die Schlagzeilen. Anlass ist eine Entgleisung eines neuen Sprechers am zweiten Wiesn-Samstag (wie WELT berichtet). Der sogenannte Rekommandeur rief zunächst Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren auf die rotierende Scheibe, als ein Jugendlicher ebenfalls das Fahrgelände betrat.
Laut einer Beschwerde-Mail einer Besucherin an die Abendzeitung München sprach der Ansager den jungen Mann gezielt an und rief Abdul, nein und Abdul, Schluss
. Die Zeugin schilderte, dass der Name offenbar allein aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes des Jugendlichen gewählt worden war.
Im Anschluss legte der Sprecher nach und äußerte sich laut den Berichten abfällig über Zuwanderung.
Nach Angaben von Zeugen und Berichten in den Medien rief der Ansager diesen Namen, um den Besucher entsprechend seines äußeren Erscheinungsbildes anzusprechen. Die darauffolgenden Aussagen des Mitarbeiters wurden von anwesenden Personen als deutliche verbale Entgleisung wahrgenommen, die sich gezielt gegen die aktuelle Zuwanderungspolitik und den betroffenen Gast richteten. Der Vorfall ereignete sich direkt vor dem zahlreichen Publikum auf der Theresienwiese, wo das historische Fahrgeschäft während der Volksfestzeit traditionell große Menschenmengen anzieht. Ein in der Nähe befindlicher Beobachter schilderte, dass die Situation auf der rotierenden Scheibe durch diese Rufe eine unangenehme und diskriminierende Dynamik annahm. Die Beschwerdeführerin wandte sich daraufhin noch während oder kurz nach dem Tag des Besuchs per E-Mail an die Redaktion der Lokalzeitung, um die Vorkommnisse öffentlich zu machen.
Reaktion der Betreiberfamilie und Entlassung
Die Betreiberfamilie reagierte umgehend auf den Vorfall und trennte sich von dem neuen Mitarbeiter.

Nach dem Tod des langjährigen Stammansagers Horst Herrmann im Frühjahr, der das Fahrgeschäft 25 Jahre lang geprägt hatte, erprobten die Betreiber in diesem Jahr neue Sprecher. Der betroffene Mitarbeiter ist seinen Job nach dem Eklat sofort wieder los.
Der Ehemann der Betreiberin betonte in seinen Stellungnahmen gegenüber der Presse, dass man für derartige Entgleisungen kein Verständnis habe und deshalb sofort Konsequenzen gezogen wurden. Die Betreiber machten deutlich, dass der betroffene Sprecher im kommenden Jahr definitiv keinen Arbeitsvertrag mehr für das Traditionsgeschäft erhalten wird. Der plötzliche Tod des langjährigen Vorgängers Horst Herrmann hatte die Familie in diesem Jahr vor die Herausforderung gestellt, neues Personal für den Mikrofonplatz zu finden, wobei der nun entlassene Mann als einer von mehreren neuen Kandidaten für die Position erprobt wurde. Die Familie ließ verlauten, dass man die entstandenen Irritationen zutiefst bedauere und auf dem Volksfest für einen fairen und respektvollen Umgang mit allen Besuchern sorgen wolle.