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Gesundheit

Rheumastudie: Alkoholkonsum hängt mit niedriger Knochendichte zusammen

Eine aktuelle Querschnittsstudie aus Hannover mit 704 erwachsenen Rheumapatienten zeigt, dass 56 Prozent der Betroffenen eine niedrige Knochendichte aufweisen. Die im September veröffentlichten Ergebnisse verdeutlichen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum, niedrigem Körpergewicht und dem Osteoporoserisiko bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen.

704 Patienten in ambulanter Behandlung untersucht

Die Untersuchung wurde als Querschnitts-Kohortenstudie an einer Rheumaklinik in Hannover durchgeführt und umfasste insgesamt 704 erwachsene Patienten in ambulanter Behandlung. Um das Osteoporoserisiko zu bestimmen, erfassten die beteiligten Wissenschaftler umfassende Daten zum Lebensstil der Betroffenen, zu deren medizinischem Hintergrund sowie zur medikamentösen Therapie. Eine niedrige Knochendichte wurde dabei mittels Knochendichte-Scan ermittelt und als T-Score von höchstens minus eins, null definiert.

Insgesamt lag die Prävalenzauswertung bei einem Wert von 56 Prozent. Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch beim Blick auf die spezifischen Diagnosegruppen. Die höchsten Raten einer verminderten Knochendichte verzeichnete die Analyse bei Patienten mit rheumatoider Arthritis mit 65,8 Prozent sowie bei Betroffenen mit systemischem Lupus erythematosus mit 60,2 Prozent, wie das DeutscheGesundheitsPortal berichtet.

Alkoholkonsum und Körpergewicht als wesentliche Risikofaktoren

Neben dem fortgeschrittenen Alter und dem weiblichen Geschlecht identifizierten die Forscher einen niedrigen Body-Mass-Index sowie regelmäßigen Alkoholkonsum als signifikante Einflussfaktoren. Diese Lebensstilmerkmale waren über verschiedene rheumatische Erkrankungen hinweg eng mit einer schlechteren Knochendichte assoziiert, wobei für die rheumatoide Arthritis ein p-Wert von 0,009 ermittelt wurde.

Allgemeine Leitlinien führen neben dem Alter auch Vorerkrankungen wie Diabetes, Rauchen und starkes Untergewicht als klassische Gefahrenmomente an.

Ergebnisse zu Alkoholkonsum und Gelenkverschleiß

Eine weitere Untersuchung, die Daten von insgesamt 1.233.179 Teilnehmern mit einem Durchschnittsalter von 50,8 Jahren auswertete, beleuchtete den Zusammenhang von Alkoholkonsum über einen mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 9,9 Jahren. Dabei wurden in dieser Kohorte 571.077 Fälle von Arthrose registriert. Im Vergleich zu Personen ohne Alkoholkonsum zeigte sich bei der Gruppe mit leichtem Konsum eine bereinigte Hazard Ratio von 1,037, während die moderat trinkende Gruppe einen Wert von 1,081 und die stark konsumierende Gruppe einen Wert von 1,186 aufwies.

Medikamentöse Therapien und klinische Überwachung

Hinsichtlich der eingesetzten Medikamente vermuten die Wissenschaftler einen direkten Zusammenhang zwischen bestimmten konventionellen antirheumatischen Wirkstoffen und dem Schweregrad der zugrundeliegenden Erkrankung. Die beobachtete Häufung niedriger Knochendichtewerte spiegelt demnach oft die intensivste Behandlungsbedürftigkeit bei schwerer erkrankten Patienten wider.

Angesichts dieser Ergebnisse fordern die Autoren der Studie eine deutlich intensivere medizinische Überwachung der Knochendichte. Insbesondere bei schwerer erkrankten Patienten in rheumatologischer Betreuung könnte eine engmaschigere Kontrolle dazu beitragen, Osteoporose als schwere Begleiterkrankung frühzeitig zu erkennen und die Lebensqualität der Betroffenen zu sichern.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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