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Unterhaltung

Stephen Colbert returns to late night a day after final taping of ‚Late Show

Stephen Colbert kehrte am Freitag, den 22. Mai 2026, überraschend ins Fernsehen zurück, indem er die Public-Access-Sendung „Only in Monroe“ in Michigan moderierte. Dies geschah nur einen Tag nach dem Finale seiner elfjährigen Amtszeit bei „The Late Show“ auf CBS, die nach einer kontroversen Entscheidung des Senders eingestellt wurde.

Der Kreis schließt sich in Monroe

Es ist eine fast schon poetische Symmetrie im Showgeschäft. Nur 24 Stunden nachdem Colbert die Lichter im legendären Ed Sullivan Theater in New York löschte, stand er plötzlich wieder vor einer Kamera in Monroe, Michigan. Wie NBC News berichtet, war dies kein Zufall, sondern die Erfüllung einer Prophezeiung aus seinem Abschiedsmonolog. Bereits im Juli 2015, kurz bevor er die Nachfolge von David Letterman antrat, nutzte Colbert die lokale Sendung „Only in Monroe“ als eine Art ungewöhnlichen Probelauf vor einem Publikum von gerade einmal zwölf Personen. In seinem finalen Auftritt bei CBS deutete er an, dass dies sein wahrscheinliches Ziel nach der Kündigung sei.

So wie das Showgeschäft heutzutage läuft, ist das wahrscheinlich der Ort, an dem Sie mich als Nächstes sehen werden.

Der Kreis schließt sich in Monroe
cluster (priority): Yahoo
Der Kreis schließt sich in Monroe
cluster (priority): CBS News
Stephen Colbert, Moderator von The Late Show Die Rückkehr in den 23:35-Uhr-Slot war ebenso abrupt wie unangekündigt. Mit einem Augenzwinkern kommentierte Colbert die kurze Pause von seinem gewohnten Medium:

Es waren quälende 23 Stunden ohne Fernsehen, also bin ich dankbar, hier bei Monroe Community Media sein zu können, bevor sie ebenfalls von Paramount übernommen werden.

Stephen Colbert, Gastmoderator von Only in Monroe Dieser Kommentar war mehr als nur ein Scherz; er war ein direkter Verweis auf die turbulenten Umstände, unter denen seine Karriere bei CBS endete.

Ein Abschied zwischen Glamour und politischem Druck

There's Nothing Special About Stephen Colbert's Final Monologue At "The Late Show"
Das Finale von „The Late Show“ am Donnerstag war ein Event von massivem Ausmaß. Mit Gästen wie Paul McCartney, Ryan Reynolds und einer Versammlung fast aller großen Late-Night-Konkurrenten – darunter Jon Stewart, Jimmy Kimmel und Seth Meyers – wurde das Ende einer Ära zelebriert. Die Sendung lief über 20 Minuten über die Zeit und endete mit dem Beatles-Klassiker „Hello, Goodbye“. Doch hinter der festlichen Fassade verbirgt sich eine hässliche geschäftliche und politische Realität. CBS gab im Juli bekannt, dass die Franchise eingestellt wird. Offiziell wurde dies als rein finanzielle Entscheidung in einem schwierigen Marktumfeld für Late-Night-Shows dargestellt. Analysten und Kritiker sehen das jedoch anders. The Guardian hebt hervor, dass die Entscheidung mit den Bestrebungen des Mutterkonzerns Paramount zusammenfiel, die Zustimmung der Trump-Administration für eine 8-Milliarden-Dollar-Fusion mit dem Studio Skydance zu erhalten. Die politische Dimension wurde durch eine Reihe von juristischen Auseinandersetzungen verschärft. Trump hatte zuvor eine Klage gegen die CBS-Sendung „60 Minutes“ wegen eines Interviews mit Kamala Harris eingereicht. Paramount einigte sich im letzten Sommer auf einen Vergleich, der eine Spende von 16 Millionen Dollar an Trumps zukünftige Präsidentenbibliothek vorsah. Colbert bezeichnete diese Zahlung unmissverständlich als großes, fettes Bestechungsgeld.

