Es ist der 13. April 2026. Während die Welt des Frauenbasketballs den Atem anhält, steht die UCLA vor einem historischen Moment, der weit über einen sportlichen Triumph hinausgeht. Die Bruins haben gerade erst die NCAA-Meisterschaft in einem dominanten 79:51-Sieg gegen South Carolina errungen, doch nun verschiebt sich der Fokus vom Campus in die Profiligen. Sechs Seniorinnen der UCLA treten heute zum WNBA-Draft an. Sollten alle sechs ausgewählt werden, würde dies ein beispielloses Kapitel in der Geschichte des College-Basketballs aufschlagen: kein Programm hat jemals so viele Spielerinnen in einem einzigen Draft an die Profis abgegeben.
Ein historischer Durchmarsch in der WNBA
Die statistische Dominanz dieser Abschlussklasse ist fast surreal. Im Final Four übernahmen die Seniorinnen die komplette Kontrolle über das Spielgeschehen. In den entscheidenden Partien gegen Texas im Halbfinale und South Carolina im Finale erzielten die sechs Absolventinnen alle 130 Punkte ihres Teams. Kein anderes Team in der Geschichte der NCAA konnte jemals so eine absolute Abhängigkeit von seinen Seniorinnen im Final Four demonstrieren und gleichzeitig so erfolgreich sein.
Die Expertenprognosen von ESPN untermauern diesen Anspruch. Vier der sechs Spielerinnen gelten als sichere Tipps für die erste Runde. Lauren Betts wird auf Platz 4 erwartet, gefolgt von Gianna Kneepkens (Platz 8), Gabriela Jaquez (Platz 11) und Kiki Rice (Platz 12). Zusammen mit Charlisse Leger-Walker und Angela Dugalić bilden sie eine Einheit, die die WNBA-Landschaft nachhaltig prägen könnte. WNBA-Coaches, wie Sandy Brondello von den Toronto Tempo, beobachteten die Talente bereits intensiv in der Pauley Pavilion.
Die emotionale Zerreißprobe der „Bruin-Unit“
Hinter den harten Zahlen steht eine tief menschliche Geschichte von Kameradschaft und Abschied. Gabriela Jaquez versuchte lange, den Lärm um den Draft auszublenden. Sie wollte den Moment als College-Athletin voll auskosten, bevor die professionelle Realität zuschlägt. Erst ein Kommentar ihres Cousins brachte die Tragweite der Situation ins Bewusstsein: Die Vorstellung, dass sie und ihre engste Verbündete Kiki Rice bald gegeneinander antreten könnten, war anfangs kaum vorstellbar.
Diese sechs Frauen funktionierten über Jahre als eine geschlossene Einheit. Sie bezeichnen sich selbst als „Unit“, verbunden durch gemeinsame harte Arbeit und die Freude am Spiel. Nun stehen sie vor der paradoxen Situation, dass ihr gemeinsamer Erfolg sie in die Konkurrenz zwingt. „Wir haben ein Vermächtnis aufgebaut“, so Jaquez. Dieses Erbe besteht nicht nur aus dem nationalen Titel, sondern aus einer Liebe zueinander, die sie heute mit auf die Bühne des Drafts nehmen.
Gabriela Jaquez: Die Evolution einer Allrounderin
Besonders beeindruckend ist die Entwicklung von Gabriela Jaquez. Die mexikanisch-amerikanische Guard, die bereits in der dritten Klasse davon träumte, für UCLA zu spielen, hat sich zu einer der vielseitigsten Spielerinnen ihres Jahrgangs entwickelt. Mit einer Körpergröße von 1,83 m besetzt sie die Position auf dem Flügel perfekt. Sie verteidigt mehrere Positionen, agiert als Rebounderin und ist eine verlässliche sekundäre Spielmacherin.
Ihre Effizienz in der Senior-Saison ist ein Hauptgrund für ihren Aufstieg in die erste Runde der Draft-Prognosen. Jaquez traf über 60 % ihrer Zweipunktwürfe und über 40 % ihrer Dreier. Im championship-Spiel gegen South Carolina bewies sie ihre Klasse mit 21 Punkten, 10 Rebounds und fünf Assists. Diese Allround-Performance macht sie für WNBA-Teams extrem attraktiv, da sie Struktur ins Spiel bringt, ohne ein hohes Ballvolumen zu benötigen.
Auch privat ist der Basketball ein Familienprojekt. Ihr Bruder, Jaime Jaquez Jr., der bei den Miami Heat spielt, beobachtete ihren Weg mit Stolz. Für die in Irvine, Kalifornien, geborene Athletin, die in ihrer Highschool-Zeit sogar im Softball glänzte, ist der heutige Tag die Erfüllung eines lebenslangen Traums.
Werden wirklich alle sechs UCLA-Seniorinnen im Draft ausgewählt?
Es ist sehr wahrscheinlich. Die ESPN-Projektionen sehen alle sechs Spielerinnen in der ersten oder zweiten Runde. Sollte dies eintreffen, wäre UCLA das erste Programm in der Geschichte der WNBA, das sechs Spielerinnen in einem einzigen Draft unterbringt.
Was machte die Leistung der Seniorinnen im Final Four so besonders?
Die Seniorinnen erzielten alle 130 Punkte der Bruins in den Spielen gegen Texas und South Carolina. Zuvor hatte noch nie ein Team im Final Four alle Punkte ausschließlich durch seine Abschlussklasse erzielt.
Welche Rolle spielt Gabriela Jaquez im Team und warum ist sie für die WNBA wertvoll?
Jaquez ist eine vielseitige Guard, die sowohl defensiv als auch offensiv überzeugt. Ihre Fähigkeit, effektiv zu werfen (über 60 % bei 2-Punktern), kombiniert mit ihrer Stärke beim Rebound und ihrer Spielintelligenz, macht sie zu einer idealen Ergänzung für Profi-Teams, die flexible Flügelspielerinnen suchen.