Die französisch-russische Schauspielerin Marina Vlady ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Bekannt aus über 80 Filmen und als Muse des Sängers Wladimir Wyssozki, schlief sie zu Hause im Kreis ihrer Familie ein.
Die international gefeierte Filmschaffende Marina Vlady hat das europäische Kino über Jahrzehnte hinweg geprägt. Vlady starb im Alter von 88 Jahren, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Erklärung der Familie mitteilte.
Ihre Kinder würdigten das Leben der Künstlerin in einer offiziellen Erklärung. Sie sei „zu Hause, im Kreise ihrer Angehörigen und ihrer Tiere“ gestorben, und sie würdigten in der Erklärung „ein langes, schönes und erfülltes Leben“.””

Eine Karriere von der frühen Kindheit bis zum internationalen Durchbruch
Bereits im Alter von zehn Jahren stand die in der Nähe von Paris geborene Tochter einer Tänzerin und eines Operettentenors vor der Kamera. Ihr schauspielerischer Weg begann an der Seite ihrer Eltern, und die in der Nähe von Paris geborene Tochter hatte einen Vater, der daneben auch als französischer Armee-Flieger tätig war und an der Oper sang. Vlady drehte mehr als 80 Filme, bevor sie sich später vor allem dem Schreiben widmete.
Den internationalen Durchbruch erlangte sie 1956 mit dem Jugendbanden-Drama Vor der Sintflut
. Der große Bekanntheitsgrad folgte kurz darauf mit Die blonde Hexe
, wodurch sie vom reinen Mädchen-Star zu einer weltweit beachteten Charakterdarstellerin aufstieg.
Zusammenarbeit mit den Großen des europäischen Autorenkinos
Im Laufe ihrer langen Laufbahn arbeitete die Darstellerin mit zahlreichen namhaften Regisseuren zusammen. Vlady wirkte in Filmen bedeutender Regisseure mit, darunter Jean-Luc Godard und Orson Welles. Für letzteren übernahm sie 1965 eine seltene englischsprachige Rolle in dessen Shakespeare-Verfilmung Chimes at Midnight
.
Ihre Angehörigen hoben in ihrem Nachruf hervor, wie stark Vlady die Werke verschiedenster Regiegrößen bereichert hat. Sie spielte zudem in Filmen von Chris Marker, Bertrand Tavernier, André Cayatte, Ettore Scola, Jean Delannoy und vielen anderen.
Die Verbindung zum sowjetischen Publikum und Wladimir Wyssozki
Während Vlady in Europa oft Rollen übernahm, die das Klischee der geheimnisvollen russischen Seele bedienten, war ihre Bedeutung im osteuropäischen Raum eine ganz eigene. Sowjetische Zuschauer kannten sie vor allem als enigmatischen Star und als Ehefrau sowie Muse des Dichters und Protestsängers Wladimir Wyssozki.
Zu ihren weiteren Partnerschaften zählte die Ehe mit dem Regisseur und Schauspieler Robert Hossein, der etwa zehn Jahre älter war als sie. Ihre schauspielerische Arbeit umfasste zudem Auftritte an der Seite ihrer Schwestern in musikalischen Projekten sowie auf der Theaterbühne.
Weiterlesen