Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings will den österreichischen Motorenbauer Steyr Motors für insgesamt rund 205 Millionen Euro übernehmen. Das am Montag bekanntgegebene freiwillige öffentliche Übernahmeangebot bietet Aktionären 39 Euro je Aktie in bar. Der Vollzug der Transaktion ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.
Das 205-Millionen-Euro-Barangebot und die Reaktion der Märkte
Der US-Technologiekonzern Red Cat Holdings will die Kontrolle über den oberösterreichischen Spezialmotorenbauer Steyr Motors übernehmen. Das gebotene Barangebot von 39 Euro je Aktie entspricht einem Aufschlag von knapp 29 Prozent auf den Schlusskurs vom vorangegangenen Freitag. Die Bewertung der gesamten Transaktion beläuft sich auf etwa 204,8 Millionen Euro oder rund 230 Millionen US-Dollar, wie aus den am Montag veröffentlichten Mitteilungen hervorgeht.
Red Cat kündigte am Montag ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Steyr Motors AG an. Am Freitag schlossen die Titel von Steyr Motors an der Wiener Börse bei 30,50 Euro, womit sich ein Börsenwert von 160,30 Mio. Euro ergab. Die Offerte übertrifft den Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 28,9 Prozent sowie das 52-Wochen-Tief um 55,8 Prozent. Am frühen Montagmorgen gab das US-Unternehmen bekannt, dass je Steyr-Aktie 39,00 Euro in bar geboten werden.

Die an den Börsen in Frankfurt und Wien notierten Steyr-Titel reagierten prompt auf die Offerte. Die Aktien machten einen deutlichen Satz nach oben und verzeichneten den stärksten Handelstag seit März 2025. Hinter dem Angebot steht die Red-Cat-Tochter SMOT Acquisition GmbH. Der Kaufpreis übersteigt den Marktwert vom Freibörsenschluss um rund 46 Millionen Euro.
Rückendeckung vom Großaktionär und dem Management
Die Übernahmepläne verfügen bereits über entscheidende Unterstützung aus den eigenen Reihen. Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich, die rund 15 Prozent des Grundkapitals hält, hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre Aktien im Rahmen des Angebots anzudienen. Das Gremium aus Aufsichtsrat und Geschäftsführung von Steyr befürwortet die Offerte insbesondere im Hinblick auf neue Kunden, zusätzliches Kapital und internationale Wachstumsoptionen. Auch Steyr-Chef Julian Cassutti stellt sich hinter den Schritt.
Rolf Wirtz, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, erklärte ebenfalls, dass das Gremium erhebliches strategisches Potenzial in dem Zusammenschluss sieht. Die Transaktion stehe jedoch unter mehreren aufschiebenden Bedingungen. Dazu gehören die behördlichen Genehmigungen – darunter Freigaben nach dem österreichischen Investitionskontrollgesetz durch das Wirtschaftsministerium sowie Zustimmungen in Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich – und eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie.
Spezialmotoren für Drohnen und unbemannte Marinesysteme
Die strategische Potenzial hinter dem geplanten Zusammenschluss der beiden Unternehmen sieht der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Wirtz. Red Cat entwickelt unbemannte Systeme wie Drohnen und autonome Wasserfahrzeuge. Steyr Motors fertigt Spezialmotoren, die in militärischen Fahrzeugen, Schiffen und als Hilfsaggregate für Kampfpanzer zum Einsatz kommen. Der oberösterreichische Motorenhersteller Steyr Motors steht vor einer möglichen Übernahme durch den US-Technologiekonzern Red Cat.

Steyr Motors hat in Österreich ein starkes Unternehmen aufgebaut, mit spezialisierter Ingenieurskompetenz, vertrauensvollen Kundenbeziehungen und bewährter Schiffsmotorentechnologie. Bei der geplanten Transaktion geht es darum, in dieses Fundament zu investieren und Steyr Motors beim Wachstum zu unterstützen.
Finanzielle Aussichten und offene Fragen vor dem Fristende
Das Übernahmeangebot kommt zu einer Zeit, in der Steyr Motors nach einer im August ausgegebenen Gewinnwarnung und gekappten Prognosen seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegt. Analysten verweisen auf einen bestehenden Auftragsbestand von 310 Millionen Euro und Rahmenverträge unter anderem mit Rheinmetall sowie KNDS, die eine Lieferung von mindestens 500 Hilfsaggregaten für den Leopard 2 bis 2034 vorsehen.
Die Annahmefrist für die Aktionäre soll nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage beginnen und am 18. Dezember 2026 um 17 Uhr MEZ enden. Der vollständige Vollzug der Übernahme wird für das erste Halbjahr 2027 anvisiert.