Am Samstagnachmittag hat ein 24-jähriger polnischer Staatsbürger auf dem Hauptmarktknotenpunkt im Zentrum von Krakau das Feuer eröffnet und dabei sechs Menschen getötet sowie mindestens 15 weitere Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt.
Blutbad auf dem Krakauer Hauptmarkt
Gegen 15 Uhr fuhr der Täter mit einem schwarzen Subaru auf den Großen Ring der zweitgrößten polnischen Stadt und schoss aus dem fahrenden Wagen heraus wahllos auf Passanten. Nach Angaben der polnischen Polizei verwendete the Angreifer eine halbautomatische Langwaffe, die einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 ähnelt, und trug militärische Tarnkleidung sowie eine Maske oder einen Helm. Aufnahmen von Augenzeugen dokumentierten, dass die Schüsse in rascher Folge fielen, während Menschen in Panik in Geschäfte flüchteten und Tische umstürzten. Die Fahrerscheibe einer Straßenbahn wurde von Kugeln durchschlagen.
Die Ereignisse in Krakau machen mich tief betroffen. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Deutschland steht als Freund und Partner in diesen schweren Zeiten an der Seite Polens. Allen Verletzten wünsche ich eine rasche Genesung.
Polizeikräfte stoppten den Wagen des Verdächtigen nach einer kurzen Fahrt aus der Innenstadt heraus an einer Straßenkreuzung. Bei der Festnahme kam es zu einem Schusswechsel, bei dem der Täter von Beamten getroffen und schwer verletzt wurde. Zwei Polizisten erlitten bei dem Einsatz lebensgefährliche Verletzungen, einer von ihnen weist drei Schusswunden auf. Der Täter selbst sei wegen seiner lebensgefährlichen Verletzungen in einem Krakauer Krankenhaus behandelt und mehrfach operiert worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen einer terroristischen Straftat, wie die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf die Behörde meldete.
Der Chef der Woiwodschaft Kleinpolen, Krzysztof Klęczar, gab am Samstagnachmittag das sechste Todesopfer bekannt. Die Polizei der Woiwodschaft Kleinpolen teilte auf X mit, dass es sich bei den Getöteten auf dem Markt um vier Frauen und zwei Männer handelte. Unter den auf dem Marktplatz Verletzten befinden sich laut offiziellen Angaben fünf Ausländer, darunter eine Person aus Deutschland, sowie Personen aus Österreich, Portugal, Russland und Großbritannien. Zwölf der insgesamt mindestens 15 verletzten Personen befinden sich nach Angaben von Krzysztof Klęczar in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand. Dementiert wurden von den Behörden kursierende Gerüchte, wonach es einen Komplizen gebe; die Polizei betonte, dass es sich um einen Einzeltäter handele und der einzige bekannte Täter in Gewahrsam sei.
In Krakau hat ein Mann sechs Menschen getötet und Dutzende (darunter einen österreichischen Staatsbürger) zum Teil schwer verletzt. Der Mann war ein Rechtsextremer. Rechtsextremismus entsteht nicht über Nacht. Extremismus wächst überall dort, wo menschenfeindliche Rhetorik…
Opferzahlen und internationale Verletzte
Zwei der getöteten Personen waren zunächst noch nicht identifiziert worden.
Weitere Leichen im Wohnhaus des Angreifers entdeckt
Am späten Samstagabend untersuchte eine Anti-Terroreinheit das Wohnhaus des Beschuldigten in der Stadt Ostrowiec Świętokrzyski, rund zwei Autostunden beziehungsweise etwa 200 Kilometer von Krakau entfernt. Mithilfe einer Drohne fanden die Einsatzkräfte im Gebäude drei weitere Leichen. Premierminister Donald Tusk gab bekannt: Zwei Frauen und ein Mann sind tot, im Haus des Angreifers. Vieles deutet auf den engsten Familienkreis hin.

Innenminister Marcin Kierwiński äußerte sich bei einem Ortstermin zur Gesinnung des Täters:
Alles deutet daraufhin, dass er von extrem rechten Ideologien fasziniert war.
Marcin Kierwiński, Polnischer Innenminister
Der Mittzwanziger soll nach ersten Erkenntnissen sehr radikale Ansichten vertreten haben. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Polizei mehr als 50.000 neue Waffenscheine erteilt.
Staatstrauer und politische Reaktionen
Angesichts der Bluttat ordnete Staatspräsident Karol Nawrocki Staatstrauer an. Regierungschef Donald Tusk begab sich am Abend nach Krakau und richtete einen eindringlichen Appell an Politiker aller Lager, diese Tragödie nicht zu einem Instrument politischer Spielchen zu machen. Justizminister Waldemar Zurek teilte auf X mit, dass Staatsanwälte, Polizei und alle zuständigen Dienste am Tatort im Einsatz seien, um sicherzustellen, dass der Täter voll zur Rechenschaft gezogen und streng bestraft wird. Die Universitätsstadt Krakau hat mehr als 800.000 Einwohner, zählt mit ihrem als Großen Ring bekannten Hauptmarktplatz, dem Schloss auf dem Wawelhügel und der Kathedrale zum Unesco-Welterbe und verzeichnet jährlich Millionen Besucher sowie im vergangenen Jahr 16,2 Millionen Gäste.
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