Ein US-amerikanisches Archäologenteam ist am Montag auf der abgelegenen Pazifikinsel Nikumaroro eingetroffen, um zu prüfen, ob ein im Insel-Lagunenbecken sichtbares Objekt das vermisste Flugzeug der Luftfahrtpionierin Amelia Earhart aus dem Jahr 1937 ist.
Die Wissenschaftler wollen den umstrittenen Standort untersuchen.
Die Anfahrt durch den Pazifik nach Nikumaroro
Die Schiffsbesatzung legte während der Überfahrt von Tarawa eine Strecke durch den South Pacific zurück. Nach Angaben von Reuters wird die Mission von Purdue University unterstützt. Steve Schultz, ein Anwalt von Purdue, beschrieb die Anstrengung im Vorfeld als Vorbereitung auf die Erforschung einer der großen Spuren.
Vor Ort stehen die Forscher laut der BBC vor logistischen Herausforderungen wie starker Vegetation und dem El-Niño-Phänomen.

Die Stiftung Purdue Research Foundation unterstützt das Projekt. Ein Purdue-Forschungsstipendium finanzierte die Entwicklung der Electra, die als fliegendes Labor bezeichnet wurde. Das Archaeological Legacy Institute ist Teil des Teams. Die Purdue Research Foundation betreibt zudem den Purdue Research Park, den Discovery Park District sowie weitere Technologiezentren.
Die Debatte um das Taraia-Objekt und die Skeptiker
Ob es sich bei dem im flachen Wasser der Lagune liegenden Gegenstand tatsächlich um die verbleibenden Teile einer Lockheed Electra handelt, ist in der Fachwelt umstritten. Während die Expeditionsteilnehmer in der Form einen Rumpf und Tragflächen zu erkennen glauben, äußerten andere Beobachter Zweifel. Zu den Kritikern zählt der rivalisierende Entdecker Ric Gillespie, Mitbegründer von TIGHAR (The International Group for Historic Aircraft Recovery) und Autor des Werkes One More Good Flight: The Amelia Earhart Tragedy
aus dem Jahr 2024. Gillespie hat über drei Jahrzehnte hinweg ein Dutzend eigener Expeditionen zum Atoll geführt und gilt als wichtigster Vertreter der Insel-Theorie für den Verbleib.
Jede etwaige Bergung von Flugzeugteilen würde nach Angaben von Berichterstattern zudem die offizielle Genehmigung der Regierung von Kiribati erfordern. Die offizielle Haltung der US-Regierung ging historisch davon aus, dass der Treibstoff ausging und die Maschinen nahe Howland Island abstürzten.
Gefahren durch die Großkrabben der Pazifikinsel
Ein besonderer Aspekt des Aufenthalts auf dem unbewohnten Eiland ist die Tierwelt. Die crustazeenartigen Tiere, die auch als Palmendiebe bekannt sind, können bis zu 28 Kilogramm heben, eine Beinspannweite von bis zu einem Meter erreichen und ein Körpergewicht von mehr als vier Kilogramm aufweisen.
Die Tiere gelten als die größten landlebenden Krustentiere der Erde und können auch auf Bäume klettern. Historische Hypothesen besagen, dass Earhart nach einer Notlandung auf dem Atoll von den fleischfressenden Tieren überwältigt worden sein könnte, welche die Knochen in früheren Tests innerhalb von weniger als zwei Wochen in ihren Höhlen verstreuten. Die Expedition ist auf eine Dauer von fünf Tagen ausgelegt, in der die Teilnehmer Ausrüstung transportieren, Vegetation roden und Betriebsabläufe etablieren.

Die Ankunft auf dem Eiland folgt auf eine Anreise, nachdem Earhart und ihr Navigator Fred Noonan im Juli 1937 verschwanden.
Die Arbeiten im Inseldschungel konzentrieren sich darauf, magnetische Metalle aufzuspüren und Sedimentschichten mithilfe von Gerätschaften zu verlagern. Die Untersuchungen in den flachen Gewässern sollen Aufschluss darüber geben, ob das Objekt tatsächlich künstlichen Ursprungs ist oder zu den unverstandenen Anomalien der Region gehört.
Während die Expedition fortgesetzt wird, bleiben die genauen Ergebnisse der im seichten Wasser geplanten Erkundungen abzuwarten. Die Beteiligten betonen jedoch die historische Dimension des Unterfangens an diesem abgelegenen geographischen Punkt.
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