Rafe Pomerance, der als „Paul Revere des Klimawandels“ bekannte US-Umweltaktivist, ist am 25. Mai 2026 im Alter von 79 Jahren verstorben. Seine Arbeit prägte die globale Klimapolitik und setzte entscheidende Weichen für die internationale Debatte über den Klimaschutz.
Der Mann, der die Welt auf den Klimawandel aufmerksam machte
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Rafe Pomerance starb nach Angaben des Climate Action Network und mehrerer internationaler Medien an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung. Sein Tod markiert das Ende einer Ära, in der er als einer der ersten die Dringlichkeit des Klimawandels in die politische und öffentliche Debatte trug. Pomerance entdeckte den Begriff „Klimawandel“ in den späten 1970er-Jahren in einem Regierungspapier und erkannte früh die Bedeutung des Themas – zu einer Zeit, als die meisten Menschen noch nicht einmal von der Gefahr wussten, die von Treibhausgasen ausging. Als Lobbyist für die Organisation Friends of the Earth setzte er sich zunächst für die Bekämpfung von Luftverschmutzung ein, doch sein Fokus verlagerte sich schnell auf das größere Problem: die Erwärmung des Planeten.
Sein Engagement führte zu den ersten Kongressanhörungen zu Klimafragen in den USA und war entscheidend für die Verhandlungen des Kyoto-Protokolls, des ersten internationalen Abkommens zur Reduzierung von Treibhausgasen. Pomerance verband wissenschaftliche Erkenntnisse mit politischer Durchsetzungskraft – eine Kombination, die ihn zu einer Schlüsselfigur in der frühen Klimabewegung machte. Laut dem Buch „Losing Earth“ von Nathaniel Rich spielte er zwischen 1979 und 1989 eine zentrale Rolle dabei, Wissenschaftler mit Politikern und Medien zu vernetzen und so die öffentliche Wahrnehmung zu prägen.
Ein Leben im Dienst der Umweltpolitik
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Pomerances Karriere war geprägt von einer ungewöhnlichen Mischung aus Aktivismus, Diplomatie und strategischer Politikberatung. Nach seinem Abschluss an der Cornell University arbeitete er zunächst als Lobbyist für Friends of the Earth, wo er sich für saubere Luft einsetzte. Doch sein Blickwinkel erweiterte sich schnell, als er die Verbindung zwischen lokaler Verschmutzung und globaler Erwärmung erkannte. In den 1980er-Jahren wurde er zu einer Schlüsselfigur in der Gründung des World Resources Institute und später als stellvertretender Staatssekretär für Umwelt und Entwicklung unter Präsident Bill Clinton.
Seine Arbeit reichte von der Unterstützung der ersten großen Klimakonferenzen bis hin zur Gründung des Climate Policy Center. Pomerance war auch Mitbegründer des Global Warming Mitigation Project und setzte sich für den Schutz der Arktis ein – ein Thema, das er bis zuletzt als Distinguished Senior Arctic Policy Fellow des Woodwell Climate Research Center verfolgte. Sein Engagement für den Klimaschutz war dabei stets von einer pragmatischen Haltung geprägt: Er suchte nach Lösungen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch politisch umsetzbar waren.
Das Vermächtnis: Warum Pomerances Arbeit heute relevanter ist denn je
Climate Change, A Major Challenge of the 21st Century with Rafe Pomerance
Pomerances Einfluss auf die Klimapolitik ist bis heute spürbar. Ohne seine frühen Anstrengungen, die Wissenschaft mit der Politik zu verbinden, wäre die globale Klimadebatte möglicherweise nie so schnell vorangekommen. Sein Engagement für das Kyoto-Protokoll ebnete den Weg für spätere Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen. Doch sein größtes Vermächtnis liegt vielleicht darin, dass er den Klimawandel von einem abstrakten wissenschaftlichen Konzept zu einer drängenden politischen Frage machte.
In einer Zeit, in der die Klimakrise immer deutlicher wird, wirft sein Tod Fragen auf: Wie weit sind wir heute von den Zielen gekommen, die Pomerance einst mitgestaltet hat? Die aktuellen Klimaziele – etwa die Reduktion der Treibhausgase bis 2030 – stehen unter enormem Druck, doch viele Beobachter betonen, dass ohne die frühe Arbeit von Pomerance und Gleichgesinnten die heutige Debatte nicht so weit wäre.
Pomerance selbst hatte in Interviews immer wieder betont, dass der Klimaschutz keine Frage der Ideologie, sondern der Vernunft sei. Seine Haltung bleibt eine Mahnung: Die Klimakrise ist kein Problem, das sich von allein löst. Sie erfordert kontinuierliche politische und gesellschaftliche Anstrengungen – und genau hier liegt die Herausforderung für die nächste Generation von Aktivisten und Politikern.
Was bleibt von Pomerances Arbeit?
Pomerances Tod ist nicht nur ein persönlicher Verlust, sondern auch ein Weckruf. Seine Karriere zeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse frühzeitig in politische Entscheidungen einzubringen. Heute, da die Klimakrise immer drängender wird, ist es entscheidend, an seinen Prinzipien festzuhalten: an der Verbindung von Wissenschaft und Politik, an der langfristigen Perspektive und an der Bereitschaft, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wenn es um das Wohl der nächsten Generationen geht.
Die Frage ist nun: Wer wird die Rolle des „Paul Revere des Klimawandels“ für die nächste Generation übernehmen? Pomerances Vermächtnis ist eine Erinnerung daran, dass der Kampf gegen den Klimawandel kein kurzfristiges Projekt ist, sondern eine lebenslange Verpflichtung – und dass jede Stimme zählt, die bereit ist, Alarm zu schlagen.
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<!– /wp:paragraph Die Herausforderung bleibt, Visionäre und Entschlossene zu finden, die mit gleicher Leidenschaft und wissenschaftlicher Fundiertheit die drängenden Klimaherausforderungen der Zukunft angehen.
Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.
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