Zum Inhalt springen
Unternehmen

SpaceX employee group creates low-fee wealth management option with Choreo for post-IPO

SpaceX geht diesen Freitag an die Nasdaq-Börse (Ticker: SPCX) mit einer Bewertung von fast 1,8 Billionen US-Dollar. Während das Unternehmen einen Rekord-Börsengang plant, haben sich über 100 Mitarbeiter zusammengeschlossen, um über den Berater Choreo niedrigere Vermögensverwaltungsgebühren auszuhandeln und so ihre Milliarden-Windfälle effizienter für philanthropische Zwecke zu nutzen.

Kollektive Verhandlungsmacht: Der Choreo-Deal der Mitarbeiter

In der Welt des Wealth Managements bestimmen normalerweise die Firmen die Bedingungen. Wer mehr Vermögen besitzt, erhält zwar oft bessere Konditionen, doch eine Gruppe von aktuellen und ehemaligen SpaceX-Mitarbeitern bricht dieses Muster. Wie CNBC berichtet, hat sich ein Verbund von mehr als 100 Mitgliedern formiert, deren potenzielles Gesamtvermögen nach dem Börsengang zwischen 1 Milliarde und 5 Milliarden US-Dollar liegen könnte.

Kollektive Verhandlungsmacht: Der Choreo-Deal der Mitarbeiter
Photo: Realtor.com

Diese Gruppe nutzt ihre kollektive Finanzkraft, um mit dem in Chicago ansässigen registrierten Anlageberater Choreo eine spezielle Option mit niedrigen Gebühren auszuhandeln. Während Industriestandards für die Verwaltung von Vermögen üblicherweise zwischen 0,5 % und 1 % der verwalteten Aktiva liegen, sieht die Vereinbarung mit Choreo eine jährliche Managementgebühr von unter 0,5 % vor.

Was als informelles Forum für Philanthropie begann, hat sich zu einer strategischen Allianz entwickelt. Die Mitglieder beabsichtigen, die durch die niedrigeren Gebühren eingesparten Mittel in soziale Projekte zu stecken. Im Fokus stehen dabei Stipendien für ihre ehemaligen Universitäten sowie neue Programme, die Kindern den Zugang zu Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Mathematik erleichtern sollen.

Vom Schweißer zum Millionär: Die soziale Dynamik der Aktien

Der Börsengang von SpaceX ist nicht nur ein finanzielles Ereignis für Institutionen, sondern eine massive Vermögensumverteilung innerhalb der Belegschaft. Viele Ingenieure und Techniker akzeptierten über Jahre hinweg Gehälter unter dem Marktniveau im Austausch für Aktienoptionen.

Vom Schweißer zum Millionär: Die soziale Dynamik der Aktien
Photo: Yahoo Finance

Ein prägnantes Beispiel ist Juan Hernandez, ein aus Mexiko eingewanderter Schweißer. Laut einem Bericht von Yahoo Finance besitzt er kurz vor dem Börsengang Aktien im Wert von etwa 880.000 US-Dollar. Hernandez startete 2015 als Subunternehmer mit einem Stundenlohn von 28 US-Dollar und einer Equity-Zuteilung von 10.000 US-Dollar.

„Es hat mich in eine finanziell abgesicherte Position für den Rest meines Lebens gebracht“ Juan Hernandez, ehemaliger SpaceX-Mitarbeiter

Justin Lopas, Mitgründer und COO von Base Power und ehemaliger SpaceX-Mitarbeiter, bestätigte auf X, dass ein Großteil der Schweißer und Techniker des Unternehmens sechs- oder siebenstellige Beträge verdienen wird. Insgesamt könnten laut Schätzungen bis zu 4.000 neue Millionäre innerhalb der Belegschaft entstehen – von hochspezialisierten Ingenieuren bis hin zu Angestellten in der Cafeteria.

Bewertungsrisiken und die Warnung vor der „IPO-Falle“

Trotz der Euphorie warnen Finanzexperten vor der Volatilität nach dem Listing. SpaceX plant, 555,6 Millionen Aktien zu einem Preis von 135 US-Dollar pro Aktie zu verkaufen, was eine Gesamtkapitalbeschaffung von 75 Milliarden US-Dollar anstrebt. Die Bewertung des Raketenbauers liegt damit bei etwa 1,77 Billionen US-Dollar.

