Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für den österreichischen Spezialmotorenhersteller Steyr Motors vorgelegt. Das vollständig finanzierte Barangebot liegt bei 39 Euro je Aktie, was einem Gesamtvolumen von rund 204,8 millionen Euro entspricht.
Das Übernahmeangebot von Red Cat für Steyr Motors
Das an der Nasdaq notierte Technologieunternehmen Red Cat Holdings greift nach Europa. Der US-Drohnen- und Robotikspezialist bietet den Aktionären von Steyr Motors 39 Euro je Aktie in bar an.
Die Transaktion bewertet den österreichischen Motorenbauer mit rund 204,8 millionen Euro oder umgerechnet rund 230 millionen Dollar. Für die Aktionäre stellt das Angebot eine spürbare Prämie dar, insbesondere gemessen am 52-Wochen-Tief, bei dem der Aufschlag sogar 55,8 Prozent beträgt. Dennoch notierte das Papier im März 2025 bereits auf demselben Niveau von 39 Euro, während das 52-Wochen-Hoch bei rund 53 Euro lag.

Nach der Ankündigung verzeichneten die Papiere des Motorenbauers einen deutlichen Kurssprung von 20 Prozent, womit die Aktie auf den besten Tag seit März 2025 zusteuerte.
Unterstützung aus dem Management und von Großaktionären
Wichtige Akteure stellen sich hinter die Pläne. Die B&C Holding Österreich, die einen Anteil von rund 15 Prozent an Steyr Motors hält, hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre Anteile im Rahmen des Angebots anzudienen. Auch der Vorstandsvorsitzende von Steyr Motors unterstützt den Schritt.
Unsere Engineering-Kompetenz und der Zugang von Red Cat zu internationalen Märkten bilden die Grundlage für gemeinsames Wachstum. Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden. Für unsere Aktionärinnen und Aktionäre bietet das Barangebot die Möglichkeit, ihre Beteiligung heute in bar zu realisieren. Ich unterstütze diesen Schritt und beabsichtige, meine eigenen Steyr-Aktien ebenfalls im Rahmen des Angebots anzudienen.
Julian Cassutti, CEO der Steyr Motors AG
Auch auf der Seite des Käufers betont man die Bedeutung des Standorts. Red Cat will mit der Akquisition seine Aktivitäten im Bereich unbemannter maritimer Systeme ausbauen und Steyr Motors als europäisches Kompetenzzentrum erhalten. Die Belegschaft sowie die Bereiche Fertigung, Forschung und Entwicklung sollen am Standort verbleiben.

Steyr Motors hat in Österreich ein starkes Unternehmen aufgebaut, mit spezialisierter Ingenieurskompetenz, vertrauensvollen Kundenbeziehungen und bewährter Schiffsmotorentechnologie. Bei der geplanten Transaktion geht es darum, in dieses Fundament zu investieren und Steyr Motors beim Wachstum zu unterstützen. Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens.
Jeff Thompson, Chief Executive Officer von Red Cat
Bedingungen und Zeitplan für den Vollzug bis 2027
Obwohl das Angebot vollständig finanziert ist und der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Wirtz ebenfalls strategisches Potenzial in der Kombination sieht, muss die Transaktion noch mehrere Hürden nehmen.
- Mindestannahmeschwelle: Red Cat benötigt eine Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie.
- Behördliche Freigaben: Erforderlich sind Genehmigungen unter anderem in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich sowie foreign direct investment approvals.
- Annahmefrist: Die Frist zur Andienung der Aktien beginnt kurz nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage und endet am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ.
- Abschluss: Das Management rechnet mit dem finalen Vollzug der Transaktion im ersten Halbjahr 2027.