Ein Kampfsportabend im städtischen Kia Center in Orlando geriet am Wochenende in die Kritik, nachdem es im Ring zu antisemitischen Ausfällen und dem Zeigen von Hakenkreuzfahnen sowie Hitlergrüßen kam. Die Stadt Orlando, Betreiber der Arena, verwies auf den Ersten Verfassungszusatz, verurteilte die Vorfälle jedoch scharf.
Antisemitische Ausfälle und Hakenkreuzfahnen im Kia Center
Ein Kampfsportevent der Reihe Duel: Arena im städtischen Kia Center in Orlando sorgte für Entsetzen, als ein Kickboxer nach seinem Sieg im Ring antisemitische Beschimpfungen äußerte. Der Kämpfer Paul Miller, der in extremistischen Kreisen unter dem Namen Gypsy Crusader
bekannt ist, trat bei der Veranstaltung gegen den jüdischen Influencer und Kämpfer Ben Azoulay an. Nach dem Kampfende äußerte Miller laut übereinstimmenden Berichten vor laufenden Mikrofonen, dass er kein harter Kerl sei, und fügte hinzu, er sei kein Alphatier, sondern ein kleines, verdammtes jüdisches Arschloch.
Während dieses Vorfalls zeigte ein Zuschauer im Publikum eine große rote Fahne mit einem Hakenkreuz. Kurz darauf streckten mehrere anwesende Männer im Publikum den rechten Arm zum Hitlergruß aus. Nach Medienberichten soll auch Miller selbst beim Verlassen des Rings den verbotenen Gruß gezeigt haben. Arena-Personal schritt ein, konfrontierte den Fahnenträger und eskortierte ihn aus den Rängen.
Hintergrund des Kämpfers und Reaktionen aus der Politik
Die Wahl der Kämpfer stieß im Vorfeld auf Kritik. Die Anti-Defamation League (ADL) führt Miller als gewaltbereiten Neonazi und weiß-nationalistischen Beschleuniger, der in der Vergangenheit öffentlich zu rassistischer Gewalt und einem race-based civil war
aufgerufen hatte. Im März 2021 durchsuchte die Anti-Terror-Taskforce des FBI das Haus von Miller in Fort Lauderdale und stellte Waffen sowie Munition sicher. Nach einem Schuldbekenntnis wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilte ein Gericht ihn zu einer Haftstrafe von 41 Monaten; im Januar 2023 kam er vorzeitig frei.
Die Ereignisse in der Arena lösten eine Welle der Empörung aus. Orlandos Bürgermeister Buddy Dyer äußerte sich auf Online-Plattformen zu den Vorfällen und erklärte, dass Hass in der Stadt keinen Platz habe.
Anna Eskamani, Staatliche Abgeordnete und Bürgermeisterkandidatin, erklärte, das sei abscheulich und eine weitere Erinnerung daran, wie weit verbreitet Extremismus in unserer Gesellschaft ist und welche Verantwortung wir alle tragen, um Antisemitismus, Rassismus, White Supremacy und Ähnliches zu bekämpfen, und betonte, dass wir dies niemals normalisieren dürfen.
Position der Stadt Orlando und des Namensgebers
Die Stadtverwaltung, die das Kia Center über Orlando Venues betreibt, veröffentlichte eine Erklärung zur Wahrung der Meinungsfreiheit. Demnach verurteilen die Stadt und die Betreibergesellschaft jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus und Hassrede. Gleichzeitig betonte die Stadtverwaltung jedoch, dass sie als Betreiber einer öffentlichen Einrichtung rechtlich an den Ersten Verfassungszusatz der US-Verfassung gebunden sei und den Zugang zu Veranstaltungen nicht allein aufgrund politischer Ideologien oder Weltanschauungen verweigern könne.

Auch das Holocaust Center von Florida forderte Aufklärung von den Veranstaltern und der Stadt und stellte die Frage, warum das Event im städtischen Portal beworben worden war.
Ben Azoulay selbst äußerte sich nach dem Kampf auf der Plattform X und kündigte an, entschlossen gegen Antisemitismus vorgehen zu wollen.
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