Fasten Sie die aktuelle Lage zusammen: Fast die Hälfte der angegriffenen Unternehmen zahlt Lösegelder. Gleichzeitig treiben KI-gestützte Tools die Zahl der Opfer massiv in die Höhe, was Regierungen wie die des Vereinigten Königreichs dazu veranlasst, Zahlungen für den öffentlichen Sektor und kritische Infrastrukturen zu verbieten.
Die Entscheidung, ob nach einem Ransomware-Angriff gezahlt werden soll oder nicht, ist zu einem der am stärksten diskutierten Themen der Cybersicherheit geworden. Während die technische Professionalisierung der Angreifer zunimmt, verschärfen sich die rechtlichen und finanziellen Risiken für die Opfer. Die Dynamik hat sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz grundlegend verändert.
KI-Tools und eine Steigerung der Opferzahlen um 389 Prozent
Die Effizienz von Ransomware-Attacken ist durch den Einsatz von KI-Hacking-Tools wie WormGPT, FraudGPT und BruteForceAI sprunghaft angestiegen. Laut Dave Spillane, Systems Engineering Director bei Fortinet, führte dies im Jahr 2025 zu einem Anstieg der bestätigten Opfer um 389 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – von etwa 1.600 im Jahr 2024 auf 7.831 weltweit.
Das britische Verbot für den öffentlichen Sektor und kritische Infrastrukturen
Angesichts dieser Entwicklung treiben Regierungen Maßnahmen voran, um die Finanzierung der Kriminellen zu unterbinden. Im Vereinigten Königreich plant die Regierung derzeit, öffentlichen Stellen und Betreibern kritischer nationaler Infrastrukturen – darunter Schulen, Gemeinderäte und der National Health Service (NHS) – Zahlungen an Erpresser zu untersagen.
Die Debatte: Sicherheit gegen Datenverlust
Innerhalb der Branche gibt es tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über die Wirksamkeit von Zahlungsverboten.
Finanzielle Risiken und der Versicherungsmarkt
Die Entscheidung über eine Zahlung wird zunehmend durch externe Faktoren wie Versicherungen und rechtliche Sanktionen beeinflusst. Laut einer Studie von Sophos aus dem Jahr 2025 zahlt fast die Hälfte der betroffenen Unternehmen ein Lösegeld.
Haydn Brooks von Risk Ledger sieht hier eine Kettenreaktion: Wenn öffentliche Stellen nicht mehr zahlen dürfen, werde sich der Markt für Cyberversicherungen zwangsläufig verschieben.
Offen bleibt derzeit, wie effektiv neue regulatorische Hürden die hochprofessionalisierten B2B-ähnlichen Strukturen der Ransomware-Gruppen tatsächlich stören können, während die technischen Eintrittshürden für neue Angreifer durch KI kontinuierlich sinken.
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