Ein neues robotergestütztes Hüft-Exoskelett namens Bot-Fit senkt den Blutzuckeranstieg bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes während des Gehens messbar. Die von Samsung finanzierte Proof-of-Concept-Studie zeigt, dass mechanische Unterstützung die Stoffwechselwerte verbessert, wobei verschiedene Betriebsmodi unterschiedliche Kreislaufreaktionen auslösen.
Wie das Exoskelett Bot-Fit den Blutzuckeranstieg beim Gehen dämpft
Körperliche Aktivität gilt als wesentlicher Baustein in der Behandlung des Typ-2-Diabetes. Neue technologische Ansätze untersuchen zunehmend, wie gezielte mechanische Unterstützung Bewegungseinheiten effektiver oder zugänglicher gestalten kann. Eine südkoreanische randomisierte Crossover-Studie, die im Fachjournal BMC Endocrine Disorders veröffentlicht wurde, liefert dazu konkrete Einblicke.
Das Forschungsteam untersuchte den Einsatz eines robotergestützten Hüft-Exoskeletts bei betroffenen Erwachsenen während standardisierter Geheinheiten. An der Untersuchung nahmen 14 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes teil. In drei Durchgängen von jeweils 30 Minuten Dauer gingen die Teilnehmer einmal ohne technische Unterstützung sowie zweimal mit dem Bot-Fit-Hüft-Exoskelett, das in den Betriebsmodi Aqua und Boost betrieben wurde.

Sowohl der Aqua- als auch der Boost-Modus führten laut den Wissenschaftlern im Vergleich zum normalen Gehen ohne Hilfsmittel zu einer messbaren Verringerung des Blutzuckeranstiegs. Über eine Zeitspanne von 120 Minuten reduzierte sich die inkrementelle Glukosefläche beim Gehen ohne Gerät von 6461 ± 2477 mg·min/dL auf 4877 ± 1946 mg·min/dL im Aqua-Modus und auf 5072 ± 2339 mg·min/dL im Boost-Modus.
Gegensätzliche Effekte auf Anstrengung und Kreislauf in den Modi Aqua und Boost
Neben den Stoffwechselparametern erfasste das Studienteam auch physiologische Reaktionen und die subjektive Belastung der Teilnehmenden. Dabei zeigten die beiden Betriebsmodi des Geräts gegensätzliche Effekte auf den Körper.
Im Boost-Modus, der die Vorwärtsbewegung mechanisch unterstützt, verringerte sich die empfundene Anstrengung der Probanden deutlich. Auf der entsprechenden Skala betrug der Mittelwert 4,0 ± 1,3, während er beim unassistierten Gehen bei 5,2 ± 2,3 lag. Der Aqua-Modus simuliert hingegen einen erhöhten Widerstand bei der Bewegung, was eine stärkere Beanspruchung des Herz-Kreislauf-Systems zur Folge hatte: Hier stieg die durchschnittliche Herzfrequenz auf 118,9 ± 20,2 bpm an, im Gegensatz zu 105,7 ± 16,3 bpm beim Gehen gänzlich ohne das Exoskelett.
Vergleich mit systematischen Auswertungen zum allgemeinen Gehtraining bei Diabetes
Diese umfassendere Auswertung – veröffentlicht über Elsevier – unterstreicht die Bedeutung regelmässiger körperlicher Betätigung und ergänzt somit die spezifischen Ergebnisse zu den Vorteilen einer mechanischen Unterstützung beim Gehen.
- Die Meta-Analyse wies einen kombinierten Effekt auf den HbA1c-Wert von
−0.48%, 95% CI −0.60 to −0.36
aus. - Untergruppenauswertungen zeigten, dass die Kombination von
walking + other interventions
mit einer kombinierten Effektgrösse von −0,58 Prozent grössere Effekte erzielte. - Auch die Untergruppe mit einem klaren Schrittziel (
clear step target
) wies eine niedrigere Heterogenität sowie eine Effektgrösse von −0,52 Prozent bei Schritten wie 8000 bis 10 000 Schritten pro Tag auf.
Rahmenbedingungen und methodische Einordnung der Exoskelett-Studie
Hinsichtlich der Aussagekraft betonte das Studienteam der südkoreanischen Untersuchung den Charakter der Arbeit als akute Proof-of-Concept-Studie. Finanziert wurde die Forschungsarbeit von dem Technologiekonzern Samsung.
Um verlässliche Aussagen über eine dauerhafte Integration in den Alltag von Menschen mit Diabetes treffen zu können, sind laut Angaben der Forscher künftig Studien mit längeren Beobachtungszeiträumen erforderlich.
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