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Unterhaltung

Patti Smith eröffnet Wiener Festwochen Jubiläum mit Republic of Gods

Die Wiener Festwochen eröffnen ihr 75-jähriges Jubiläumsjahr am Freitag, den 22. Mai 2026, auf dem Heldenplatz mit dem Thema „Republic of Gods“. Im Zentrum steht die Ikone Patti Smith, während das Programm durch Kontraste zwischen Black Metal und Oper sowie politische Debatten über Religion und Macht geprägt ist.

Patti Smith als Zentrum der Jubiläumsfeierlichkeiten

Patti Smith als Zentrum der Jubiläumsfeierlichkeiten
cluster (priority): falter.at
Die „Godmother of Punk“ wird die Eröffnung der diesjährigen Festwochen maßgeblich prägen. Patti Smith tritt nicht nur bei einem Konzertabend im Akzent und in der Arena auf, sondern fungiert als Ehrengast in dreifacher Ausführung. Gemeinsam mit dem Schmusechor und der Festwochen-Band Gods Republic wird sie die Bühne dominieren. Das musikalische Programm setzt auf bewusste Brüche. Es beginnt um 21:20 Uhr mit der Hymne „Oh Wien“, interpretiert von einem Ensemble aus Schmusechor, einem Stringquartett und dem Countertenor Steve Katona. Was folgt, ist eine bewusst heterogene Mischung, die laut ORF-Berichterstattung von Singer-Songwriterin Lara Hulo über das Indie-Rock-Duo Cari Cari bis hin zur ukrainischen Sängerin Marichka Shtyrbulova reicht. Den extremen Gegenpol bildet die norwegische Black-Metal-Formation Witch Club Satan. Intendant Milo Rau beschreibt die künstlerische Vision der Eröffnung als eine Mischung aus „Holzhammer und Kuscheln“. Diese Ambivalenz soll das Motto „Republic of Gods“ widerspiegeln und gleichzeitig politische Akzente setzen, etwa durch Beiträge und neue Songs aus dem Iran, der Ukraine und den USA.

Heldenplatz statt Rathausplatz: Ein symbolischer Ortswechsel

PATTI SMITH „Space Monkey“ 21.5.2026 Arena/Wien
Ein wesentlicher Unterschied zu den vergangenen Jahren ist der Veranstaltungsort. Anstatt auf dem traditionellen Rathausplatz findet die Eröffnung heuer auf dem Heldenplatz statt. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) bezeichnete den Platz als einen „unglaublich passenden Ort“, um ihn kulturell neu zu besetzen. Der Wechsel ist jedoch nicht nur logistischer Natur, sondern trägt eine tiefe politische Dimension. Milo Rau verwies darauf, dass der Heldenplatz ein Ort ist, an dem Kriege begannen, aber auch, an dem gegen Kriege demonstriert wurde. Die Bühne wird diesmal nicht direkt vor der Hofburg, sondern in Richtung Rathaus ausgerichtet.

Das späte Sendezeitfenster und die ORF-Reaktion

Trotz der Bedeutung des Jubiläums sorgt die mediale Begleitung für Diskussionen. Während das Event vor Ort um 21:20 Uhr beginnt, wird die Live-Übertragung auf ORF 2 erst ab 22:35 Uhr starten. Diese späte Zeit, die parallel zur Spezialausgabe von „Was gibt es Neues?“ auf ORF 1 läuft, wirft Fragen nach der Reichweite auf. Wie der Kurier bei der ORF anfragte, wurde die Verschiebung in das Nachtprogramm mit terminlichen Änderungen durch den Song Contest (ESC) begründet. Der Sender betonte jedoch, dass die Festwochen auch in diesem Jahr ein wichtiges Kultursignal darstellten. Ein weiterer Punkt, der die redaktionellen Leitlinien des Senders fordert, ist der Auftritt des kroatischen Esoterikers Braco. Er soll zwischen den musikalischen Darbietungen schweigend seinen Blick über das erwartete Publikum von 50.000 Menschen richten.

Kleine Scherze, wie zum Beispiel den gebenden Blick von Braco – ich würde sagen, die längste Stille in der Geschichte des ORF – gestehen wir uns dann doch ein.

Das späte Sendezeitfenster und die ORF-Reaktion
cluster (priority): news.google.com
Milo Rau, via ORF

„Republic of Gods“: Zwischen Esoterik und politischem Tribunal

Das diesjährige Thema „Republic of Gods“ geht weit über reine Unterhaltung hinaus. Es widmet sich Fragen der Religion, der Erlösung, des Fundamentalismus und der Macht. In einem Podcast von Falter wurde diskutiert, wie Milo Rau dem Festival durch theatralische Tribunale über Autoritarismus, Zensur und Antisemitismus ein Label wie „Freie Republik Wien“ verliehen hat. Die Festwochen positionieren sich damit als ein Ort, der kontroversen Diskurs provoziert. Ob durch die esoterische Performance von Braco oder die harten politischen Themen – die Intention bleibt, gesellschaftliche Fragen durch künstlerische Kontraste sichtbar zu machen.
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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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