SpaceX IPO Could Make Musk a Trillionaire at Your Expense in "Massive Wealth Transfer": Eric Gardner

Joshua Roberts, Kapitalmarkt-Korrespondent bei The Economist, gibt zu bedenken, dass die Bewertung dem etwa 90-fachen des Jahresumsatzes entspricht. Er warnt davor, dass die Begeisterung oft die langfristige Performance übersteigt.

„Börsengänge sind tendenziell eine schlechte Investition für gewöhnliche Anleger. Es gibt viel Hype um sie… Im Allgemeinen schneiden Börsengänge im Laufe der Zeit schlechter ab als der Rest des Marktes… Der beste Moment für den Verkäufer ist nicht notwendigerweise der beste Moment für den Käufer“ Joshua Roberts, The Economist

Zusätzlich erschweren Lock-up-Perioden für Insider den sofortigen Zugriff auf die Liquidität, während Indexfonds unter Druck geraten könnten, die Aktie schnell in ihre Benchmarks aufzunehmen, was die Volatilität in den ersten Tagen nach dem Start erhöhen könnte.

Immobilien-Boom in Brownsville: Der „Wildcard“-Effekt

Die finanziellen Auswirkungen des Börsengangs reichen weit über die Depots der Mitarbeiter hinaus und treffen direkt auf den Immobilienmarkt von Brownsville, Texas. Die Stadt liegt in unmittelbarer Nähe zu Starbase, der kommerziellen Startanlage von SpaceX, die 2014 an der Boca Chica Beach ausgewählt wurde.

Immobilien-Boom in Brownsville: Der „Wildcard“-Effekt

Laut Realtor.com ist der lokale Markt derzeit extrem unterbewertet: Der mittlere Listenpreis in Brownsville liegt bei 290.000 US-Dollar, was 7,9 % unter dem Vorjahreswert liegt und weit unter dem nationalen Median von 425.000 US-Dollar liegt.

Hannah Jones, Senior Economist bei Realtor.com, bezeichnet den anstehenden Börsengang als die größte Unbekannte am Horizont.

„Langjährige Bewohner stehen unter echtem Preisdruck bei der Bezahlbarkeit – während neue Fachkräfte, von denen viele SpaceX-Umzügler sind, Brownsville im Vergleich zu ihren Herkunftsorten als bemerkenswert günstig empfinden“ Hannah Jones, Realtor.com

Die Knappheit im Luxussegment ist eklatant. Von 1.617 aktiven Angeboten im April lagen nur 67 über einer Million US-Dollar. Jones prognostiziert, dass ein erheblicher Teil des neuen Kapitals der frisch gebackenen Millionäre in Immobilien fließen wird, was die Preise am oberen Ende des Marktes schnell nach oben treiben könnte.

Der Immobilienmakler Bob Torres berichtet von einem beispiellosen Boom, der bereits durch einen Tweet von Elon Musk im März 2021 ausgelöst wurde, in dem er Menschen dazu aufforderte, in die Region Brownsville/South Padre zu ziehen. Torres beschreibt eine Situation, in der Käufer aus Oregon, Washington oder Nordkalifornien Immobilien oft ungesehen per FaceTime-Call und in bar kauften, in der Hoffnung, eine Stelle bei SpaceX zu bekommen.

Diese Entwicklung wurde durch die Verlegung des SpaceX-Hauptquartiers von Hawthorne, Kalifornien, nach Starbase im Jahr 2024 beschleunigt. Die Dynamik ist so stark, dass Starbase im Jahr 2025 offiziell zu einer eingetragenen Stadt wurde.

Mit dem Börsengang am Freitag wird sich zeigen, ob die historische Bewertung von fast 1,8 Billionen US-Dollar standhält oder ob die Warnungen vor einer Überbewertung und einer anschließenden Korrektur Realität werden. Für die Mitarbeiter in Texas ist der finanzielle Gewinn jedoch bereits jetzt eine lebensverändernde Realität.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.