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Premierminister plant Schuldenabschreibung für Commonwealth-Staaten

Der britische Premierminister Andy Burnham kündigt vor dem Commonwealth-Gipfel in Antigua und Barbuda eine Initiative zum Schuldenerlass für ärmere Mitgliedstaaten an. Während die Regierung offene Gespräche über eine Entschuldigung für den Sklavenhandel im kommenden Jahr führt, schließt sie finanzielle Reparationen strikt aus.

Premierminister Andy Burnham reiste an die Seite von König Charles III. an, um mit den Delegierten aus 56 Mitgliedstaaten über die Bewältigung historischer Lasten und akuter wirtschaftlicher Krisen zu beraten, wie Bloomberg berichtet. Das Treffen steht im Zeichen des Versuchs, den Dialog nach den Spannungen beim letzten Gipfel in Samoa im Jahr 2024 neu auszurichten.

Der Schuldenerlass-Plan für die ärmsten Commonwealth-Staaten

Im Zentrum der britischen Initiative steht ein sogenannter Schuldenerlass, der Commonwealth-Ländern bei der Bewältigung steigender Zinslasten helfen soll. Premierminister Burnham argumentiert, dass eine Unterstützung ärmerer Staaten angesichts globaler Zinssteigerungen auch Nicht-G7-Geber sowie den privaten Sektor einbeziehen muss, wie die Independent berichtet.

Premierminister plant Schuldenabschreibung für Commonwealth-Staaten
Foto: bbc.co.uk

Zusätzlich zu den Schuldengesprächen kündigte Downing Street an, dass Großbritannien über einen Zeitraum von drei Jahren 40 Millionen Pfund für die Beschleunigung kritischer Infrastrukturinvestitionen, darunter grüne Energieprojekte in der Karibik, bereitstellen wird. Begleitet wird dies von zwei neuen Taskforces, die bis zum Jahresende eingerichtet werden sollen: Eine widmet sich kritischen Mineralressourcen und Lieferketten, während die andere den Handel und die Investitionen innerhalb der Staatengemeinschaft stärken soll.

Debatte über den Sklavenhandel und die Haltung zu Reparationen

Die Frage von Reparationen für den transatlantischen Sklavenhandel prägte die Vorbereitungen des Gipfels. Während frühere britische Regierungen das Thema weitgehend ausklammerten, schlägt Burnham nun einen neuen Ton an. Die Regierung räumt ein, dass das Verschweigen der Vergangenheit die Funktionsfähigkeit des Commonwealth beschädigt hat.

Dennoch lehnt die britische Regierung finanzielle Kompensationen ab. Außenminister Ed Miliband betonte in einer Videobotschaft, dass die Regierung zwar offen für eine formelle Entschuldigung sei, finanzielle Entschädigungen jedoch für nicht machbar und falsch halte.

Wir glauben nicht, dass finanzielle Reparationen die richtige oder machbare Antwort auf den transatlantischen Sklavenhandel sind. Wir glauben nicht, dass die richtige Reaktion darin besteht, britische Steuerzahler heute dazu aufzufordern, finanzielle Zahlungen für diese historischen Taten zu leisten.

Ed Miliband, Außenminister

Miliband bezeichnete eine formelle Entschuldigung als einen bedeutenden Schritt, der im kommenden Jahr geprüft werden könnte, wenn das Vereinigte Königreich die rotierende Präsidentschaft der G20 innehat. Die Oppositionsführerin der Konservativen, Kemi Badenoch, kritisierte diesen Vorstoß scharf und warnte davor, dass eine Entschuldigung als Hebel für Geldforderungen dienen könnte.

Premierminister plant Schuldenabschreibung für Commonwealth-Staaten
Foto: independent.co.uk

Reaktionen auf die britische Kursänderung

Die diplomatischen Bemühungen zielen darauf ab, die verhärteten Fronten zwischen Großbritannien und den karibischen Mitgliedern aufzubrechen. Premierminister Burnham wies im Gespräch mit ITV News den Vorwurf zurück, seine Bereitschaft zu Gesprächen über die Vergangenheit habe die Position von König Charles III. beschädigt, wie die Independent berichtet.

Nein. Wir reichen die Hand und hören zu. Das ganze Ziel hierbei war es, zuzuhören, einen neuen Ansatz in das Commonwealth zu bringen und die Menschen zusammenzuführen.

Andy Burnham, Premierminister

Der König wird auf dem Gipfel eine Eröffnungsrede halten, von ihm wird jedoch keine offizielle Entschuldigung erwartet, da er als Staatsoberhaupt über der Parteipolitik steht. Es ist unklar, ob die angekündigten Taskforces und die Aussicht auf eine formelle Entschuldigung im kommenden Jahr ausreichen, um die langjährigen Forderungen der Mitgliedstaaten zu befriedigen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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