Der US-Amerikaner Sepp Kuss gewann am 29. Mai 2026 die Königsetappe des 109. Giro d’Italia auf der Strecke von Feltre nach Alleghe. Während Kuss damit seinen persönlichen Erfolg in allen drei Grand Tours vollendete, festigte Gesamtführender Jonas Vingegaard seine Führung und steuert nun auf den Sieg in Rom zu.
Sepp Kuss‘ Triumph und die Grand-Tour-Vollendung
Die 19. Etappe war ein brutaler Härtetest über 151 Kilometer mit knapp 5.000 Höhenmetern. Sepp Kuss, der innerhalb seines Teams Visma-Lease a Bike primär als Helfer für Jonas Vingegaard fungiert, nutzte die Chance in der Ausreißergruppe und sicherte sich den Etappensieg. Er setzte sich mit einem Vorsprung von 13 Sekunden gegen den Kanadier Derek Gee-West durch, während Giulio Ciccone den dritten Platz belegte. Mit diesem Erfolg hat Kuss eine seltene Leistung erbracht: Er ist nun einer der wenigen Fahrer, die Etappensiege bei der Tour de France, der Vuelta a España und dem Giro d’Italia vorweisen können. Laut Sportschau war dieser Sieg für den 31-Jährigen ein lang gehegter Traum. „Ich habe davon immer geträumt. Aber in jedem Jahr, in dem es nicht geklappt hat, dachte ich, dass es immer schwieriger wird. Es ist unglaublich.“ Sepp Kuss, Visma-Lease a Bike Die Dynamik des Rennens war von Beginn an hoch. Während die Favoriten erst 3,1 Kilometer vor dem Ziel ihre ersten Attacken starteten, wurde das Rennen vorne von den Ausreißern entschieden. Giulio Ciccone hatte sich in der Abfahrt des vorletzten Berges gelöst, wurde jedoch im Schlussanstieg von Kuss überholt. „Heute war eine Etappe, auf der jeder, der wollte, attackieren konnte. Das erste Teilstück wurde extrem schnell gefahren, das Feld ist sofort auseinandergebrochen. Ich habe unglaublich viel für das Trikot investiert, um die Punkte zu holen. Ich musste so fahren, das war die einzige Lösung, die ich hatte.“ Giulio Ciccone, Lidl-TrekVingegaards Dominanz und der Kampf um das Podium
Für den Gesamtführenden Jonas Vingegaard war die Königsetappe eine Bestätigung seiner Überlegenheit. Der Däne beendete die Etappe auf dem fünften Platz mit einem Zeitverlust von 39 Sekunden, was jedoch kaum Auswirkungen auf seine Führung hat. Vingegaard geht mit einem komfortablen Vorsprung von 4:03 Minuten auf den Österreicher Felix Gall in die letzte Bergetappe. Wie Cycling Magazine analysierte, war dieser Tag entscheidend für die Podiumsplätze. Während das Rosa Trikot faktisch entschieden scheint, kristallisierte sich der Kampf um die Plätze zwei und drei heraus. Felix Gall (Decathlon-CMA CGM), der vierten Platz belegte, und Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe), der Sechster wurde, sind die Hauptkonkurrenten. Gall zeigte sich trotz des Zeitabstands zu Vingegaard zufrieden. Er berichtete gegenüber Radsport-News, dass er sich den gesamten Tag über gut gefühlt habe und sogar ungewöhnlicherweise die Landschaft genießen konnte, bevor der brutale Schlussanstieg folgte.Taktische Manöver um das Weiße und Bergtrikot
Der Ausfall von Jhonatan Narváez

Die finale Hürde in Piancavallo
Bevor der Giro d’Italia am Sonntag mit einer flachen Etappe in Rom endet, wartet am Samstag eine letzte, schwere Bergetappe. Die Strecke von Gemona del Friuli nach Piancavallo erstreckt sich über mehr als 200 Kilometer. Das entscheidende Merkmal dieses Teilstücks ist der Anstieg nach Piancavallo, ein Berg der ersten Kategorie, der gleich zweimal bewältigt werden muss: einmal etwa 40 Kilometer vor dem Ziel und ein zweites Mal direkt bei der Bergankunft. Für die Fahrer, die nach drei Wochen im Sattel an ihre Grenzen stoßen, wird dies die letzte Chance sein, die Gesamtwertung oder die Podiumsplätze zu beeinflussen. Die aktuelle Situation lässt sich wie folgt zusammenfassen:| Kategorie | Status / Führung | Differenz / Detail |
|---|---|---|
| Gesamtwertung (Rosa) | Jonas Vingegaard | 4:03 Min. vor Felix Gall |
| Etappensieg (Etappe 19) | Sepp Kuss | 13 Sek. vor Derek Gee-West |
| Weiße Trikot (Nachwuchs) | Afonso Eulálio | ~2 Min. vor Davide Piganzoli |
| Punktewertung | Paul Magnier | Nach Ausfall von Narváez gesichert |