Ein Angreifer hat am Samstag in Kraków sechs Menschen getötet und rund 15 Personen verletzt.
Der rund 25-jährige polnische Staatsbürger trug militärische Tarnkleidung und eine Schutzweste. Er verwendete ein automatisches beziehungsweise militärisches Langwaffenmodell.
Nach Angaben von Behördenvertretern fuhr der Täter mit hoher Geschwindigkeit in den Hauptmarktplatz. Der Verdächtige feuerte wahllos an mehreren Stellen des Platzes.
Polizisten stellten den Angreifer noch vor Ort in einem Schusswechsel. Er wurde schwer verletzt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht.
Wie Innenminister Marcin Kierwiński mitteilten, deuten alle bisherigen Erkenntnisse darauf hin, dass der Mann von rechtsextremen Ideologien fasziniert war. Weitere offizielle Stellen erklärten, dass er sehr radikale sowie ultranationalistische Ansichten vertrat.
Die Ermittler fanden im Auto des Beschuldigten weiteres Waffenmaterial und Munition.
Einsatzkräfte durchsuchten den Wohnort des Verdächtigen in Ostrowiec Świętokrizyskie. Die Stadt liegt rund 150 Kilometer beziehungsweise 93 Meilen nordöstlich von Kraków.

Justizminister Waldemar Żurek erklärte, dass der Festgenommene mit einer separaten Mordanklage für die Bluttat an seinen Verwandten konfrontiert ist. Neben dem Vorwurf des mehrfachen Mordes im Zusammenhang mit den Toten in Kraków steht diese Anklage im Raum.
Das zuständige Team innerhalb der Staatsanwaltschaft führt das Verfahren unter dem Verdacht eines terroristischen Aktes. Laut den Behörden handelte der Täter mit dem Ziel, eine große Anzahl von Menschen massiv einzuschüchtern.
Der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz stufte die Tat ebenfalls als Terrorakt ein.
Unter den sechs Todesopfern im Krakauer Stadtzentrum befinden sich vier Frauen und zwei Männer. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei einem der Opfer um eine Person mit britischer Staatsbürgerschaft, während drei der getöteten Frauen polnische Staatsangehörige sind. Die Identität der verbleibenden zwei Getöteten blieb zunächst ungeklärt.
Von den zahlreichen Verletzten mussten 13 Personen schwer verletzt in Krankenhäusern behandelt werden, darunter zwei Polizeibeamte. Zu den verletzten Personen zählen laut Polizeikommandant Marek Boroń auch fünf ausländische Staatsbürger. Darüber hinaus verletzte der Angreifer zwei Pferde von traditionellen Kutschen im Marktplatz.
Polen rief nach der Bluttat zwei nationale Trauertage aus, und im gesamten Land sowie an europäischen Einrichtungen wurden die Flaggen auf halbmasta gesetzt.

Premierminister Donald Tusk lobte das entschlossene Eingreifen der Polizisten Senior Constable Jakub Kulik und Senior Constable Artur Morański als heldenhaft, da sie durch ihren Einsatz Schlimmeres verhindert hätten.
In der Hauptstadt Warschau ordnete Oberbürgermeister Rafał Trzaskowski verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und Straßensperren an.
Der Krakauer Bürgermeister Łukasz Gibała kündigte an, dass die Stadt offiziell bis Mittwoch trauern werde. Er betonte jedoch gleichzeitig, dass die Stadt für Besucher geöffnet bleiben und der Marktplatz den Bürgern zurückgegeben werde.
Internationale Politiker, darunter die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und EU-Vertreter, drückten Polen ihr Beileid aus.
Weitere Informationen zu den Vorfällen und Reaktionen lassen sich bei The Guardian sowie im Bericht von Nbcnews nachlesen.
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