US-Außenminister Marco Rubio kündigte am 24. Juni 2026 in Kuwait-Stadt an, dass die technischen Verhandlungen mit dem Iran in der kommenden Woche in der Schweiz fortgesetzt werden. Ziel ist ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen, nachdem die USA und Israel im Februar großflächige Angriffe auf den Iran gestartet hatten.
Fortsetzung der technischen Gespräche in der Schweiz
Die Diplomatie zwischen Washington und Teheran tritt in eine kritische Phase. Laut Berichten von ORF sollen die technischen Gespräche bereits am kommenden Montag oder Dienstag fortgeführt werden, wobei die Schweiz erneut als neutraler Verhandlungsort dient. Die Gespräche sind in verschiedene Arbeitsstränge unterteilt, in denen Experten für Nuklearenergie und Sanktionen aus mehreren US-Ministerien mit ihren iranischen Gegenübern verhandeln.
Die Dynamik wurde durch ein Treffen am vergangenen Sonntag in einem Luxusresort nahe Luzern beschleunigt. Neben den USA und dem Iran nahmen Pakistan und Katar als Vermittler teil. Pakistan bestätigte, dass die Verhandlungen in kleineren Arbeitsgruppen weiterlaufen sollen.
Dieser Prozess folgt auf ein kürzlich unterzeichnetes Rahmenabkommen, das das Ziel verfolgt, innerhalb von zwei Monaten eine endgültige Vereinbarung zu treffen. Es ist der erste Vertrag dieser Art zwischen einem US-amerikanischen und einem iranischen Präsidenten seit der Islamischen Revolution von 1979.
Sicherheitsgarantien für skeptische Golf-Partner
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Während die Verhandlungen in Europa voranschreiten, muss Marco Rubio in der Region Aufräumarbeit leisten. Der Außenminister befindet sich auf einer Tour durch drei Golfstaaten, um Verbündete zu beruhigen, die das vorgeschlagene Friedensabkommen als zu weich gegenüber Teheran betrachten. Wie USA Today berichtet, besuchte Rubio die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain.
Die Skepsis der Partner ist begründet: Der Iran hat diese Staaten während des Krieges angegriffen. Rubio versuchte, diese Ängste mit deutlichen Zusagen zu zerstreuen.
„Wir werden vollständig mit unseren Partnern im Golf abgestimmt sein. Wir werden nichts tun, was die Sicherheit unserer Verbündeten, unserer langjährigen Verbündeten in der Region, untergräbt.“
Marco Rubio, US-Außenminister
Das Abkommen sieht unter anderem einen vorgeschlagenen Fonds in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar sowie die Aussetzung bestimmter Sanktionen vor. Rubio betonte jedoch, dass die USA offen für einen „guten und echten Deal“ seien, der Präsident Trump aber Optionen behalte, sollte der Iran nicht liefern.
Die Straße von Hormus als Bedingung für Phase 2
Rubio vor Iran-Verhandlungen: „Das ist eine komplizierte Angelegenheit“
Ein zentraler Hebel in den Verhandlungen ist die maritime Sicherheit. In einer Aussagen vor dem Auswärtigausschuss des Senats erklärte Rubio, dass die Wiederöffnung der Straße von Hormus eine zwingende Voraussetzung für den Übergang zu einer zweiten Verhandlungsphase sei. Laut Spectrum Local News ist dies der „Prädikat, der die Tür zu Phase 2 öffnet“.
Die strategische Bedeutung ist immens: In Friedenszeiten fließen etwa 20 Prozent des weltweiten Öls durch diese Wasserstraße. Nachdem die USA und Israel im Februar Angriffe auf den Iran gestartet hatten, wurde die Passage effektiv geschlossen, woraufhin Präsident Trump eine Blockade iranischer Häfen verhängte.
Die Anforderungen an den Iran in Phase 2 sind konkret und hart:
Verpflichtung zu spezifischen Verhandlungen über den Verbleib von hochangereichertem Uran.
Zustimmung zu schweren und langfristigen Beschränkungen oder der vollständigen Einstellung der Urananreicherung.
Wiederöffnung der Straße von Hormus im Austausch für die Aufhebung der US-Blockade.
Rubio stellte klar, dass eine bloße Wiederöffnung der Wasserstraße allein keine Sanktionserleichterungen rechtfertige. Diese Verhandlungen finden zudem vor dem Hintergrund eines knappen Budgets statt; für das Geschäftsjahr 2027 beantragte das Außenministerium fast 36 Milliarden US-Dollar.
Interne Spannungen zwischen Rubio und Vance
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Hinter der offiziellen Fassade der Trump-Administration tobt ein ideologischer Kampf. Während Marco Rubio öffentlich die Interessen der Verbündeten vertritt, wird der Vizepräsident JD Vance als der eigentliche Architekt des Memorandums über ein Grundverständnis mit dem Iran gesehen.
Die Los Angeles Times beschreibt ein Spannungsfeld, in dem Trump bereits scherzte, die Schuld auf Vance zu schieben, sollte der Deal scheitern. Diese Dynamik spiegelt eine tiefe Spaltung innerhalb der Republikaner wider.
Danielle Pletka, Senior Fellow am American Enterprise Institute, analysiert diese Kluft scharf:
„Rubio war schon immer ein Hardliner gegenüber dem Iran, und Vance war schon immer ein Appeaser.“
Danielle Pletka, American Enterprise Institute
Interne Quellen berichten, dass Rubio hinter verschlossenen Türen gegen die aktuelle Form des Deals argumentierte. Er stütze sich dabei auf Geheimdienstberichte, die es als höchst unwahrscheinlich einstufen, dass Teheran seine nuklearen Ambitionen tatsächlich aufgeben wird.
Das Kernproblem des aktuellen Abkommens ist der zeitliche Ablauf der Zugeständnisse. Während der Iran lediglich prinzipiell zugestimmt hat, keine Kernwaffen anzustreben – ein Versprechen, das er bereits mehrfach gegeben hat –, erhält er sofortige Entlastung durch die Aufhebung der US-Marineblockade. Die hochkomplexen technischen Details zur Demontage des Atomprogramms werden auf unbestimmte Zeit vertagt, ohne Garantie auf einen Erfolg.
Damit steht die US-Regierung vor einem riskanten Experiment: Man tauscht eine konkrete strategische Waffe – die Blockade der Häfen – gegen vage Zusagen und die Hoffnung auf einen Durchbruch in der Schweiz. Ob Rubio diesen Deal letztlich mittragen kann oder ob er ihn als politisches Instrument nutzt, um sich von Vance abzugrenzen, bleibt die entscheidende Frage der nächsten 60 Tage.
Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.
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