Chaos, Chili-Cheese-Dogs und die „Brandstiftung“

Während die Welt über die Implikationen der Kündigung diskutierte, lieferte Colbert in Michigan ein Stück absurdes Entertainment. Die Folge von „Only in Monroe“ war eine Hommage an das Lokale und das Unperfekte. Wie Yahoo berichtet, war die Besetzung ein surrealer Mix aus Weltstars und lokalen Persönlichkeiten:
  • Jack White: Der Detroit-Native fungierte als „freiwilliger Musikdirektor“ und führte mit Colbert eine übermäßig detaillierte Diskussion über Chili-Cheese-Dogs, die in einem gemeinsamen Essen im Stil von „Arielle“ (Lady and the Tramp) gipfelte.
  • Jeff Daniels: Der Schauspieler lehrte Colbert in einem Kochsegment, wie man ein Pita-Sandwich aus zufälligen Resten im Kühlschrank zubereitet.
  • Steve Buscemi: Er erschien in einem vorproduzierten Clip, in dem er scherzhaft über die lokale Pizzeria „Buscemi’s Pizza“ sprach und gleichzeitig betonte, dass er in keiner Weise mit dem Restaurant verbunden sei.
  • Eminem: Der Rapper trat per Video als „Brandschutzbeauftragter“ auf, um die Zerstörung des Sets zu genehmigen.
Besonders menschlich wirkte der Moment, in dem Colbert mit den regulären Moderatorinnen Michelle Baumann und Kaye Lani Rae Rafko Wilson Helium aus Ballons inhalierte, während sie über Baumanns Kampf gegen den Krebs sprachen. Ein Warnhinweis auf dem Bildschirm mahnte: Ehemaliger professioneller Fernsehmoderator, bitte zu Hause nicht nachmachen.

Stephen, hier ist Marshall, du hast die absolute Erlaubnis, dieses verdammte Ding niederzubrennen.

Chaos, Chili-Cheese-Dogs und die „Brandstiftung“
cluster (priority): The Guardian
Eminem, via FaceTime/Tape Nach diesem Go brannten Colbert, White und Daniels die Überreste des provisorischen Sets in einem Müllcontainer nieder – ein symbolischer Akt der Tabula rasa.

Die digitale Antwort und Colberts nächste Etappe

Die Reaktion aus dem politischen Lager ließ nicht lange auf sich warten. Während Colbert in Michigan lachte, nutzte Donald Trump die sozialen Medien für einen digitalen Angriff. Auf Truth Social teilte er ein KI-generiertes Video, in dem er Colbert von hinten anschleicht, ihn packt und in einen Müllcontainer wirft, während er anschließend dazu tanzt und ein Studio-Publikum klatscht. Dieser Vorfall unterstreicht die tiefe Feindseligkeit zwischen dem ehemaligen Moderator und dem Präsidenten, die über Jahre hinweg das Narrativ von „The Late Show“ prägte. Es ist ein Kampf, der nun in eine neue Phase eintritt: Weg vom primetime-Fernsehen, hin zu anderen kreativen Auswegen. Für den 11:35-Uhr-Slot bei CBS übernimmt nun der Comedian Byron Allen mit seiner Sendung „Comics Unleashed“. Colbert selbst scheint jedoch bereits einen neuen Fokus gefunden zu haben. Die Associated Press berichtet, dass der leidenschaftliche „Der Herr der Ringe“-Fan seine Aufmerksamkeit nun dem Schreiben eines Drehbuchs für den nächsten Film der Franchise widmen wird. Colberts Weg von der glitzernden Bühne des Ed Sullivan Theaters zurück zu einer kleinen Community-Station in Michigan ist mehr als nur ein Gag. Es ist ein Statement über die Unabhängigkeit des Entertainers in einer Ära, in der große Netzwerke zunehmend zwischen finanziellen Zwängen und politischem Druck zerrieben werden. Wer die Macht über das Sendeformat verliert, gewinnt oft die Freiheit zurück, das Format selbst zu sprengen.
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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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