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Teenager Wanted in U.S. Consulate Shooting Arrested at Toronto Airport

Die Toronto Police haben den 19-jährigen Zara Jabbi im Zusammenhang mit dem Schusswaffenangriff auf das US-Konsulat im März festgenommen. Die Ermittlungen ergaben ein Netzwerk aus „gemieteten Kriminellen“, die junge Erwachsene über verschlüsselte Apps bezahlten, um Angriffe auf Synagogen und öffentliche Gebäude durchzuführen und diese zu filmen.

Das Geschäftsmodell der „gemieteten Kriminellen“

Die Ermittlungen der Toronto Police offenbaren eine beunruhigende neue Dynamik der organisierten Kriminalität in der Metropolregion Toronto. Laut AP News werden junge Erwachsene über verschlüsselte Messaging-Apps wie WhatsApp, Signal und Telegram rekrutiert, um gewaltsame Taten gegen spezifische Ziele auszuführen. Der Modus Operandi ist dabei so spezifisch wie grausam: Die Täter müssen ihre Angriffe filmen, um die versprochene Bezahlung zu erhalten. Chief Myron Demkiw beschrieb dieses System bei einer Pressekonferenz als eine systematische Methode.

„Womit wir in diesem Fall es zu tun haben, ist ein wiederkehrender und ähnlicher Modus Operandi, und das sind gemietete Kriminelle. Über verschlüsselte Messaging-Apps werden junge Menschen angeheuert, um Angriffe auf verschiedene Ziele durchzuführen.

Das Geschäftsmodell der „gemieteten Kriminellen“
Photo: CBC
Chief Myron Demkiw, Toronto Police Diese Taktik zielt nicht nur auf materiellen Schaden ab, sondern auf psychologische Kriegsführung. Demkiw betonte, dass die Auftraggeber bewusst versuchen, Angst in bestimmten Bevölkerungsgruppen zu schüren, insbesondere in der jüdischen Gemeinschaft, indem sie Synagogen ins Visier nehmen.

Der Angriff auf das US-Konsulat und die Festnahmen

Der Angriff auf das US-Konsulat und die Festnahmen
Photo: AP News
Ein zentraler Punkt dieser Ermittlungen ist der Angriff auf das US-Konsulat in Toronto am 10. März gegen 04:30 Uhr. Wie CBC berichtet, befahren zwei Männer in einem gestohlenen weißen SUV das Gebäude, feuern mehrere Schüsse auf die Außenfassade ab und flüchten anschließend. Überwachungskameras hielten fest, wie die Verdächtigen den Angriff mit ihren Telefonen aufzeichneten. Die Polizei konnte nun zwei Hauptverdächtige identifizieren und festnehmen:
  • Zara Jabbi (19): Gegen ihn wurden sechs Anklagepunkte erhoben, darunter das Abfeuern einer Schusswaffe an einem öffentlichen Ort, der Angriff auf die Räumlichkeiten international geschützter Personen und Fahrzeugdiebstahl.
  • Sheldon Tracey-Stewart (18): Er wird mit elf Anklagepunkten konfrontiert, darunter illegaler Waffenbesitz und Fahrzeugdiebstahl.
Obwohl bei dem Angriff auf das Konsulat keine Verletzten zu melden waren, stufen die Behörden den Vorfall aufgrund der Zielwahl als nationalen Sicherheitsvorfall ein.

Die tödliche Razzia und die Rolle von Nicholas Bennett

18-year-old arrested over shooting at US consulate in Toronto
Die Jagd nach diesem Netzwerk führte am 11. Juni zu einer tragischen Eskalation. Während einer frühen Razzia in einem Apartmentkomplex im Nordwesten der Stadt wurde der 43-jährige Constable Marc Pinizzotto erschossen. Laut USA Today war diese Operation direkt mit der Untersuchung des Konsulats-Angriffs und der Angriffe auf Synagogen verknüpft. Im Zuge dieses Einsatzes wurde der 19-jährige Nicholas Bennett von der Polizei angeschossen. Er befindet sich derzeit bewusstlos im Krankenhaus, muss sich jedoch einer Anklage wegen Mordes ersten Grades im Zusammenhang mit dem Tod von Constable Pinizzotto stellen. Die ballistischen Untersuchungen unterstreichen die weitreichende Gefahr dieses Netzwerks. Die Polizei sicherte zwei aus den USA stammende Schusswaffen. Eine dieser Waffen wurde mit mindestens 21 verschiedenen Schießereien in Toronto in Verbindung gebracht, darunter auch der Angriff auf das US-Konsulat. Die zweite Waffe war an mindestens sechs weiteren Vorfällen beteiligt.

Die Verbindung zu einer „ausländischen Entität“

Die Dimension des Falls verschiebt sich von lokaler Kriminalität hin zu geopolitischen Spannungen. Ruby Sahota, die Staatssekretärin für die Bekämpfung von Kriminalität, erklärte vor dem Unterhaus, dass die Schützen hinter den Angriffen auf Synagogen und das Konsulat „bezahlte Auftragnehmer, angeheuert von einer ausländischen Entität“ waren. Diese Aussage stützt sich auf eine breitere nationale Sicherheitsuntersuchung. The Globe and Mail berichtet, dass US-Staatsanwälte und das FBI den Angriff auf das Konsulat bereits im Mai mit Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi in Verbindung brachten. Al-Saadi, ein irakischer Staatsbürger mit Verbindungen zum Iranischen Revolutionsgarde-Korps (IRGC), soll ein Terrornetzwerk geleitet haben, das Anschläge in den USA, Kanada und Europa plante. Superintendent Joe Matthews, Toronto Police Die Kombination aus staatlichen Akteuren im Hintergrund und der Rekrutierung junger, lokaler Krimineller über soziale Medien stellt die kanadischen Sicherheitsbehörden vor eine neue Herausforderung. Während die RCMP und das Integrated National Security Enforcement Team den Fall als Bedrohung der nationalen Sicherheit behandeln, bleibt die genaue Identität der „ausländischen Entität“ und die volle Reichweite des Netzwerks Gegenstand laufender Ermittlungen.

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Die Verbindung zu einer „ausländischen Entität“
Photo: The Globe and Mail
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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