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Technik und Wissenschaft

Rätsel der Woche: Welche Ziffer steht in der Fakultätensumme ganz hinten?

Die letzte Ziffer der Summe von Fakultäten $sum_{k=1}^{n} k!$ ist für alle natürlichen Zahlen $n ge 4$ konstant die 3. Dieses Ergebnis basiert auf der Addition der ersten vier Fakultäten und der Eigenschaft, dass alle Fakultäten ab $n=5$ auf die Ziffer Null enden.

Warum Fakultäten ab 5 auf Null enden

Die Endziffer einer Zahl in einem Dezimalsystem wird durch den Rest der Division durch 10 bestimmt. Eine Zahl endet auf Null, wenn sie sowohl durch 2 als auch durch 5 teilbar ist. In der Mathematik ist die Fakultät $n!$ das Produkt aller natürlichen Zahlen von 1 bis $n$.

Ab der Fakultät von 5 ($5!$) enthält jedes Produkt die Faktoren 2 und 5. Die Berechnung $5 times 4 times 3 times 2 times 1$ ergibt 120. Da jede weitere Fakultät für $n > 5$ das Ergebnis von $5!$ als Teilprodukt enthält, bleibt die Endziffer für alle folgenden Werte konstant Null.

Für $6!$ gilt $720$, für $7!$ gilt $5.040$. Diese Reihe setzt sich unendlich fort. In der Summenbildung $sum_{k=1}^{n} k!$ tragen alle Glieder ab $k=5$ somit nicht mehr zur Veränderung der letzten Stelle bei.

Dieses Phänomen lässt sich durch die Primfaktorzerlegung erklären. Die Anzahl der trailing zeros (endenden Nullen) einer Fakultät $n!$ entspricht der Anzahl der Paare von 2 und 5 in der Primfaktorzerlegung von $n!$. Da Primzahlen der Form 2 weitaus häufiger vorkommen als die Primzahl 5, wird die Anzahl der Nullen primär durch die Anzahl der Faktoren 5 bestimmt. Dies wird mathematisch durch die Legendre-Formel beschrieben, welche die Exponenten der Primzahl $p$ in der Zerlegung von $n!$ berechnet: $E_p(n!) = sum_{k=1}^{infty} lfloor frac{n}{p^k} rfloor$. Für $n=5$ und $p=5$ ergibt dies $lfloor 5/5 rfloor = 1$, was genau einer endenden Null entspricht. Für $n=10$ steigt dieser Wert auf $lfloor 10/5 rfloor = 2$ Nullen.

Die Berechnung der Summe bis n=4

Um die Endziffer der gesamten Summe zu bestimmen, müssen lediglich die Werte betrachtet werden, die vor dem Erreichen der ersten Nullstelle stehen. Die ersten vier Fakultäten ergeben folgende Einzelwerte:

Rätsel der Woche – Wie weit kommst du?
  • $1! = 1$
  • $2! = 2$
  • $3! = 6$
  • $4! = 24$

Die Addition dieser Werte ergibt eine Summe von 33. Die letzte Ziffer dieses Ergebnisses ist die 3.

Da alle weiteren Glieder der Summe ($5!, 6!, 7! dots$) auf Null enden, bleibt die Endziffer der Gesamtsumme für jedes $n ge 4$ unverändert. Die Rechnung für $n=5$ ergibt $33 + 120 = 153$, für $n=6$ ergibt sie $153 + 720 = 873$.

Anwendung der Modulo-Arithmetik

In der Zahlentheorie wird dieses Problem über die Modulo-Arithmetik gelöst, bei der nur der Rest einer Division betrachtet wird. Die Frage nach der letzten Ziffer entspricht der Berechnung von $sum_{k=1}^{n} k! pmod{10}$.

Die Modulo-Operation ist ein fundamentaler Bestandteil der theoretischen Informatik und Kryptographie. Zwei Zahlen $a$ und $b$ gelten als kongruent modulo $m$ ($a equiv b pmod{m}$), wenn ihre Differenz $a-b$ durch $m$ teilbar ist. Im vorliegenden Fall ist $m=10$. Ein wesentlicher Vorteil dieser Arithmetik ist die Distributivität über die Addition: $(a + b) pmod{m} = (a pmod{m} + b pmod{m}) pmod{m}$.

Die Berechnung erfolgt in Schritten:

$1! equiv 1 pmod{10}$
$2! equiv 2 pmod{10}$
$3! equiv 6 pmod{10}$
$4! equiv 24 equiv 4 pmod{10}$
$k! equiv 0 pmod{10}$ für alle $k ge 5$

Die Summe der Reste lautet: $1 + 2 + 6 + 4 = 13$.
Der Wert $13 pmod{10}$ ist 3.

Mathematischer Kontext und Wachstum

Diese mathematische Gesetzmäßigkeit gilt unabhängig von der Größe von $n$, solange $n$ mindestens 4 beträgt. Für Werte von $n < 4$ variiert die Endziffer: Bei $n=1$ ist sie 1, bei $n=2$ ist sie 3 und bei $n=3$ ist sie 9. Erst ab $n=4$ stabilisiert sich das Ergebnis dauerhaft auf der Ziffer 3.

Die Bedeutung dieses Ergebnisses liegt in der enormen Wachstumsrate von Fakultäten. Während die Summe $sum_{k=1}^{n} k!$ extrem schnell ansteigt – ein Wachstum, das selbst exponentielle Funktionen wie $2^n$ weit übertrifft –, bleibt die Information über die letzte Stelle trivial berechenbar. Um die Geschwindigkeit dieses Wachstums zu verdeutlichen, kann die Stirling-Formel verwendet werden, welche die Fakultät für große $n$ approximiert: $n! sim sqrt{2pi n} (frac{n}{e})^n$.

Da die Werte von $n!$ bereits bei kleinen $n$ die Kapazitäten herkömmlicher 64-Bit-Integer überschreiten (bereits $21!$ ist größer als $2^{63}-1$), ist die Modulo-Betrachtung die einzige effiziente Methode, um Eigenschaften wie die Endziffer für sehr große $n$ zu bestimmen, ohne den vollständigen Wert der Summe berechnen zu müssen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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