Die Tampa Bay Rays stehen nach einem 7-3-Sieg gegen die Cleveland Guardians im sechsten Spiel der American League Championship Series in der World Series. Vor 40.230 Zuschauern im Tropicana Field sicherten sich die Rays am Montagabend ihren dritten AL-Wimpel in der 29-jährigen Franchise-Geschichte und treffen nun auf die Milwaukee Brewers.
Yandy Díaz und Junior Caminero sichern Einzug
Yandy Díaz hatte seine Vorhersage am Vortag über einen Dolmetscher verkündet, und am Montagabend ließ er Taten folgen. Mit einem Two-Run-Homerun stellte der Star-Infaelder den Vorsprung der Tampa Bay Rays auf vier Runs ein und machte den 7-3-Sieg gegen die Cleveland Guardians perfekt. Nach dem Sieg rief Caminero vom Feld aus eine Botschaft in die Menge, nachdem er in der regulären Saison 42 Homeruns geschlagen hatte, aber 33 At-Bats für seinen ersten Treffer im Oktober benötigte.
Auch Junior Caminero trug maßgeblich zum Erfolg bei und schlug im siebten Inning seinen ersten Postseason-Homerun überhaupt. Nach dem Homerun stoppte er kurz vor der Home Plate, zeigte auf den ehemaligen Rays-Outfielder Randy Arozarena auf der Tribüne und imitierte dessen Pose mit verschränkten Armen. Die Rays hatten sich zuvor nach einem Rückstand von 0-1 und 1-2 in der Serie mit drei Siegen in Folge zurückgekämpft, nachdem sie in der Division Series bereits die Yankees per Sweep bezwungen hatten.
Die Rays starteten bereits im zweiten Inning stark in die Partie, als Richie Palacios mit einem Double zwei Runs zur frühen Führung beisteuerte. Jonny DeLuca hatte zuvor das Team im dritten Inning durch ein Sacrifice Fly auf 3-0 gebracht, nachdem die Rays zuvor mit geladenen Bases ohne Out eine Gelegenheit verpasst hatten, das Spiel noch deutlicher zu öffnen. Cleveland kämpfte sich zwar durch ein RBI-Single von Nathaniel Lowe im sechsten Inning und zwei Runs im achten Inning heran, doch Relief-Pitcher Kevin Kelly erstickte die drohende Wende mit einem Strikeout bei geladenen Bases im Keim.
Im neunten Inning sorgte Bryan Baker für das entscheidende letzte Aus. Die Guardians hatten zuvor noch im achten Inning den potenziellen Führungslauf auf dem ersten Base, während Manager Stephen Vogt nach dem Spiel von einer schmerzhaften Enttäuschung sprach und die Erschöpfung seines Teams betonte, das in dieser Saison 41 Comeback-Siege verbucht hatte.
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Für die Franchise aus Florida ist es die erste World Series-Teilnahme seit der Saison 2020, in der das Team den Titel den Los Angeles Dodgers überlassen musste. Der Triumph über Cleveland beendete eine Serie, in der Tampa nach einem 1-2-Rückstand drei Spiele in Folge für sich entschied.
Freddy Peralta dominiert als ALCS-MVP
Auf dem mound zeigte Freddy Peralta eine starke Leistung und war der Ruhepol der Rays-Defensive. Der als ALCS-MVP ausgezeichnete Pitcher warf fünfeinhalb gritty Innings, ließ dabei nur einen einzigen Run und fünf Hits zu. Es war bereits sein zweiter Sieg in dieser Serie nach einer starken Vorstellung im zweiten Spiel und einem kurzen Relief-Einsatz in Spiel 4.
Das Spiel fand vor einem restlos ausverkauften Haus statt. Genau 40.230 Zuschauer feierten im Tropicana Field, das nach schweren Sturmschäden durch den Hurrikan Milton im Jahr 2024 erst nach einer sechzig Millionen Dollar teuren Dachsanierung im August wieder für Heimspiele zur Verfügung stand. Nach einer regulären Saison mit 55 Heimsiegen und einer veränderten Clubführung blickt das Team nun auf die kommende Finalserie. In der regulären Saison trugen die Rays ihre Heimspiele zwischenzeitlich im Spring-Training-Komplex der New York Yankees in Tampa aus, bevor die Rückkehr an den angestammten Ort gelang und ein neuer Stadionvertrag für eine Fertigstellung im Jahr 2029 nahe den Tampa Bay Buccaneers vereinbart wurde.
Milwaukee Brewers warten zum Auftakt
In der World Series treffen die Rays auf die Milwaukee Brewers, die sich im National League Championship Series-Duell gegen die Los Angeles Dodgers mit einem Sweep durchgesetzt hatten. Beide Finalisten zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu den Teams mit vergleichsweise niedrigen Spielergehältern gehören: Tampa Bay führte das Feld auf Rang 25 der Payroll an, während Milwaukee auf Platz 19 rangierte. Die Brewers gehen ihrerseits in ihre erste World Series seit 1982, als sie damals noch in der American League spielten und die World Series in sieben Spielen gegen die St. Louis Cardinals verloren. Im diesjährigen Aufgebot der Brewers stehen Akteure wie Jake Bauers, der zum MVP der NLCS gegen die Dodgers gewählt wurde, sowie der harte Werfer Jacob Misiorowski mit Würfen von über 100 mph und der junge Leistungsträger Jackson Chourio, während auf Seiten der Rays der ebenfalls 22-jährige Junior Caminero das Lineup anführt. Die Brewers starteten einst 1969 als Seattle Pilots in der Liga, ehe sie durch eine Insolvenz nach Milwaukee verlegt wurden.

Es ist das erste Mal seit dem Jahr 1980, als die Philadelphia Phillies gegen die Kansas City Royals antraten, dass beide Teilnehmer der World Series auf der Suche nach ihrem allerersten Titel in der Clubgeschichte sind. Spiel 1 der Best-of-Seven-Serie findet am Freitagabend im American Family Field in Milwaukee statt.
Es ist eine großartige Gelegenheit, aber es endet alles morgen. Wir werden morgen gewinnen.
Für Cleveland bedeutet die Niederlage eine Verlängerung ihrer langen Durststrecke. Die Guardians warten nun bereits seit 78 Jahren auf einen World Series-Titel. Die Rays hingegen reisen nach Milwaukee, um die Trophäe zu holen, die dem Club in den Jahren 2008 und 2020 jeweils im Finale verwehrt geblieben war.
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