Die ersten Kritiken zum DC-Studios-Film Supergirl fallen gemischt aus, loben jedoch die Besetzung von Milly Alcock und Jason Momoa. Regisseur Craig Gillespie setzt auf eine düstere, an Mad Max erinnernde Ästhetik, die sich bewusst vom Ton des vorangegangenen Superman-Films distanziert. Der Film startet im Sommer 2026 in den Kinos.
Ein bewusster Bruch mit dem Superman-Stil
Supergirl ist kein klassischer Superheldenfilm. Die ersten Reaktionen der Presse beschreiben eine Welt, die weit weniger poliert ist als die des Cousins Kara Zor-El. Laut Variety wirkt der Film eher wie eine Produktion von Mad Max, geprägt von schmutzigen Welten, abstoßenden Bösewichten und einer selbstzerstörerischen Heldin.
Dieser radikale Kurswechsel war kein Zufall, sondern eine strategische Entscheidung. Regisseur Craig Gillespie fragte James Gunn explizit, inwiefern der Ton von Supergirl mit dem von Gunns Superman übereinstimmen müsse. Die Antwort von Gunn war kurz und knapp: Überhaupt nicht. Wie IndieWire berichtet, nahm Gillespie diesen Hinweis zum Anlass, das Projekt in eine deutlich rauere Richtung zu lenken.
Das Ergebnis wird von Kritikern als hybrider Stil wahrgenommen. Chris Killian von Comicbook.com beschreibt die Mischung auf X wie folgt:
„Wenn man [Guardians of the Galaxy], True Grit und Mad Max in einen DC-Mixer werfen würde, käme Supergirl dabei heraus – ein schmutziges, lustiges und doch überraschend schwermütiges Weltraumabenteuer.“
Chris Killian, Comicbook.com
Diese „dreckige rücksichtslose Art“, wie Erik Davis es nennt, verleiht dem Film eine eigene Identität, die ihn von der traditionellen DC-Formel abhebt.
Milly Alcock und Jason Momoa als emotionale Anker
Photo: Variety
Trotz der geteilten Meinung zum Gesamtwerk herrscht Einigkeit über die Besetzung. Milly Alcock wird für ihre Darstellung der titularen Heldin gefeiert, wobei Kritiker besonders ihre Fähigkeit hervorheben, eine Mischung aus Distanz und Melancholie zu vermitteln. Fay Watson von Total Film lobt Alcocks Humor, Herz und ihre „unglaubliche Darstellung eines betrunkenen Zustands“.
Auch Jason Momoa, der den außerirdischen Söldner Lobo spielt, scheint ein Publikumsliebling zu werden. Die Reaktionen auf X deuten darauf hin, dass Momoa in seiner Rolle sichtlich Spaß hat und eine Energie einbringt, die den Film auflockert. David Corenswet, der seine Rolle als Superman aus dem Vorjahr wieder aufnimmt, wird laut Deadline als perfekte Besetzung bezeichnet, da seine Präsenz auf der Leinwand sofort für positive Emotionen sorge.
Alcock selbst beschrieb in einem Interview mit Variety ihre Entscheidung, die Rolle zu übernehmen, als einen Akt des Überwindens ihrer eigenen Ängste:
„Ich habe mich im Spiegel angesehen und mich gefragt: Wer bin ich, dass ich diese Chance ausschlage? Ich wusste, dass ich es tun musste, weil es mir Angst machte. Und ich dachte: Nun, ich habe ein großes, böses, wunderschönes Leben. Warum es nicht einfach wagen? Einfach verdammt noch mal machen! Was bist du, ängstlich? Steig über dich selbst hinweg.“
Milly Alcock, Schauspielerin
Zwischen „hochgradig angenehm“ und „nur okay“
Supergirl Teaser Trailer REACTION 🦸♀️ | Milly Alcock, DC’s Gritty Reboot & First Look!
Die kritischen Stimmen sind jedoch nicht durchweg enthusiastisch. Während einige den Film als emotionalen Erfolg sehen, empfinden andere ihn als zu blass. John Nguyen von Nerd Reactor kritisierte, dass das Material für Supergirl nicht stark genug gewesen sei, um das volle Potenzial der Hauptdarstellerin auszuschöpfen.
Die Kritik von Tessa Smith verdeutlicht die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Comic-Fans und der filmischen Umsetzung:
„Als Fan des Comics war ich (vielleicht) zu begeistert von der Filmadaption. Während Jason Momoas Lobo und Milly Alcock glänzen, halten einige Entscheidungen bei der Adaption und ein blasser Bösewicht den Film von echter Größe fern. Er ist, schlichtweg, nur okay.“
Tessa Smith, Filmkritikerin
Im Gegensatz dazu sieht Germain Lussier den Film zwar als weniger resonant als Superman, aber als ideale Ergänzung, die durch komplexere Beziehungen und eine höhere emotionale Intensität besticht.
Die strategische Bedeutung für das DC Universe
Supergirl ist der zweite große Meilenstein in James Gunns neuem DC-Universum. Der Vorgänger, Superman, setzte ein starkes Signal mit soliden Kritiken und einem weltweiten Einspielergebnis von 618 Millionen US-Dollar. Die Herausforderung für Supergirl besteht nun darin, zu beweisen, dass das Franchise nicht nur von der zentralen Superman-Figur lebt, sondern auch riskante, tonale Experimente wagen kann.
Die Handlung, die auf der Comic-Serie „Supergirl: Woman of Tomorrow“ von Tom King basiert, führt Kara Zor-El auf eine interstellare Reise der Rache und Gerechtigkeit. Begleitet wird sie dabei von Ruthye Marye Knoll, die Supergirl rekrutiert, um den Mörder ihres Vaters, Krem of the Yellow Hills, zur Rechenschaft zu ziehen.
Dass die ersten Reaktionen so gespalten sind, könnte paradoxerweise ein Zeichen für den Erfolg von Gillespies Vision sein. Indem er sich vom „sauberen“ Heldenbild entfernt, schafft er eine Nische, die zwar nicht jedem gefällt, aber eine deutlichere künstlerische Handschrift trägt als viele Standard-Superheldenfilme.
Ein Detail bleibt in den Berichten ungeklärt: das genaue Kinostartdatum. Während Deadline den 26. Juni nennt, gibt Variety den 26. Juli an. Fest steht jedoch, dass die kommenden Wochen entscheiden werden, ob die „Mad Max“-Ästhetik das Massenpublikum ebenso überzeugt wie die ersten Fachkritiker.
Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.
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