Sean McVay und weitere Cheftrainer in der NFL haben nach dramatischen Fehlern in Woche 5 offene Fehler eingestanden. Nach einer knappen Verlängerungsniederlage gegen die Buffalo Bills äußerte sich der Rams-Coach frustriert über ein verpatztes Special Team und eigene taktische Entscheidungen im Extra-Quarter.
Die NFL-Woche 5 lieferte nicht nur spektakuläre Ergebnisse auf dem Rasen, sondern auch eine seltene Welle öffentlicher Selbstkritik von prominenter Trainerseite. Sean McVay, Cheftrainer der Los Angeles Rams, zeigte sich nach dem 37:34 in der Verlängerung gegen die Buffalo Bills am Montagabend, 12. Oktober 2026, ungewöhnlichungslos reuig. In einer packenden Begegnung im SoFi Stadium gaben die Rams eine Partie aus der Hand, die trotz starker Offensivleistungen erneut an chronischen Schwächen im Special-Teams-Bereich scheiterte.
Für die im Super-Bowl-Favoritenkreis gehandelten Rams bedeutet dieser Rückschlag einen Fehlstart in der Bilanz. Bereits zum vierten Mal innerhalb der letzten fünf Spielzeiten stehen die Kalifornier nach fünf absolvierten Partien mit einer negativen Bilanz von zwei Siegen bei drei Niederlagen da. Im Jahr 2022 beendeten sie eine solche 2:3-Anfangsphase nach einer deutlichen Heimniederlage gegen Buffalo am Ende mit fünf Erfolgen und zwölf Pleiten. Ein Jahr später gelang zwar noch die Wende zu einer 10:7-Saison, die jedoch im NFC-Wild-Card-Spiel gegen die Detroit Lions endete.

Sean McVay und die wankelmütigen Special Teams der Rams
Die Probleme der Rams im Bereich der Special Teams begleiten das Team bereits seit der Vorsaison, als McVay im Offseason-Verlauf viel Arbeitszeit in die Behebung dieser Bausteine steckte. Auch in Inglewood kosteten diese Defizite den Super-Bowl-Anwärter den möglichen Sieg, als Kicker Harrison Mevis einen spielentscheidenden Kick in der Verlängerung nicht unterbringen konnte. Buffalo-Linebacker Greg Rousseau drang durch die Linie und blockte den Versuch, womit er die Tür für Josh Allens finale Offense-Serie öffnete. Bereits zuvor hatte Mevis einen Versuch aus mehr als 50 Yards verfehlt, während der Kicker in seiner Laufbahn aus Distanzen jenseits von 43 Yards erhebliche Probleme aufweist.
McVay nahm nach dem Schlusspfiff kein Blatt vor den Mund und stellte sich schützend vor die Anstrengungen seiner Spieler, während er gleichzeitigungslos mit der eigenen Leistung ins Gericht ging. Mit rauem Tonfall kommentierte er die Mängel seiner Equipe und kündigte an, sämtliche Abläufe im Bereich der Special Teams genau unter die Lupe zu nehmen. Die Quote bei Field Goals, die das Team in der laufenden Saison verzeichnet, gehört zu den schwächsten im gesamten Ligabetrieb.
Sean McVay sagte: „Mir ist im Moment schlecht vor Selbstvorwürfen, und ich bin so stolz auf diese Truppe. Das ist der harte Teil des Sports, aber ich bin stolz auf dieses Team. Ich bin stolz darauf, wie wir gekämpft haben, und es macht mich krank, dass wir am Ende den Kürzeren gezogen haben.
Kritische Trainmentsentscheidung in der Verlängerung
Neben den Patzern der Equipe stand vor allem McVays eigener Gameplan im Fokus der Kritik. Nach einem Quarterback-Sack und starken Pässen von Matthew Stafford, der den Ball über 383 Yards und drei Touchdowns warf, hatten sich die Rams bis an die 30-Yard-Linie der Gäste vorgearbeitet. Wide Receiver Puka Nacua lieferte dabei mit 17 gefangenen Pässen für 138 Yards und einem Touchdown eine rekordverdächtige Vorstellung ab, während Routinier Davante Adams zwei Touchdown-Empfänge beisteuerte. Als jedoch im Zusatzviertel ein dritter Versuch und fünf Yards zu bewältigen waren, entschied sich der Cheftrainer für ein konservatives Laufspiel durch Kyren Williams, das ohne Raumgewinn gestoppt wurde.

Statt das Risiko einzugehen und auf die Stärke der Offense zu vertrauen, orderte McVay das Special-Teams-Unit auf den Rasen. Sean McVay erklärte: „Ich wünschte, ich hätte einen besseren Spielzug aufgerufen und es ausgespielt, es enger gemacht.“ Sean McVay sagte: „Es macht mich krank, dass wir den Kürzeren gezogen haben, und ich werde es bereuen, das gekickt zu haben und keinen besseren Spielzug gehabt zu haben, um es beim dritten Versuch auszuspielen und zum vierten zu gehen oder was auch immer es war, und das geht auf meine Kappe.“ Die darauffolgende Distanz von 48 Yards erwies sich für Mevis als unüberwindbar, da die Defensive der Gäste das Leder abfälschte.””
Josh Allen und die Buffalo Bills sichern den ersten Overtime-Sieg
Für die Gäste aus Buffalo brachte das dramatische Ende einen historischen Meilenstein im Rahmen ihrer Bilanz von nun vier Siegen aus fünf Partien. Allen lieferte mit 210 Passing Yards, einem Pass-Touchdown auf Keon Coleman sowie herausragenden 121 Rushing Yards inklusive eines eigenen Lauf-Touchdowns eine Schlüsselperformance ab.
Josh Allen sagte: „Das ist das Schöne am Football: Du bekommst einen weiteren Drive. Du bekommst ein weiteres Spiel. Alles, was du tun kannst, ist, dich weiter nach vorne zu kämpfen. Du hoffst, dass jemand in der Defense oder den Special Teams ein Play machen kann, und genau das ist passiert. Greg Rousseau hat ein Play gemacht.
Dabei lief die Partie für die Gäste keineswegs fehlerfrei. Running Back James Cook erlief zwar 111 Yards, leistete sich jedoch einen kostspieligen Fumble in der Verlängerung, der den Rams zunächst die erstklassige Gelegenheit zum Sieg einbrachte. Nach dem anschließenden, durch Rousseau und Teamkollege Michael Hoecht vorbereiteten Block des Field Goals nutzte Allen jedoch seine Läufe, um Kicker Tyler Bass in eine günstige Position zu bringen. Bass verwandelte daraufhin den entscheidenden 45-Yard-Field-Goalversuch mit 1:55 Minuten auf der Uhr, während die Rams ihren Blick nun auf kommende Aufgaben richten müssen, um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren.

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