Portugal besiegte Usbekistan am 23. Juni 2026 in Houston mit 5:0. Cristiano Ronaldo erzielte zwei Treffer und wurde damit zum ersten Spieler, der in sechs verschiedenen Weltmeisterschaften tortraf. Mit insgesamt zehn WM-Toren überholte der 41-Jährige die Legende Eusebio als portugiesischer Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften.
Ronaldos historische Rekorde in Houston
Cristiano Ronaldo hat mit seinem Doppelpack gegen Usbekistan zwei bedeutende Meilensteine erreicht. Wie Die Presse berichtete, ist er nun der einzige Spieler in der Geschichte der Weltmeisterschaften, der in sechs verschiedenen Turnieren mindestens ein Tor erzielt hat. Diese Konstanz über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten ist beispiellos im Weltfußball.

Zudem löste er mit seinem zehnten WM-Treffer Eusebio als erfolgreichsten portugiesischen Torschützen bei Weltmeisterschaften ab. Eusebio, eine Ikone des portugiesischen Fußballs, hielt diesen Rekord über Jahrzehnte; dass Ronaldo diese Marke nun überschreitet, unterstreicht seine anhaltende Bedeutung für die Nationalmannschaft.
Neben den Toren stellte Ronaldo eine weitere statistische Marke auf. Im Alter von 41 Jahren und 138 Tagen ist er der älteste Feldspieler, der jemals in der Startformation eines WM-Spiels stand. In einem Sport, in dem die physische Belastung in diesem Alter normalerweise eine Rolle als Stammspieler nahezu ausschließt, markiert dieser Einsatz einen weiteren Ausnahmecharakter in seiner Karriere.
Der Spielverlauf und die VAR-Entscheidung
Portugal dominierte die Partie vor 68.777 Zuschauern nahezu kampflos. Bereits in der sechsten Minute eröffnete Ronaldo den Torreigen mit einem flachen Schuss nach einer Vorlage von João Cancelo. In der 17. Minute folgte die zweite Erleichterung: Anstatt selbst den Freistoß zu nehmen, überließ Ronaldo den Ball Nuno Mendes, der den Ball präzise ins Tormanneck jagte.

Ein kurzer Moment der Hoffnung für Usbekistan wurde durch die Technik zunichtegemacht. In der 29. Minute erzielte Azizjon Ganiev aus über 20 Metern einen Treffer im linken Kreuzeck. Laut sport.ORF.at wurde das Tor nach einer Videobewertung durch den marokkanischen Schiedsrichter Jalal Jayed aberkannt. Die VAR-Prüfung ergab, dass zuvor ein Foul von Abbosbek Fayzullaev vorlag. Da das Foul in der unmittelbaren Angriffsphase geschah, musste der Treffer gemäß den FIFA-Regeln annulliert werden.
Die portugiesische Offensive setzte ihren Druck fort und nutzte die defensive Instabilität der usbekischen Mannschaft konsequent aus:
- 39. Minute: Ronaldo vollendete eine schnelle Umschaltaktion nach Zuspiel von Bruno Fernandes zum 3:0.
- 60. Minute: Ein unglücklicher Eckball führte zu einem Eigentor durch Abdukodir Khusanov und Torwart Abduvohid Nematov zum 4:0.
- 87. Minute: Ein spätes Tor von Rafael Leao besiegelte den 5:0-Endstand.
Die Antwort auf die Kritik nach dem Kongo-Spiel
Dieser Sieg markiert eine psychologische Wende für Ronaldo. Vor diesem Spiel stand der Stürmer massiv in der Kritik, insbesondere nach einem enttäuschenden 1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo im Auftaktspiel. Wie Der Standard analysierte, war Ronaldo zuvor in zehn Spielen auf WM- oder EM-Ebene torlos geblieben.

Diese Durststrecke hatte Diskussionen über seine abnehmende Torgefahr und seine Eignung als Stammspieler befeuert. Für einen Spieler, dessen Identität und Wert für das Team so stark an seiner Effizienz vor dem Tor hängen, wog diese torlose Serie schwer. Die euphorische Feier nach dem ersten Tor in der sechsten Minute unterstrich die enorme Bedeutung dieses Moments. Für den 41-Jährigen war der Doppelpack nicht nur eine statistische Erweiterung, sondern eine direkte Antwort auf die Zweifel an seiner Rolle im Team von Nationaltrainer Roberto Martinez.
Taktische Anpassungen und die Lage in Gruppe K
Trainer Roberto Martinez nahm im Vergleich zum ersten Gruppenspiel zwei strategische Änderungen in der Startelf vor. Ruben Dias und João Félix kehrten in die erste Formation zurück, während Tomas Araujo und Bernardo Silva auf der Ersatzbank Platz nahmen. Die Rückkehr von Ruben Dias in die Defensive brachte die nötige Stabilität, die im Spiel gegen den Kongo teilweise fehlte, während Félix in der Offensive für mehr Kreativität sorgte.
Diese personelle Stabilität ermöglichte es Portugal, Usbekistan defensiv zu überfordern und die individuelle Klasse der Offensivakteure voll auszuspielen. Durch die taktische Ausrichtung konnte Portugal das Spiel kontrollieren und die gegnerischen Angriffsversuche frühzeitig unterbinden.
Mit vier Punkten aus zwei Spielen (ein Sieg, ein Unentschieden) ist der Aufstieg Portugals in die K.-o.-Phase sehr wahrscheinlich, da in der Gruppenphase üblicherweise die zwei bestplatzierten Teams weiterziehen. Usbekistan hingegen bleibt bei seinem WM-Debüt punktlos und muss nun auf ein Wunder hoffen, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben.
Die Weichen für das weitere Turnier sind gestellt. Portugal trifft im letzten Gruppenspiel am 28. Juni in Miami auf Kolumbien. Für Ronaldo bedeutet die aktuelle Form eine Rückkehr zur dominanten Rolle, die er über zwei Jahrzehnte im Weltfußball innehatte, und gibt ihm das nötige Selbstvertrauen für die anstehenden K.-o.-Runden.
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