US-Sicherheitskräfte des Secret Service erschossen am Samstagabend einen bewaffneten Angreifer in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses in Washington. Der 21-jährige Nasire B. aus Maryland eröffnete an einem Kontrollpunkt das Feuer, wobei ein unbeteiligter Passant verletzt wurde. Präsident Donald Trump befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in seinem Amtssitz.
Der Vorfall ereignete sich am Samstag nach 18:00 Uhr Ortszeit an der Kreuzung der Pennsylvania Avenue und der 17. Straße, nur einen Block vom Weißen Haus entfernt. Wie Sicherheitskräfte des Secret Service mitteilten, zog der Verdächtige eine Waffe aus einer Tasche und eröffnete das Feuer. Die Beamten erwiderten die Schüsse umgehend und trafen den Angreifer, der später in einem Krankenhaus verstarb.
Die Intensität des Schusswechsels war erheblich. Während Journalisten vor Ort von etwa 20 bis 30 Schussgeräuschen berichteten, bezifferte der Sender CBS die Zahl der abgefeuerten Projektile auf 15 bis 30. In der Folge wurde der Nordrasen des Weißen Hauses geräumt und Reporter wurden in den Presseraum beordert.
Ein unbeteiligter Passant wurde bei dem Vorfall ebenfalls getroffen. Während erste Meldungen lediglich von einer Verletzung sprachen, berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf CNN, dass sich die Person in einem kritischen Zustand befinde. Es ist derzeit unklar, ob die Verletzung durch die Schüsse des Angreifers oder durch das Feuer der Sicherheitskräfte verursacht wurde.
Die Vorgeschichte von Nasire B.
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Die Ermittlungen ergaben, dass der Schütze den Behörden bereits bekannt war. Bei dem 21-jährigen Nasire B. aus Maryland handelte es sich um eine Person, die bereits mehrfach mit dem Secret Service in Kontakt gestanden hatte. Die Hintergründe des Angreifers zeichnen das Bild einer psychisch instabilen Person mit einer Fixierung auf das Regierungsgebäude.
Juni 2025: B. blockierte eine Zufahrtsspur am Weißen Haus und behauptete, er sei Jesus Christus. Er wurde festgenommen und zur psychiatrischen Untersuchung in das Psychiatric Institute of Washington eingewiesen.
Juli 2025: Er versuchte erneut, in eine Zufahrt des Komplexes einzudringen. Ein Richter erließ daraufhin eine gerichtliche Anordnung, die ihm die Annäherung an das Gelände des Weißen Hauses untersagte.
Social-Media-Aktivitäten: In sozialen Netzwerken bezeichnete sich B. als der echte Osama bin Laden und äußerte Drohungen gegen Präsident Donald Trump.
Trotz des bestehenden Betretungsverbots gelang es dem Mann, sich am Samstag einem Sicherheitscheckpoint zu nähern. Ob B. allein handelte oder Unterstützer hatte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Behörden prüfen derzeit, ob politische Motive oder primär psychische Faktoren die Tat auslösten.
Trumps Reaktion und Prioritäten im Amtssitz
Schüsse während Live-Bericht vor dem Weißen Haus: Passanten ergreifen die Flucht
Präsident Donald Trump hielt sich während des gesamten Vorfalls im Weißen Haus auf. Interessanterweise verzichtete er an diesem Feiertagswochenende auf die Teilnahme an der Hochzeit seines ältesten Sohnes, Donald Trump Jr., um stattdessen in Washington an einer Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs zu arbeiten.
Kurz nach dem Vorfall äußerte sich Trump über seine Plattform Truth Social. Er lobte die schnelle Reaktion seiner Sicherheitskräfte und ordnete die Tat als Ergebnis einer persönlichen Besessenheit des Täters ein.
„Vielen Dank an unseren großartigen Secret Service und die Strafverfolgung für ihr schnelles und professionelles Eingreifen heute Abend“
Donald Trump, US-Präsident, via Truth Social
Trump ergänzte, dass der Angreifer eine gewalttätige Vergangenheit gehabt habe und möglicherweise von dem meist geschätzten Bauwerk unseres Landes besessen gewesen sei.
Sicherheitslücken trotz Vorwarnung
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Der Vorfall wirft kritische Fragen zur Wirksamkeit von Annäherungsverboten auf. Nasire B. war den Behörden seit mindestens einem Jahr bekannt, war bereits in einer psychiatrischen Klinik untergebracht und unterlag einer richterlichen Anordnung, die ihm den Zugang zum Gelände untersagte. Dennoch konnte er eine Waffe mit an einen Kontrollpunkt bringen und das Feuer eröffnen.
Dass kein Beamter des Secret Service verletzt wurde, wird als Erfolg der schnellen Reaktion gewertet. Dennoch bleibt die Tatsache, dass eine Person mit einer dokumentierten Vorgeschichte von Drohungen und illegalen Annäherungsversuchen in die unmittelbare Nähe des Präsidenten vordringen konnte, ein problematischer Aspekt für die Sicherheitsanalyse in Washington.
Während die Untersuchung des Secret Service und des FBI noch läuft, konzentriert sich die Öffentlichkeit auf die Frage, wie ein bereits identifizierter und sanktionierter Störer erneut so nah an das Zentrum der US-Macht gelangen konnte.
Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.
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