Transformation der Arbeitsumgebung in der Hydraulikfertigung
Die Arbeitsumgebung für Polymechaniker hat in den vergangenen Jahren eine tiefgreifende Transformation durchlaufen. In den Räumlichkeiten der Bucher Hydraulics AG in Neuheim ZG ist die Infrastruktur bereits vollständig an die Anforderungen der digitalisierten Industrie angepasst. Silvio Tönz, ein Experte im Bereich der hydraulischen Antriebs- und Steuertechnik, beschreibt diesen Wandel als einen massiven Sprung in der technologischen Ausstattung.
Es ist extrem viel passiert in den letzten Jahren. Wo früher ölige, grüne Maschinen im Dreck standen, bedienen wir heute modern designte Anlagen mit Touchpads, die voll der digitalen Welt entsprechen. Auch bei den Werkzeugen selbst gab es eine gewaltige Entwicklung.
Silvio Tönz, Experte bei Bucher Hydraulics AG
Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Hardware, sondern auch die Art und Weise, wie Maschinen gesteuert und optimiert werden. Die Integration digitaler Schnittstellen hat die physische Interaktion mit der Hardware verändert und die Anforderungen an die Bedienperson verschoben.
Vorbereitung auf den internationalen Leistungsvergleich
Manuel Nussbaumer, der seine Berufslehre als Polymechaniker CNC Fräsen im Jahr 2024 abgeschlossen hat, steht exemplarisch für die neue Generation von Fachkräften. Nach seinem Erfolg bei den SwissSkills im vergangenen Herbst in Bern, wo er eine Goldmedaille gewann, liegt sein Fokus nun auf dem internationalen Wettbewerb in Shanghai.
Ein zentraler Aspekt seiner Vorbereitung ist die Optimierung des Routinetrainings, da Nussbaumer die Konkurrenz aus Asien als sehr stark einstuft. Besonders die Programmierung der Maschinen spielt hier eine entscheidende Rolle. Dabei werden die Werkzeuge, Strategien und Schnittdaten definiert, mit denen ein Bauteil hergestellt wird.
Ich will möglichst viel aus dieser Zeit, in der ich trainiere, herausholen. Die Konkurrenz aus Asien ist sehr stark. Deshalb will ich mich besonders beim Routinetraining verbessern, das beim Wettkampf den Unterschied machen kann. Es ist viel wert, wenn man die Maschinen laufen lassen kann und nicht die ganze Zeit daneben stehen muss.
Manuel Nussbaumer, SwissSkills-Goldmedaillengewinner
Tönz bewertet Nussbaumers Herangehensweise als analytisch. Er hebt hervor, dass der junge Polymechaniker Fachwissen bei Partnern einholt sowie alle Prozesse testet, strukturiert und dokumentiert. Diese Offenheit und Lernbereitschaft seien in einem Berufsbild, das sich so schnell verändert, von entscheidendem Wert.
Anpassungsdruck durch technologische Innovationen
Im Kontext einer zunehmend komplexen Arbeitswelt gewinnt das Konzept des lebenslangen Lernens
an Bedeutung. Laut Silvio Tönz ist ein ständiges Am-Ball-Bleiben
heute unumgänglich, da die Gefahr, technologisch abgehängt zu werden, allgegenwärtig sei.
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und neuen digitalen Möglichkeiten beeinflusst das Jobverständnis und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen direkt. Wer Innovationen ignoriert, riskiere laut Tönz, den Anschluss und die Marktfähigkeit zu verlieren. Im Gegensatz dazu bietet die Fähigkeit, Innovationen effektiv zu nutzen, die Chance auf eine Steigerung der Produktivität.
Die Gefahr, abgehängt zu werden, lauert überall. Wenn man neue Möglichkeiten ignoriert, verliert man als Firma schnell den Anschluss und auch die Wettbewerbsfähigkeit.
Silvio Tönz, Experte bei Bucher Hydraulics AG
Vom Handwerk zum digitalen Prozessmanagement
Dieser Druck zur ständigen Anpassung bedeutet für die Fachkräfte, dass sie bereit sein müssen, eine Extrameile
zu gehen, selbst wenn neue Lernwege zunächst einen Zusatzaufwand bedeuten. Die Rolle des Polymechanikers entwickelt sich somit weg vom rein handwerklichen Bedienen von Maschinen hin zu einer Rolle, die tiefes Verständnis für digitale Programmierung und Prozessoptimierung erfordert.
Unterstützt wird die Förderung solcher Talente unter anderem durch SwissSkills, deren Hauptpartnerin die UBS ist.