Katholische Gemeinden in aller Welt feiern in diesen Wochen den 100. Weltmissionssonntag. Papst Leo XIV. würdigte die größte weltweite Solidaritätsaktion der Kirche von der Gemelli-Klinik aus und rief die Gläubigen zu neuer Einheit und missionarischer Treue auf.
Im Oktober feiert die katholische Kirche den hundertsten Jahrestag des Sonntags der Weltmission. Papst Pius XI. hatte den Aktionstag im Juni 1926 ins Leben gerufen, um die vielen unkoordinierten Alleingänge von Ordensgemeinschaften und Nationen zu bündeln, vier Jahre nachdem er dem katholischen Missionswesen ein neues Ordnungsprinzip gegeben hatte — inspiriert von der jungen Französin Pauline Jaricot. Bereits Jaricot und der Aachener Arzt Hahn war der nationalistische Zug in den Missionen ein Dorn im Auge, da die katholische Weltkirche über Nationalgrenzen hinausging.
Papst Leo XIV. sendet Botschaft aus dem Krankenhaus und gewährt Ablass
Denken wir daran, wie viel Missionsgeschichte in diesen hundert Jahren geschrieben wurde
, erklärte der Papst bei seinem Angelus-Gebet, in dem er dazu einlud zu beten, damit die Kirche stets dem Auftrag des auferstandenen Herrn treue bleibt. Die Botschaft stand unter dem Leitwort Eins in Christus, vereint in der Mission
. Zum Abschluss rief der Papst Gott an, damit alle Glieder der Kirche in der Mission vereint, dem Heiligen Geist gegenüber fügsam und mutig im Zeugnis für das Evangelium seien. Zudem erinnerte er daran, dass kein Getaufter dem Auftrag gegenüber fremd oder gleichgültig ist, da die Verkündigung des Evangeliums immer ein gemeinschaftliches, synodales Handeln darstellt.
Kurz vor den Feierlichkeiten war Leo XIV. in das Poliklinikum „Gemelli“ eingeliefert worden. Nach seiner Entlassung sprach er den Ärzten, dem Pflegepersonal und dem gesamten Personal seinen besonderen Dank aus, während die Apostolische Pönitentiarie aus Anlass des hundertjährigen Jubiläums die Gewährung eines Vollablasses allen Gläubigen gewährte, die am Tag dieser Feier den Rosenkranz für die Verbreitung des Evangeliums in der ganzen Welt beten. Vor dem Rosenkranzgebet wurde im Internationalen Zentrum für missionarische Animation (CIAM) auch eine Botschaft von Schwester Mary Teresa Barron verlesen, und Kardinal Tagle erinnerte an Missionare wie den heiligen Franz Xaver, die Heimat und Familie hinter sich gelassen haben, um das Evangelium an schwierige, von Konflikten geprägte Orte zu bringen.”

Kollekte im Bistum Fulda und deutschlandweite Aktionen von missio
In Deutschland koordinieren die Hilfswerke missio Aachen und missio München die Kollekte sowie den begleitenden Monat der Weltmission. Das Bistum Fulda und missio Aachen riefen zu Spenden für die weltweit größte katholische Solidaritätsaktion auf, bei der zeitgleich in Gottesdiensten in mehr als 100 Ländern für die ärmsten Bistümer gesammelt wird. Im vergangenen Jahr brachte die Solidaritätsaktion im Bistum Fulda rund 77.500 Euro ein, während missio Aachen im Jahr 2025 rund 2,15 Millionen Euro für diese weltweite Aktion sammelte, wie das Portal Rhönkanal meldete.
Seit 100 Jahren setzen sich Christinnen und Christen weltweit über nationale Grenzen hinweg für arme und benachteiligte Menschen ein. Das ist in einer Welt, in der Nationalismus und Egoismus zunehmen, ein wichtiges Zeichen für weltweite Verbundenheit und gemeinsame Verantwortung.
Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, Bischofsvikar für die Weltkirche im Bistum Fulda
Zusätzlich zu den Finanzsammlungen begrüßte missio Aachen in diesem Jahr Gäste aus Madagaskar, die seit Anfang Oktober auf rund 200 Veranstaltungen in Deutschland über ihre Arbeit berichten. Im Bistum Fulda war Schwester Béatrice Rasonhamtaryirima zu Gast.
Globale Solidarität in den Gemeinden von Kobenz bis Salzburg
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum spiegelten sich auch in regionalen Gottesdiensten wider. Die Pfarre Kobenz beging den 100. WGF-Leiter Hans Siegl brachte dabei das Leitwort des Papstes in seiner Ansprache nahe, und die Kollekte unterstützte Projekte in Äthiopien, wo kirchliche Partner an der Seite von Mädchen und Frauen stehen. Auch beim Festgottesdienst in Regensburg wurde die weltweite Verbundenheit der Kirche betont, musikalisch gestaltet von den Domkapellknaben, Domkapellmädchen und dem Chor der philippinischen Gottesdienstgemeinde.
Die Nationalverantwortlichen der 120 Missionswerke treffen sich jedes Jahr im Mai in Rom und beschließen gemeinsam, wofür die Spendeneinnahmen eingesetzt werden sollen. Die stark wachsende Kirche des globalen Südens vertritt dabei ihre Interessen vehement, unterstützt durch den Umstand, dass vermehrt Ordensleute und Priester aus Afrika und Südostasien nach Europa kommen und hier tätig sind. Das Verständnis von Mission hat sich stark gewandelt und ist ganzheitlicher geworden, getreu dem Ausspruch von Papst Franziskus: „Verkündet das Evangelium – zur Not auch mit Worten“.”
Jedes Jahr im Mai treffen sich die Nationalverantwortlichen der 120 Missionswerke in Rom, um gemeinschaftlich über die Verwendung der weltweiten Spendeneinnahmen des Weltmissionssonntags zu beschließen, wobei jedes Werk unabhängig von seiner Größe über eine Stimme verfügt.

In den Blick genommen wird dabei auch der spürbare Personalfluss aus dem globalen Süden, von wo aus immer mehr Priester und Ordensleute nach Europa kommen, um hier seelsorgerisch tätig zu werden. Damit wandelt sich nicht nur die Struktur vor Ort, sondern auch die Öffentlichkeitsarbeit der katholischen Hilfswerke, die das Verständnis von Verkündigung und sozialem Handeln eng miteinander verknüpfen.
Die internationalen Hilfswerke betonen in ihren Aufrufen stets, dass die Solidaritätskollekte weit über eine reine Finanzhilfe hinausgeht, sondern vielmehr ein spirituelles Band darstellt, das die katholische Weltkirche in ihrer Gesamtheit zusammenschließt.

Mit Blick auf das kommende Jahrhundert kirchlicher Missionsarbeit bleibt der Grundauftrag unverändert, die Botschaft des Evangeliums in den Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit und des friedlichen Zusammenlebens auf allen Kontinenten zu stellen.
Die Verbundenheit der Ortskirchen mit Rom und den zentralen Hilfswerken bildet dabei das Fundament, auf dem die pastorale und soziale Arbeit in den ärmsten Regionen der Erde dauerhaft getragen und weiterentwickelt werden kann.
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