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Welt

Pete Hegseth: US-Verteidigungsminister warnt vor Hegemonie Chinas

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth warnte am Samstag beim Shangri-La-Dialog in Singapur vor einer chinesischen Vorherrschaft im Indopazifik. Während er eine stabile Machtbalance forderte, kritisierte er gleichzeitig europäische Verbündete scharf und forderte ein Ende der US-Subventionen für die Verteidigung wohlhabender Nationen, um eine Beziehung auf Augenhöhe zu etablieren.

Das Ende der US-Subventionen für Europa

Das Ende der US-Subventionen für Europa
cluster (priority): GN-Online
Die Rhetorik des Pentagons gegenüber den europäischen Partnern hat eine neue, deutlich schärfere Stufe erreicht. In seiner Rede in Singapur griff Pete Hegseth die Verbündeten in Westeuropa mit einer Intensität an, die weit über das übliche Maß diplomatischer Reibereien hinausgeht. Der Kern seines Vorwurfs: Europa habe Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben über lange Zeit schlicht ignoriert. „Die Ära, in der die Vereinigten Staaten die Verteidigung wohlhabender Nationen subventionieren, ist vorbei.“ Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister, via FOCUS online Hegseth forderte eine radikale Neuausrichtung der transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Laut FOCUS online streben die USA unter Präsident Donald Trump eine gerechtere Lastenteilung an. Die Botschaft an Brüssel und Berlin ist unmissverständlich: Die USA suchen künftig „Partner, keine Protektorate“. Besonders provokant war der Vergleich, den der Minister zwischen den asiatischen und den europäischen Verbündeten zog. Während er den asiatischen Partnern einen pragmatischen Ansatz in ihren Bündnissen bescheinigte, warf er Westeuropa eine übermäßige Neigung zu Drama und Moralisierung vor. Wenn Interessen auseinandergehen, passten sich die asiatischen Staaten pragmatisch an – ein Verhalten, von dem sich Europa, so Hegseth, ein Beispiel nehmen sollte.

Zwischen Versöhnung und Abschreckung gegenüber Peking

Zwischen Versöhnung und Abschreckung gegenüber Peking
cluster (priority): FOCUS online
Im Umgang mit China verfolgt Hegseth eine Strategie der kontrollierten Ambivalenz. Einerseits warnte er davor, dass ein einzelner Staat die Region dominiere und das bestehende Machtgleichgewicht zerstöre. Das Ziel der USA sei eine Ordnung, in der kein Staat, einschließlich China, seine Hegemonie durchsetzen kann. Gleichzeitig schlug der Minister Töne an, die überraschend versöhnlich wirken. Er bezeichnete die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik als besser als seit vielen Jahren. Diese Entspannung ist eng mit den Gesprächen verknüpft, die Donald Trump vor zwei Wochen mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping führte. Diese Unterredungen sollen die Basis für eine konstruktive Beziehung strategischer Stabilität gefestigt haben. Hegseth betonte, dass die USA nicht an einer unnötigen Konfrontation interessiert seien, sondern an einem Gleichgewicht der Kräfte, das sowohl für die Amerikaner als auch für ihre Verbündeten funktioniere. Diese moderate Haltung wurde auch von der chinesischen Seite registriert. Da Wei, Direktor des Zentrums für internationale Sicherheit und Strategie der Tsinghua-Universität, stellte fest, dass die diesjährigen Äußerungen des US-Ministers deutlich moderater ausfielen als im Vorjahr, als China noch als unmittelbare Sicherheitsbedrohung gezeichnet worden war.

Das Taiwan-Risiko und die nukleare Eskalationsgefahr

Eilmeldung: Pete Hegseth warnt erneut vor Iran inmitten brisanter Gespräche | Nachrichten zum Ira…
Trotz der versöhnlichen Worte blieb das gefährlichste Thema der Region in Hegseths Rede weitgehend unerwähnt: Taiwan. Peking betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz und bezeichnet die Taiwan-Frage als rote Linie. Während Hegseth das Thema aktiv mied, zeichnete die Londoner Denkfabrik IISS, die den Shangri-La-Dialog ausrichtet, ein düsteres Szenario. Die Experten des IISS warnten, dass ein Konflikt um Taiwan aufgrund der strategischen Bedeutung für Peking eine massive Eskalationsgefahr berge. Das Risiko reiche bis hin zu einem nuklearen Konflikt. Laut STERN.de hieß es in dem Bericht, dass selbst ein begrenzter nuklearer Schlagabtausch für die gesamte Region katastrophal wäre. Das chinesische Verteidigungsministerium wies diese Einschätzungen als realitätsfern zurück. Die Unsicherheit wird durch die unvorhersehbare Strategie von Präsident Trump verstärkt. Dieser deutete an, Waffenverkäufe an Taiwan als Faustpfand in den Handelsverhandlungen mit Peking nutzen zu können. Hegseth bestätigte in Singapur zwar, dass die Beziehungen zu Taiwan unverändert seien, stellte jedoch klar, dass alle Entscheidungen über zukünftige Waffenlieferungen allein bei Präsident Trump liegen.

Kriegsbereitschaft gegenüber dem Iran

Kriegsbereitschaft gegenüber dem Iran
cluster (priority): news.google.com
Neben der Asien-Strategie nutzte Hegseth die Bühne in Singapur, um eine klare Warnung an den Iran auszusprechen. Er erklärte unmissverständlich, dass die USA mehr als fähig seien, einen Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen. „Unsere Bestände sind dafür mehr als ausreichend sowohl vor Ort als auch weltweit. Wenn es notwendig ist, können wir wieder starten.“ Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister, via ZEIT Der Pentagon-Chef begründete diese Einsatzbereitschaft mit einer optimierten Balance zwischen speziellen und massenhaft verfügbaren Munitionsbeständen. Diese rhetorische Schärfe steht in einem interessanten Kontrast zu der moderateren Haltung gegenüber China und unterstreicht, dass die US-Verteidigungspolitik unter Trump eine selektive Aggressivität verfolgt. Während Hegseth in Asien zu mehr militärischem Engagement der Verbündeten aufrief – zusammengefasst in der Forderung „weniger Foren, mehr Schiffe“ – bleibt die strategische Richtung der USA volatil. Die Kombination aus dem Druck auf Europa, der vorsichtigen Annäherung an Xi Jinping und der expliziten Kriegsbereitschaft gegenüber dem Iran signalisiert eine Abkehr von multilateralen Sicherheitsgarantien hin zu einem transaktionalen Realismus.
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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