Tausende Arbeitsplätze fallen schneller weg als geplant: Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler treibt seinen Stellenabbau und die Restrukturierung schneller voran als geplant. Bis zum 30. September 2026 wurden bereits 3.715 der 4.700 geplanten Stellen gestrichen, während ein im August gestartetes Altersteilzeitprogramm mit 1.800 Verträgen die Erwartungen deutlich übertraf.
Schaeffler zieht den Stellenabbau vor
September 2026 bereits 3.715 Stellen erreicht. Beim Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler schreitet der konzernweite Personalabbau deutlich schneller voran als ursprünglich kalkuliert. Nach Angaben des Unternehmens soll die Zielgröße damit bereits Ende 2028 und somit ein volles Jahr früher als zunächst geplant abgeschlossen werden.
Für die noch verbleibenden 985 abzubauenden Stellen im Konzern liegen nach Unternehmensangaben bereits vertragliche Vereinbarungen vor.
Der beschleunigte Umbau sorgt zugleich dafür, dass die im Jahr 2029 erwarteten Einsparungen von 290 Millionen Euro voraussichtlich um mehr als 20 Prozent übertroffen werden.

Da die Einmalaufwendungen für den Umbau geringer ausfielen als veranschlagt, konnte Schaeffler im dritten Quartal nicht benötigte Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von rund 84 Millionen Euro auflösen.
Mitarbeiter nutzen das Altersteilzeitprogramm
Statt der anvisierten 1.300 Beschäftigten haben sich bis zum Stichtag bereits 1.800 Männer und Frauen der Jahrgänge 1971 und älter auf die entsprechenden Verträge verpflichtet, wie Vorstandschef Klaus Rosenfeld in Herzogenaurach mitteilte. Neben dem regulären Personalabbau treibt der Konzern eine freiwillige Verkleinerung der Belegschaft voran. Bis zum 5. Oktober schloss Schaeffler nach eigenen Angaben 1.768 beziehungsweise rund 1.800 neue Altersteilzeitverträge ab.
Die Konditionen dieser Altersteilzeitangebote orientierten sich an den Regelungen der im November 2024 bekanntgegebenen strukturellen Maßnahmen und umfassen Laufzeiten von zwei Jahren bis zu acht Jahren mit jeweils hälftig aktiven und passiven Jahren.

Das Unternehmen verbindet mit diesem Schritt das Ziel, planbare Übergänge in den Ruhestand zu schaffen und eine verantwortungsvolle sowie partnerschaftliche Personalpolitik in herausfordernden Zeiten umzusetzen.
Finanzielle Effekte an der Börse
Der Abschluss der zusätzlichen Altersteilzeitverträge führt bereits im Jahr 2027 zu einem positiven Cash-Flow-Effekt. Die vorgezogenen Strukturmaßnahmen hinterlassen spürbare Spuren in den Finanzkennzahlen des in Herzogenaurach ansässigen Familienunternehmens. Für das Jahr 2029 rechnet das Management zudem mit einem positiven Ergebniseffekt von rund 55 Millionen Euro.
„Der erfolgreiche Abschluss von zusätzlichen Altersteilzeitverträgen schafft für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planbare Übergänge in den Ruhestand und ist ein Beispiel für eine verantwortungsvolle und partnerschaftliche Personalpolitik in herausfordernden Zeiten.
Schaeffler Gruppe, Unternehmensmitteilung
Die Aktie des Auto- und Industriezulieferers reagierte im Handel an der Börse mit deutlichen Kursgewinnen und schnellte auf die Neuigkeiten hin um gut fünf Prozent nach oben. An der Börse wurden die vorgelegten Mitteilungen gut aufgenommen.
Das Unternehmen beschäftigt weltweit an mehr als 250 Standorten in 55 Ländern rund 110.000 Mitarbeiter, wovon gut die Hälfte auf Europa entfällt.
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