Rund 30.000 evangelische Christen im Burgenland haben am Reformationssamstag der Anfänge der Reformation vor rund 500 Jahren gedacht. Superintendent Robert Jonischkeit betonte in diesem Zusammenhang, dass die Kirche den Menschen im Alltag und an Orten wie Stammtischen nachgehen müsse, statt lediglich auf Kirchgänger zu warten.
Es geht darum, dass wir uns zu allen Zeiten an die Gegebenheiten, an die modernen Zeiten, an die Menschen anpassen müssen, und uns von manchen alten, liebgewonnenen Traditionen verabschieden und auch neue schaffen müssen.
Jonischkeit kritisierte, dass man im Kirchenleben noch viel zu sehr darauf warte, dass Menschen von selbst kommen. Er kündigte an, künftig so viel Zeit in Tankstellen oder an Stammtischen wie in der Kirche verbringen zu wollen, um dort die Nöte und Erfahrungen der Menschen anzuhören.
Gottesdienste in Stoob und die Situation der Jugend
In den 29 burgenländischen Pfarrgemeinden wurde am Samstag an Martin Luthers Thesenanschlag an die Schlosskirche in Wittenberg im Jahr 1517 erinnert. In der Evangelischen Pfarre in Stoob saßen beim Gottesdienst auch einige junge Leute auf den Bänken. Laut der Pfarrerin Irmgard Langer ist das jedoch keine Selbstverständlichkeit für den normalen Sonntagmorgen.
Sonntag um 9.00 Uhr früh ist sicherlich kein idealer Zeitpunkt, um einen Jugendlichen in die Kirche zu locken.
Dennoch transportiere die Kirche wichtige Grundsätze für die heranwachsende Generation. Langer verwies darauf, dass die Botschaft Du bist gut, du bist gut so wie du bist
gerade von Jugendlichen gehört werden sollte.
Wandel des Pfarramts und Gleichberechtigung
Pfarrerin Langer hob zudem hervor, wie sich das Pfarramt selbst gewandelt hat. Zu ihrer Geburt sei es noch keineswegs selbstverständlich gewesen, dass Frauen dieses Amt ausüben. Heute arbeitet sie völlig gleichberechtigt neben ihrem Ehemann, der ebenfalls als evangelischer Pfarrer tätig ist.
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